Hitzewelle – Dresden trotzt der Trockenheit

Dresden - Momentan plagen uns wieder Temperaturen von 30°C und höher. Das bedeutet eine hohe Belastung für Mensch und Natur. Wie reagieren die Wasserversorger auf den erhöhten Verbrauch und worauf müssen wir achten, wenn die Hitze auf den Kreislauf schlägt?

Ferienzeit ist Badezeit. Fast jeder liegt gerne am Strand, spielt Volleyball oder sitzt einfach in der Sonne und nimmt ein kühles Getränk zu sich. Doch die Freude kann schnell vergehen, wenn am Abend Kopfschmerzen und Übelkeit einsetzten. Wenn wir vergessen, genug zu trinken und Sonnencreme zu benutzen, können schnell Kreislaufprobleme auftreten. Wir helfen Ihnen, die aktuelle Hitze gut zu überstehen. Zudem haben wir informative Fakten zu unseren Badestätten, den Baustellen im Sommer und der Trinkwassersituation.

© Sachsen Fernsehen

Welche Kreislaufprobleme können auftreten?

Der Sonnenstich entsteht durch eine übermäßige Sonnenbestrahlung von Kopf und Nacken. Es kommt zu einem Wärmestau und einer Reizung der Hirnhaut. Betroffene leiden unter (je nach Intensität) Kopfschmerzen, einem steifen Nacken, manchmal Schwindel und typischerweise Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Ein Sonnenstich ist zwar unangenehm, aber kann gut kuriert werden: Schön im Schatten ausruhen, viel trinken und möglichst einen Hut aufsetzen.

© Sachsen Fernsehen

Die Hitzeerschöpfung ist schon gefährlicher. Durch eine Dehydration fließt das Blut langsamer und der Körper heizt sich auf 37°-40°C auf. Dies kann im Ernstfall zu einem Abfallen des Blutdrucks und einer daraus resultierenden Bewusstlosigkeit führen - vergleichbar mit einem Schock. Weitere vorgelagerte Symptome sind auch Kopfschmerzen mit Übelkeit/Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schüttelfrost, Sehstörungen und Schwindel. Dann muss die Person sofort aus der Sonne gebracht werden, sich hinlegen und viel trinken. Kam es wirklich zu einer Bewusstlosigkeit, oder war es kurz davor, sollten unbedingt die Beine hochgelegt werden und nach Möglichkeit Coolpacks, kalte Umschläge oder fließendes kühles Wasser zur Kühlung des Oberkörpers verwendet werden.

Ein Hitzschlag ist der Extremfall der beiden vorherigen Varianten, bei der sich der Körper auf über 40°C aufheizt. Dabei kann es nicht nur zu Bewusstseinverlust, Krämpfen und Halluzinationen führen, sondern sogar zu Organversagen bis hin zum Tod. Die Häufigste Ursache ist die Kombination aus Sport oder körperlicher Anstrengung mit einem langen Aufenthalt in der Sonne und zu warmer Kleidung - doch auch schon zu lange hohe Temperaturen können bei körperlich leicht belastbaren Menschen die Temperaturregelung aus der Balance bringen. Es beginnt mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Ist die Haut im Gesicht und am Körper dazu noch stark gerötet und fühlt sich heiß und trocken an, liegt die Diagnose Hitzschlag nahe. Dann müssen Sie die Person wieder schnell an einen ruhigen, schattigen Platz bringen und den Oberkörper hoch legen. Um den Körper abzukühlen, legen Sie kühle, feuchte Tücher auf die Person. Sollte Bewusstlosigkeit auftreten, alamieren Sie den Notruf.

Wie können Sie sich davor schützen?

