Hohe Anfrage von Studierwilligen aus der Ukraine

Sachsen- Unter den Flüchtlingen gibt es viele junge Menschen, die zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs in der Ukraine studiert haben. Der Freistaat bietet mittlerweile verschiedene Möglichkeiten an, dass diese ihr Studium in Deutschland fortführen können. Sachsen aktuell hatte vor kurzem darüber berichtet. Nun hat das Sächsische Kabinett einen ersten Zwischenstand gegeben.

Derzeit sind in Sachsen etwa 3.150 Geflüchtete für eine Fortsetzung eines Studiums in Deutschland interessiert. Unter dieser Zahl sind laut Aussage des Sächsischen Wissenschaftsministers Sebastian Gemkow (CDU) überwiegend Frauen aus der Ukraine, zudem auch viele Drittstaatler - also nicht-gebürtige Ukrainer, die in der Ukraine studiert haben, ebenfalls durch den Krieg die Flucht antreten mussten und hierher nach Deutschland gekommen sind. Die Zahl von 3.150 Interessierten für eine Fortführung des Studiums basiert auf Interessensbekundung - damit ist sie sehr dynamisch. So ist es möglich, dass einige Personen bereits wieder ihr Interesse zurückgezogen haben, sich sogar wieder zurück in die Ukraine begeben.

Ebenfalls ist es möglich, dass die Zahl der Anfragen zu diesem Zeitpunkt deutlich angestiegen ist. Es gäbe engen Austausch mit Sachsens Hochschulen, so Gemkow. Diese übermitteln jetzt wöchentlich Zahlen an die Sächsische Staatsregierung über den aktuellen Stand der Dinge. Verschiedene Studierende sind bereits immatrikuliert und befinden sich in entsprechenden Kursen und Vorlesungen.

Sowohl Deutsch als auch Englisch sind bei den Geflüchteten ein Knackpunkt, stellt Gemkow klar. Sprachkurse werden an den Hochschulen zur Verfügung gestellt, diese sind schon jetzt stark nachgefragt. Teilweise helfen daher in etwas vereinfachter Weise sogar Studierende mit aus, Flüchtlingen die Sprache näher zu bringen. Zusätzliche Finanzpakete, um das Vorhaben zu stemmen, werden nicht auf den Weg gebracht. So gibt es bereits seit einigen Jahren das Angebot der Staatsregierung "pack-dein-studium". Auf der zugehörigen Internetseite gibt es mittlerweile einen extra Abschnitt in ukrainischer und auch russischer Sprache. Des Weiteren gibt es das ebenfalls schon bestehende Agricola-Stipendium. Dabei handelt es sich um eine Vollzeitförderung für begabte Studierende aus dem Ausland, z. B. Polen, Ungarn aber auch der Ukraine, zum Erwerb eines berufsqualifizierenden Abschlusses an einer Uni.