Hitze in Dresden: Verhaltenshinweise bei extremer Wärmebelastung beachten

Leichte und möglichst helle Kleidung aus Naturfaser und eine luftige Kopfbedeckung schützen vor Hitzestau und starker Sonneneinstrahlung! Weitere Tipps unter www.dresden-fernsehen.de. +++

Die schon seit mehreren Tage anhaltende Hitzewelle in Deutschland erreicht am kommenden Wochenende mit Temperaturen von knapp 40 Grad ihren Höhepunkt. „Am Samstag und Sonntag bekommt Deutschland Fieber. Wir erwarten das bisher heißeste Wochenende des Jahres“, kommentiert Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die Temperaturentwicklung der nächsten Tage. Der Meteorologe empfiehlt, auf die Hitzewarnungen des nationalen Wetterdienstes zu achten.

Ursache der extremen Hitzewelle ist eine Großwetterlage, durch die heiße Luft aus Nordafrika auf direktem Wege über das Mittelmeer nach Deutschland strömt. Im Zusammenspiel mit der Sonneneinstrahlung steht daher das bisher heißeste Wochenende des Jahres bevor. Am Samstag erwartet der nationale Wetterdienst im Südwesten Deutschlands bis zu 37 Grad Celsius (°C). Am Sonntag verschiebt sich das Zentrum der Hitze dann in den Osten Deutschlands. In der Lausitz können Spitzentemperaturen von bis 38 °C auftreten. Für die Menschen vor Ort ist, so Friedrich, wichtig zu wissen: Die für unser Wohlbefinden entscheidende Gefühlte Temperatur kann diese Werte noch übertreffen. Die Gefühlte Temperatur ist die Basis des Hitzewarnsystems des DWD. Sie berücksichtigt neben der normalen Lufttemperatur im Schatten noch die Einflüsse durch Sonneneinstrahlung, Luftfeuchtigkeit und Windverhältnisse auf den Organismus. Nach den Modellvorhersagen des DWD soll die Gefühlte Temperatur in Deutschland in den kommenden Tagen verbreitet auf Werte von 38 bis 42 °C ansteigen. Oberhalb von 38 °C wird eine extreme Wärmebelastung erreicht.

Besonders betroffen von Hitzebelastungen sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Regelung der Körpertemperatur über das Schwitzen aufgrund der geringeren Hautoberfläche nicht in dem Maß möglich wie bei größeren Menschen. Bei älteren Menschen funktioniert die Wärmeregelung nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. Chronisch Kranke sind bereits zusätzlich belastet.Wenn Sie zu den besonders betroffenen Menschen (chronisch Kranke oder Ältere) gehören oder diese Menschen betreuen, klären Sie die Maßnahmen (auch Medikamentengaben) mit dem behandelnden Arzt ab. Halten Sie sich möglichst an schattigen Orten auf und kühlen Sie Ihre Wohnung durch Verschatten am Tag und Lüften in den kühlen Morgen- und Abend/Nachtstunden. In Dachgeschossen sollten die Fenster auch tagsüber leicht geöffnet bleiben, um Hitze entweichen zu lassen.Benutzen Sie Ventilatoren oder Fächer, Vorsicht: Klimaanlagen können zu Erkältungen führen und Zugluft durch den Ventilator zu einem »steifen Hals«!Geeignete, leichte und möglichst helle Kleidung aus Naturfaser und eine luftige Kopfbedeckung schützen vor Hitzestau und starker Sonneneinstrahlung (besonders Kinder sollten nie direkt der Sonne ausgesetzt sein). Eincremen nicht vergessen, auch wenn man nicht direkt in der Sonne ist.Anstrengende Tätigkeiten werden am besten auf die noch kühlen Morgenstunden verlegt, keinesfalls in der Mittagsglut anstrengende Arbeiten verrichten!Flüssigkeitszufuhr: 
Ausreichend Trinken (mindestens zwei Liter als Erwachsener) zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes durch das Schwitzen ist natürlich eine der wichtigsten Maßnahmen. Dabei ist entscheidend, was getrunken wird. Am besten sind:
Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, stark verdünnte Fruchtsäfte, Suppen und Brühen.Nicht (oder nur wenig) trinken sollte man stark gesüßte, koffeinhaltige, alkoholhaltige und sehr kalte Getränke!Ausreichend heißt auch: nicht zu viel, wenn Gründe dagegen stehen (zum Beispiel Bluthochdruck, stark eingeschränkte Nierenfunktion, dann den Arzt fragen, was angemessen ist).Mineralien, vor allem Natrium, die durch starkes Schwitzen verloren gehen, können durch Kochsalz, natriumreiches Mineralwasser und viel Gemüse wieder zugeführt werden.Wasserreiche Früchte und Gemüse erhöhen die Flüssigkeitszufuhr, liefern Mineralien (siehe oben) und Vitamine.Besondere Hygiene in der Küche ist wichtig, um zusätzliche Gesundheitsbelastungen durch in der Hitze verdorbene Nahrungsmittel zu vermeiden.Lassen Sie Niemanden in einem geschlossenen geparkten Auto zurück, egal für welche Dauer!Nehmen Sie zwischenzeitlich zur Abkühlung ein Fußbad, kühlen Sie die Handgelenke oder nehmen Sie Wechselduschen (nur, wenn keine Kreislaufprobleme vorliegen!)!Feuerzeuge sollten nicht in der Hitze, beziehungsweise in der Sonne liegen – Explosionsgefahr mit Splitterung des Materials; generell sollten keine elektrischen oder elektronischen Geräte der direkten Hitze ausgesetzt werden, um eine Zerstörung zu vermeiden.


Hilfemaßnahmen für kollabierte Patienten

Menschen, bei denen die Gefahr von Hitzschlag, Hitzeerschöpfung, Hitzekrämpfen, Hitzekollaps oder Sonnenstich besteht, erkennt man an folgenden Symptomen: Krämpfe in den Armen und Beinen, Schwindel, Schwächegefühl, sehr rote oder sehr blasse Haut. Sofortmaßnahmen zur ersten Hilfe sind:

Den Patienten in den Schatten bringen.Der Oberkörper sollte erhöht gelagert und die Kleidung möglichst gelockert oder geöffnet werden.Den Patienten kühlen (zum Beispiel feuchte Umschläge auf den Kopf legen) und Mineralwasser zu trinken geben.Rufen Sie den Notarzt!

Sie können sich bei den Gesundheitsbehörden über Hitzewarnungen informieren. Ansprechpartner sind in erster Linie die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte, sowie die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA).

Hitzewarnsystem in SachsenIm »Jahrhundert-Sommer« 2003 gab es einige Tausend Todesfälle in Deutschland, die auf Wärmebelastungseinwirkungen zurückzuführen waren. Davon waren besonders alte und pflegebedürftige oder kranke Menschen betroffen. Aufgrund von klimatischen Veränderungen in näherer Zukunft werden Temperaturerhöhungen und eine Zunahme von meteorologischen Extremereignissen erwartet. Gesundheitsbehörden, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen (auch ambulant) und Wohlfahrtsverbände, welche Pflegeeinrichtungen betreiben sowie Privatpersonen, die mit der Pflege kranker oder älterer Angehöriger beschäftigt sind, können sich direkt beim Deutschen Wetterdienst für eine Zuleitung von Wetterwarnmails anmelden. Das Hitzwarnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bietet die Möglichkeit zeitnah über wetterbedingte Belastungen auf den menschlichen Körper informiert zu werden. Der DWD bietet landkreisbezogene Hitzwarnungen sowie Hitzinformationen an.

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