Hochwasserrisikovorsorge erheblich ausgebaut

Für Sachsen ist eine Grundlage für langfristige Risikominderung geschaffen. Nach der Flut von 2002 gab es eine interdisziplinäre Kooperation im Elbeeinzugsgebiet. +++

Zehn Jahre sind vergangen, seit im Jahr 2002 die Wassermassen über Prag, Dresden, Magdeburg und die vielen kleineren Ortschaften hereinbrachen. Schäden in Milliardenhöhe entstanden, vielen Menschen wurde die Existenzgrundlage geraubt, es gab Menschenleben zu beklagen. Die Schrecken sind verblasst, aber nicht vergessen. Viel wird seitdem besser gemacht, aber große Hochwasser können niemals ausgeschlossen werden.

Auch in den Jahren 2006 und 2010/2011 haben die Bewohner in dieser Region bedrohliche Hochwasser erlebt. Es wurde deutlich, dass Schutzmaßnahmen vor Ort nur begrenzt helfen: Entscheidend ist, dass alle Anlieger eines Flusses zusammenarbeiten.

Das Sächsische Staatsministerium begann 2002 eine intensive transnationale und interdisziplinäre Kooperation zur Hochwasservorsorge im Elbeeinzugsgebiet. Mit den von der Europäischen Union geförderten INTERREG-Projekten ELLA und LABEL zur Anpassung an das Hochwasserrisiko im Labe-Elbe-Einzugsgebiet gelang es gemeinsam mit den Nachbarn und Partnern an der Elbe, eine Grundlage für die langfristige Risikominderung zu schaffen.

So zeigt die Bundesanstalt für Gewässerkunde mit einer großräumigen Simulationsuntersuchung im Rahmen des Projekts, dass Hochwasserrückhalteräume an Moldau, Eger und Saale eine deutliche Schutzwirkung auf Gebiete entlang der gesamten deutschen Elbe haben können. Abminderungen bis zu einem Meter am Pegel Aussig (Usti nad Labem) und 33 cm am Pegel Wittenberg sind möglich.

Es entstanden Karten, die die möglichen Überschwemmungen zeigen, Risikomanagementpläne und Strategien zur Risikovorsorge, aber auch Konzepte zur Stärkung des wassergebundenen Tourismus und konkrete Maßnahmen an den Flüssen des Einzugsgebietes. In verschiedenen regionalen Pilotprojekten, so auch in Sachsen, wurden weitere Maßnahmen umgesetzt: Sächsische Kommunen haben in Zusammenarbeit mit Innen- und Umweltministerium ihre Bebauungspläne überprüft und Lösungen für Konflikte mit den Hochwasserrisikogebieten entwickelt.

Innenminister Markus Ulbig: „Mit unseren Nachbarn hat sich eine effektive Zusammenarbeit entwickelt, die mittlerweile weit über den Hochwasserschutz hinausgeht und die gemeinsame sichere Entwicklung der Region zum Ziel hat.“

Die Ergebnisse werden jetzt anlässlich der Konferenz „Alle in einem Boot“ im Sächsischen Landtag vorgestellt. Dort wird auch die LABEL-Wanderausstellung zum Hochwasserschutz gezeigt und die Gewinner des Medienwettbewerbs „Alles im Fluss“ ausgezeichnet.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium des Innern

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