Hohenstein-Ernstthal (A4): Gefahrgut-Lkw verunglückt

Am Montagmorgen wurde der Polizei bekannt, dass zwischen den Anschlussstellen Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand, Richtungsfahrbahn Dresden, der Anhänger eines Gefahrgut-Lkw umgekippt ist.

Das führte zu einer Vollsperrung der A 4 in beiden Richtungen. Zurzeit ist die Richtungsfahrbahn Gera-Chemnitz noch voll gesperrt. In Richtung Eisenach steht nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Nach dem vorläufigen Erkenntnisstand wurden mehrere Personen verletzt.

Über die Schwere der Verletzungen liegen derzeit noch keine Angaben vor. Bei dem Gefahrgut soll es sich um Ethanol und Natronlauge handeln. Feuerwehren aus der Umgebung, das THW und ein Havariekommissar sind im Einsatz.

Die Behinderungen werden voraussichtlich noch mehrere Stunden andauern. Es wird nachberichtet.

UPDATE 16.17 Uhr:

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand zum Unfallhergang ist offenbar ein technischer Defekt am Anhänger des Lkw Mercedes die Ursache dafür, dass der Lastzug nach rechts von der Fahrbahn abkam, wo der Anhänger im Straßengraben umkippte.

Insgesamt fünf mit Ethanol bzw. Natronlauge gefüllte Behälter wurden beschädigt. Es liefen  geringe Mengen des Gefahrgutes aus.  

Der 27-jährige Lkw-Fahrer sowie zwei Ersthelfer, eine Frau (24) und ein Mann (46) kamen vorsorglich wegen Reizungen der Atemwege in ein Krankenhaus. Sie konnten nach der ärztlichen Untersuchung bereits nach kurzer Zeit das Krankenhaus wieder verlassen und an die Unfallstelle zurückkehren.

Zirka 150 Insassen der unmittelbar hinter der Unfallstelle im Stau stehenden Fahrzeuge mussten diese verlassen, um Verletzungen durch das Einatmen von Dämpfen auszuschließen. Ein zwischenzeitlich für die Unterbringung der Evakuierten angefordertes Zelt musste nicht mehr errichtet werden, da Messungen der Feuerwehr gegen 9.15 Uhr ergaben, dass keine Gefahr mehr besteht. Die ausgetretenen geringen Mengen des Gefahrgutes hatten sich verflüchtigt bzw. waren durch Regenwasser verdünnt worden. Die Evakuierten konnten daraufhin in ihre Fahrzeuge zurückkehren.

Bei dem Unfall entstand ein geschätzter Schaden von mehreren zehntausend Euro.
Neben dem Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und der Polizei waren Freiwillige Feuerwehren der umliegenden Gemeinden sowie die Berufsfeuerwehr Zwickau im Einsatz, darunter auch ein Dekontaminationszug und Atemschutztrupps. Die Bergung des Ladegutes erfolgte in der Regie eines Havariekommissars.

Die Bundesautobahn 4 musste zunächst zwischen den Anschlussstellen Hohenstein-Ernsthal und Wüstenbrand in beiden Richtungen voll gesperrt werden, um den Rettungskräften die Zufahrt zu ermöglichen und die Gefährdung Unbeteiligter auszuschließen.

Gegen 9.30 Uhr konnten zwei Fahrstreifen der Richtungsfahrbahn Chemnitz-Gera wieder freigegeben werden. Der linke Fahrstreifen blieb wegen der Bergungsarbeiten auf der Gegenfahrbahn gesperrt. Seit 11 Uhr rollt der Verkehr in Richtung Thüringen wieder störungsfrei.
Gegen 10 Uhr wurde die Fahrbahn in Richtung Chemnitz auf einem Fahrstreifen kurzzeitig geöffnet, um die zwischen der Unfallstelle und Hohenstein-Ernstthal im Stau steckenden Fahrzeuge abzuleiten. Danach erfolgte die erneute Sperrung zur Durchführung der Bergungs- und Reinigungsarbeiten. Gegen 12.50 Uhr wurde der Verkehr auch in Richtung Chemnitz wieder freigegeben.

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