Hochwasserschutz in Chemnitz nicht ausreichend

Chemnitz – Die Landestalsperrenverwaltung ist in Sachen Hochwasserschutz einen weiteren Schritt in Richtung Sicherheit gegangen. Am Dienstag wurde in Neuwürschnitz das neue Hochwasserrückhaltebecken eingeweiht.

Dieses soll zukünftig auch die Chemnitzer Ortsteile Klaffenbach und Harthau schützen, die in der Vergangenheit durch die über die Ufer tretende Würschnitz von Hochwasser betroffen waren. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, Barbara Ludwig, kritisiert jedoch, dass das neue Rückhaltebecken nicht ausreiche, um Chemnitz zukünftig vor einem Hochwasser zu schützen.

Im April 2016 hatte sich die Landestalsperrenverwaltung gegen das ursprünglich geplante unterirdische Hochwasserrückhaltebecken in Jahnsdorf ausgesprochen und war damit auf Unverständnis gestoßen. Vor allem die Bewohner der Stadtteile Klaffenbach und Harthau, die bei den Hochwassern in 2002, 2010 und 2013 mit vollgelaufenen Kellern und überschwemmten Grundstücken zu kämpfen hatten, protestierten gegen die Entscheidung – ohne Erfolg.

Laut der Landestalsperrenverwaltung gab es mehrere Gründe, die gegen den Standort Jahnsdorf sprachen. Zum einen stand der Kostenpunkt im Fokus, zum anderen hatte sich bei der Konzeption herausgestellt, dass ein Becken in Jahnsdorf nicht effizient genug sei und zu viele Risiken mit sich bringe.

Dass Chemnitz jedoch nicht ausreichend geschützt ist, hat sich in den letzten Jahren deutlich gezeigt. Darum fordert Barbara Ludwig, dass der Freistaat eine adäquate Lösung findet.

In den Bau des neuen Hochwasserrückhaltebeckens in Neuwürschnitz hat der Bund rund 22 Mio. Euro investiert. Zukünftig sollen im Ernstfall knapp eine Million Kubikmeter Wasser Platz im neuen Becken finden.