Hoffnung für die Hexenkinder in Nigeria

Dresden – Der Hope-Award geht in diesem Jahr an Anja Ringgren Lovén. Die dänische Entwicklungshelferin hatte 2012 eine Organisation in Nigeria gegründet, um sogenannte „Hexenkinder“ zu retten. Das sind Kinder, die beschuldigt werden, verflucht zu sein. Der Preis wird am 28. Oktober im Rahmen der 12. Hope-Gala im Dresdner Kulturpalast übergeben. 

Am 28. Oktober 2017 findet im Dresdner Kulturpalast die 12. HOPE- Gala Dresden statt, eine Benefizveranstaltung, die das Projekt „HOPE Cape Town“ im Kampf gegen HIV und AIDS in Südafrika unterstützt. Ein Höhepunkt der HOPE-Gala ist die Verleihung des HOPE Awards an Personen, die sich für ein besseres Leben der Kinder in Afrika besonders engagieren.

Er wird zum 9. Mal verliehen und geht an Anja Ringgren Lovén. Die dänische Entwicklungshelferin hatte 2012 die Organisation „DINNødhjælp“ in Nigeria gegründet, um so genannte „Hexenkindern“ zu retten. Das sind Kinder, die von ihren Müttern, der Dorfgemeinschaft und ominösen Priestern beschuldigt werden, verflucht zu sein. Sie werden nach Missernten oder einem Unglück in der Familie zum Sündenbock erklärt, aus ihren Dörfern vertrieben oder gefoltert, um ihnen die Hexerei auszutreiben. Mit ihrer Organisation setzt sich Anja Ringgren Lovén für die Rettung der Kinder und die Bekämpfung des Aberglaubens in Nigeria ein. Gemeinsam mit David Emmanuel Umem hat sie ein Kinderzentrum errichtet, wo die Kinder ein Zuhause haben, versorgt sind und medizinisch betreut werden. Jedes Kind besucht eine Schule, denn Anja Ringgren Lovén ist überzeugt: der Schlüssel im Kampf gegen den Aberglauben und Armut liegt in der Bildung. Inzwischen hat die Organisation ein Stück Land gekauft und es „Land of Hope“ genannt. Hier sind weitere Unterkünfte und Gesundheits und Bildungseinrichtungen für die „Hexenkinder“ entstanden.

Im Januar 2016 wurde die Arbeit von Anja Ringgren Lovén durch ein erschreckendes Foto weltweit bekannt. Es zeigt einen abgemagerten zweijährigen Jungen, der als „Hexer“ verflucht über Monate auf den Straßen von Nigeria obdachlos und verwahrlost ums Überleben kämpfte. Anja Ringgren hat ihn „Hope“ genannt und ihn buchstäblich vor dem Tod bewahrt. Dank ihr ist der Kleine heute ein gesundes, munteres Kind und wächst in Sicherheit auf. „Das Foto des kleinen „Hope“ hat mich tief berührt, aber auch das entschlossene Handeln von Anja Ringgren Lovén“, begründet die Initiatorin der HOPE-Gala Viola Klein die Auszeichnung mit dem HOPE-Award. „Sie lebt einen tiefen Humanismus und hat ein klares Ziel – die Hilfe zur Selbsthilfe. Fürsorge und Bildung für benachteiligte Kinder – genau das ist auch im Kinderprojekt „HOPE Cape Town“ in Südafrika ein zentraler Ansatz. Nur wenn wir die Kinder für die Zukunft stärken, können die Probleme gelöst werden.“

Der HOPE-Award ist verbunden mit einer außergewöhnlichen Skulptur, die der Dresdner Künstler Professor Ulrich Eißner in Zusammenarbeit mit der Porzellan-Manufaktur Meissen geschaffen hat. Sie trägt den Titel „Hoffnung fassen“ und symbolisiert das zukünftige Leben in Gestalt eines Embryos, der durch starke Hände geschützt wird. Der HOPE-Award wurde bereits an Persönlichkeiten verliehen wie UNO-Botschafterin Waris Dirie, die CDU-Politikerin Rita Süßmuth, und Rainer Ehlers, einem der Gründer der Deutschen AIDS-Stiftung. Der 7. HOPE Award 2015 ging an Harry Belafonte. Im letzten Jahr wurde Urs Mayer mit dem HOPE-Award geehrt.