Hitzige Diskussionen zu möglichem Flüchtlings-Erstaufnahmelager in Wiederitzsch

Zahlreiche Anwohner lehnen die Pläne für das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus ab. Dort sollen  ab Mitte 2015 übergangsweise bis zu 350 Flüchtlinge unterkommen. Allerdings sind sich Freistaat und Eigentümer noch nicht einig. +++

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen steigt immer weiter. Deshalb soll nun auch in Leipzig ein neues Erstaufnahmelager entstehen und zwar im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch. Obwohl die Pläne noch nicht ganz ausgereift sind, hat die Landesdirektion die Anwohner am Montagabend im Haus Auensee informiert. Es war voll. Und es wurde wieder einmal hitzig! Etwa 500 Menschen hatten sich im Haus Auensee versammelt, die Stimmung war angespannt. Kein leichter Termin für Staatssekretär Michael Wilhelm, der gleich zu Beginn der Veranstaltung einräumen musste, dass noch vollkommen unklar ist ob das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus nun zur Flüchtlingsunterkunft wird.

Grund: Der Inhaber des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses ziert sich noch. Ein Bau- oder zumindest ein Nutzungsantrag liegt ebenfalls noch nicht vor. Der Standort soll ja eigentlich für das geplante Erstaufnahmelager in der Max-Liebermann-Straße einspringen, da dieses nicht rechtzeitig fertig wird. Falls es soweit kommt, könnten im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus aber nach neuestem Stand nur maximal 350 Flüchtlinge unterkommen. Geplant waren einmal mehr als 500. Viele Besucher des Infoabends waren trotzdem aufgebracht. Polizeipräsident Bernd Merbitz saß ebenfalls auf dem Podium, er zeigte teilweise Verständnis für die Anwohner und versprach, dass die Polizei sie nicht im Stich lassen wird. Er machte aber auch deutlich, dass er Intoleranz und Vorurteile vehement ablehnt.

Ob das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus nun wirklich zum Erstaufnahmelager für Flüchtlinge steht noch in den Sternen. Das Thema wird die Gemüter also weiter erhitzen. Allerdings gehen der zuständigen Landesdirektion langsam die Optionen aus. Der Flüchtlingsstrom bricht nicht ab. Kommt es hart auf hart müssten die Flüchtlinge in Zelten unterkommen.