Hoffnung auf erfolgreiche Krebstherapien

Dresden - Pankreaskrebs gilt weiterhin als eine der aggressivsten Tumor-Erkrankungen. Dresdner Philharmonie und Uniklinikum setzen nun ein Zeichen für notwendige Unterstützung.

© Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer / André Wirsig

Nach wie vor gilt der Pankreaskrebs als eine der aggressivsten Tumorerkrankungen mit einer unterdurchschnittlichen Überlebenszeit. Doch moderne Therapiestrategien und strikt interdisziplinär ausgerichtete Versorgungszenten sorgen dafür, dass sich die Prognosen für Patienten mit einem Tumor der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) langsam aber stetig verbessern. Doch es bedarf weiterer finanzieller und ideeller Unterstützung, um das ganze Potenzial moderner Krebsmedizin und -forschung auch für die Pankreaskrebs-Patienten nutzen zu können. Um auf diese Notwendigkeiten hinzuweisen und ein Zeichen für die Verbundenheit mit den Patienten zu setzen, engagieren sich die Dresdner Philharmonie und das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden in einer ersten gemeinsamen öffentlichkeitswirksamen Aktion. Anlass ist der vom TEB e.V. (Tumore und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse) initiierte Welt-Pankreaskrebstag am 21.11. An diesem Tag wird der Kulturpalast ganz in Lila erstrahlen.

© Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer / André Wirsig

Auslöser für die nach wie vor schlechten Prognosen für Patienten mit Pankreaskrebs sind neben fehlender Früherkennungsmethoden die Aggressivität der Krebszellen. Dieser Tumor bleibt oft so lange unerkannt, bis er sich nicht mehr operieren lässt. Doch die Entscheidung für oder gegen eine Operation hängt maßgeblich von der Kompetenz des behandelnden Ärzteteams ab. Das Universitätsklinikum hat für nahezu alle Krebsarten interdisziplinäre Zentren aufgebaut, die unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) arbeiten.

„Krankenversorgung auf höchstem Niveau braucht neben hochqualifizierten und erfahrenen Teams eine verlässliche wie auskömmliche Finanzierung. Das sollte die Öffentlichkeit bei allen Fortschritten und Erfolgen nicht aus den Augen verlieren. Deshalb haben wir den Impuls des TEB e.V. mit dem Welt-Pankreaskrebstag gern aufgenommen. Um mitten in der Stadt auf das Anliegen der Patienten, aber auch der Ärzte, Wissenschaftler und Pflegenden hinzuweisen, ist es ein Glücksfall, dass uns die Dresdner Philharmonie erstmals bei einer öffentlichkeitswirksamen Aktion unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Katrin Erk, Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums.

„Spitzen-Medizin und Spitzen-Orchester sind vereint in ihrem Streben nach Exzellenz - genauso wie der Spitzensport und die Wissenschaft“, erklärt Frauke Roth, Intendantin der Dresdner Philharmonie die Kooperation. „Jeder Musiker der Dresdner Philharmonie weiß, dass wir das Bestmögliche nur im Team erreichen. Mit der Aktion am Kulturpalast strahlt am 21. November ein Licht der Verbundenheit mit der Hochleistungsmedizin.“

„Bauchspeicheldrüsenkrebs hat mein Leben von Grund auf verändert“, so Beate Müller, Bratschistin in der Dresdner Philharmonie. „Als mein Mann vor etwa einem Jahr daran erkrankte, wurde für ihn, aber auch für die ganze Familie auf einen Schlag alles anders“, erinnert sich die Musikerin. „Er hatte eine sehr gute medizinische Betreuung, unterlag aber dem Krebs. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung ist es mir ein besonderes Anliegen, dass anderen Patienten mit dieser Diagnose besser geholfen werden kann, und freue mich, dass die Spitzenforschung in Dresden schon mit großen Schritten dahin unterwegs ist!"

„Den Kampf gegen Pankreaskrebs führen nicht allein die Patienten mit ihren Angehörigen, sie kämpfen gemeinsam mit uns Ärzten, Pflegenden und Wissenschaftlern. Daher ist es wichtig, dass die immer noch schwer diagnostizierbare Krankheit in der Öffentlichkeit nicht länger tabuisiert wird, sondern wir offensiv für die Patienten und ihre Familien einstehen und für eine Behandlung in spezialisierten Zentren ebenso werben wie für eine intensivierte Forschung zur besseren Früherkennung“, sagt Prof. Jürgen Weitz. Der Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie hat deshalb mit seinem Team die Illumination der Semperoper zum Welt-Pankreaskrebstag am Donnerstag organisiert.