• tragen Sie einen Hut oder Basecap, vor allem zu den heißen Mittagsstunden
• Ihre Kleidung sollte leicht und luftig sein, damit sich der Körper besser abkühlen kann
• Trinken Sie ausreichend (ca. 3 Liter pro Tag) und nehmen Sie Elektrolyte auf - also Nährstoffreiche Getränke
• Verzichten Sie auf alkoholische oder koffeinhaltige Getränke. Sie weiten die Gefäße und begünstigen somit Kreislaufprobleme

Das hört sich ziemlich simpel an und auch wenn man daran hält, gibt es in den heißen Monaten vermehrt ältere Mitbürger, die Kreislaufprobleme bekommen. Darum sollten gerade Rentner noch auf folgendes achten:

• Informieren Sie sich gut über Ihre Medikamente - einige führen bei Hitze schneller zu Kreislaufproblemen
• Genug trinken! Wir wiederholen es, weil es so wichtig ist - im Alter lässt das Durstempfinden nach und die Flüssigkeit wird langsamer aufgenommen
• Stress vermeiden: Vor allem zu viel und hastige Bewegung kann problematisch werden, darum lieber mal eine Pause mehr machen und hinsetzen
• Vermeiden Sie unbedingt die Mittagshitze
• Große Menschenmengen meiden - in vollen Bahnen kann es schnell mal zu Luftstaus kommen
• Versuchen Sie, die Wohnung auf angenehmer Temperatur zu halten, indem Sie z.B. nur Nachts lüften und die Vorhänge schließen, wo die Sonne stark durch das Fenster scheint
• Zu schnelle Temperaturwechsel sind belastend. Wenn Sie aus einem stark klimatisierten Gebäude oder Fahrzeug kommen, gewöhnen Sie erstmal kurz daran, bevor Sie in der Hitze herum laufen

Badespaß in Dresdens Bädern

© Sachsen Fernsehen

Die beste Abkühlung bei diesem Wetter versprechen die Freibäder. Die Dresdner Bäder verzeichneten dieses Jahr schon 260.000 Besucher und werden ihr Planungsziel von 300.000 damit sicher überschreiten. Somit sind die Badeanstalten prall gefüllt und laden zum Plantschen ein. Und auch die Naturbäder und Badeseen sind bedenkenlos nutzbar - Die Wasserqualität der öffentlichen Badeanstalten wird nämlich regelmäßig vom Gesundheitsamt Dresden überprüft. Bei der Elbe und den Kiesgruben in Leuben und Sporbitz werden jedoch keine Messungen vorgenommen, da diese Gewässer keine offizielle Badeerlaubnis haben.

Hohe Temperaturen beim Straßenbau

Neben Bauarbeiten an der Albertbrücke und der Augustusbrücke stehen noch Straßenbauprojekte an. So werden neben dem Projekt Stadtbahn 2020 die Dürerstraße und Oskarstraße umgebaut. Hohe Temperaturen stellen dabei eine Belastung für die Bauarbeiter dar. Neben der Sonne strengt der heiße Asphalt und die körperliche Arbeit die Bauarbeiter an. Um den Arbeitsschutz zu gewährleisten, müssen mehr und längere Pausen gemacht werden. Zu großen Verzögerungen kommt es jedoch nicht, so Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes Dresden.

© Sachsen Fernsehen

Reicht das Trinkwasser bei dem jetztigen Verbrauch?

Die Hitze bringt viele Menschen dazu, ihre Gärten stärker zu wässern und öfter duschen zu gehen. In einigen Gebieten Deutschlands wurde von Wassermangel berichtet. Trifft das auch Dresden? Nein, hier herrscht Entwarnung, so die DREWAG Stadtwerke. Dresdens drei Wasserwerke schaffen eine Produktion von kapp 250 Millionen Litern pro Tag, von denen aktuell nur ca. 130 Millionen Liter verbraucht werden - etwas über die Hälfte. Der Höchstverbrauch war dieses Jahr am 31. Mai mit 143 Millionen Litern Wasser. Auch, wenn starke Regenfälle weiter ausbleiben, wird genug produziert, da die Werke ihr Wasser aus unterschiedlichen Quellen beziehen.