Hitze setzt Bäumen und Wäldern zu

Leipzig - Die Hitze der vergangenen Wochen hat nicht nur vielen Menschen zu schaffen gemacht. Auch die Natur hatte sachsenweit mit den hochsommerlichen Temperaturen sehr zu kämpfen.

Oliver Hering ist Leiter des Reviers Neuseenland in Leipzig. Er betreut in diesem Gebiet ungefähr 5.000 Hektar Kommunal- und Privatwald. Auf dem sogenannten Bienitz, einem Waldgebiet westlich von Leipzig, zeigt er einen Kiefernbestand, der aufgrund der Dürre abzusterben droht. An den gelben Nadeln sieht man bereits, dass die Bäume nicht mehr zu retten sind:

„Dies ist jetzt im Zuge der anhaltenden Trockenheit der Fall. Grund ist aber auch die Trockenheit des vorherigen Jahres. Im Raum Leipzig gab es im vorherigen Jahr ungefähr eine Niederschlagsmenge von 350 Millimetern. Normal wären eigentlich um die 500 bis 600 Millimeter Niederschlag. Sie haben ja alle sicherlich mitbekommen, wie sich die Defizite von April bis in den Oktober hineingezogen haben. Und dieses Jahr ist es auch schon wieder so, dass die Niederschlagsdefizite von April bis jetzt immer noch anhalten und kein Regen abzusehen ist.“

Im Areal von Oliver Hering gab es bisher 200 Millimeter Niederschlag. Viel zu wenig für die Bäume. Durch Trockenheit und Schädlingsbefall sind seit Jahresbeginn bereits 100.000 Kubikmeter Holz abgestorben und aus dem Wald geräumt worden. An Nadelbäumen und Birken kann man momentan auf der Bienitz die meisten Absterbe-Erscheinungen beobachten. Doch die Bäume haben Mechanismen entwickelt, mit deren Hilfe sie versuchen, sich gegen die Hitze zu schützen:

„Abwehrmechanismen der Bäume sind, dass sie eine verringerte Wasserabgabefähigkeit aufweisen. Nadelbäume versuchen Harz zu bilden, um verschiedene Schadinsekten abzuwehren. Aber wenn der Wassermangel so groß ist, haben die Bäume keine Chance die Schaderreger abzuwehren. In Folge der Dürre kommt es zu verschiedenen Krankheitsbildern. Es können erstens Schädlinge auftreten, also verschiedene Käferarten oder zweitens, wie es auch im Bereich Markranstädt oder an der A38 bei dem Roteichenbestand der Fall war, kann es zu einer erhöhten Schwarmspinneraktivität kommen.“

Im Wesentlichen sind alle Baumarten gleich betroffen, sie verkraften die Temperaturen nur unterschiedlich. Eichen sind zum Beispiel viel widerstandsfähiger, als andere Baumarten, weil sie viel tiefer wurzeln und wesentlich besser mit der Hitze zurechtkommen. Darum sei die Eiche auch eine Baumart, auf die Förster im Klimawandel setzen und die häufig angepflanzt wird, so Hering.

Damit ein normaler Niederschlagswert innerhalb eines Jahres noch erreicht wird, müsste es bis Jahresende noch mindestens 300 Liter pro Quadratmeter geben. Zumindest in den nächsten Tagen ist jedoch nicht mit größeren Regenmengen zu rechnen.