Hohe Zahl von Herztodesfällen in Sachsen

Die Zahl der Herztoten liegt deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Ursachen: Immer noch stirbt etwa jeder siebte Herzinfarktpatient in Sachsen, bevor er überhaupt das Krankenhaus erreicht. +++

Die Zahl der Herztoten in Sachsen ist ungewöhnlich hoch und liegt deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Diese Häufung von Todesfällen liegt nicht am ungesünderen Lebensstil der Sachsen oder an Defiziten in der Krankenhausversorgung.
Im Gegenteil: Die Häufigkeit des Herzinfarkts an sich ist in Sachsen eher gering, wirhaben modernste Krankenhäuser mit einer schnellen und sehr erfolgreichen technischen Versorgung von Herzpatienten. Statistisch gesehen gibt es sogar in Sachsen weniger Raucher als im Bundesdurchschnitt.

Warum also die vielen Todesfälle?
Immer noch stirbt etwa jeder siebte Herzinfarktpatient, bevor er überhaupt das Krankenhaus erreicht. Gründe sind längere Wartezeiten der Betroffenen, ungenügende Aufklärung und Information der Gefährdeten und längere Transportwege im ländlichen Bereich.

Gerade Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder einen Herzanfall hinter sich haben, sind in besonderer Gefahr, im Laufe der nächsten Jahre einen erneuten Herzzwischenfall zu entwickeln und müssen besonders intensiv begleitet und geschult werden. Diese Aufgabe übernimmt der Reha-Sport in Herzgruppen in Sachsen.

Reha-Sport in Herzgruppen kann vom Hausarzt auf Rezept verschrieben werden und kann auch nach einer Rehabilitationsbehandlung direkt aus der Reha-Klinik verordnet werden.
Im Reha-Sport in Herzgruppen werden Herzpatienten zum richtigen Bewegungstraining und zur Vermeidung von Risikoverhalten angeleitet. Sie lernen, im Falle von Herzbeschwerden richtig und schnell zu reagieren. Herzgruppenteilnehmer nehmen aktiver am Leben teil, sind leistungsfähiger und haben eine geringere Todeswahrscheinlichkeit im Vergleich zu Herzpatienten, die keine derartige Schulung und Begleitung erhalten.
Herzpatienten in Reha-Sportgruppen haben eine feste soziale Anbindung, sie bewegen sich besser, leben gesünder und vermindern damit ihr Risiko. Der Reha-Sport in Herzgruppen wird im Wesentlichen ehrenamtlich mit einer sehr geringen Aufwandsentschädigung von engagierten Übungsleitern und Ärzten durchgeführt. Träger des Reha-Sportes in Herzgruppen sind der Sächsische Behinderten- und Rehabilitationssportverband und der Landesverband Sachsen für Prävention und Rehabilitation von HerzKreislauf-Erkrankungen.

Während im Jahr 2001 nur 4,6 Herzgruppen für 100.000 Einwohner zur Verfügung standen, sind es inzwischen (Auswertung für 2012) 10,4 Herzgruppen. Sachsen liegt damit an der Spitze Deutschlands, auf dem 3. Platz nur hinter Berlin und Mecklenburg Vorpommern.
Quelle: Sächsischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband