Hochwasser hausgemacht: Neuer Deich wirkt wie Staudamm

Die Leute im Chemnitzer Stadtteil Draisdorf am Chemnitzfluss sind stocksauer: Der neue Deich für rund eine Million Euro, wo die Spundwände bereits stehen, wirkte beim letzten Hochwasser wie ein Staudamm.

Viel ist nach der Jahrhundertflut 2002 über Hochwasserschutz geredet worden und es ist auch viel dafür getan worden seitdem. Doch nicht immer sind die Schutzmaßnahmen rechtzeitig fertig geworden. Eine bittere Erkenntnis – auch für die Anwohner im Chemnitzer Stadtteil Draisorf. Hier wurde der rettende Deich am Wochenende zur Staufalle.

Eigentlich sollten diese Platten künftig vor Hochwasser schützen, denn die Spundwand war als Kerndichtung eines neu zu errichtenden Deiches gebaut worden. Doch am vergangenen Wochenende sorgten sie für das Gegenteil. Die Metallplatten wirkten wie ein Staudamm, sodass sich die Wassermassen in die Grundstücke und Häuser ergossen, statt ab zu fließen.

Die meisten Anwohner hier sind nicht zum ersten Mal Opfer eines Hoch-wassers, dennoch wurden sie von den Fluten regelrecht überrascht.

Interview: Regine Müller – Anwohnerin
Interview: Steffen Kluge – Anwohner
Interview: Ilona Hempel – Anwohnerin

Arbeit erwartet auch die Experten der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Sie haben sich vor Ort ein Bild von den Schäden gemacht – nun gilt es, deren Ursache zu erforschen.

Interview: Christian Zschammer – Landestalsperrenverwaltung Sachsen

Eine Erkenntnis, die den Anwohner zumindest zum jetzige Zeitpunkt nicht hilft. Sie sind sauer, dass es überhaupt soweit kommen konnte.

Interview: Ilona Hempel – Anwohnerin
Interview: Steffen Kluge – Anwohner

Um die Lage vorerst zu entspannen, wurden am Wochenende Teile der Spundwand entfernt. Notfalls, so die Experten, müsste die gesamte Konstruktion geändert werden. Fraglich ist dabei aber, ob die geplanten Kosten von 850 000 Euro dann noch realistisch sind.

Mit dem SACHSEN FERNSEHEN Newsletter sind Sie immer top informiert!