Hohes Engagement beim Schutz des Wolfes gefordert

Umweltminister Frank Kupfer will den Sächsischen Landesjagdverband in die Überwachung der streng geschützten Tierart Wolf einbinden. Auf dem Landesjägertag in Freital erläuterte der Minister am Samstag die Voraussetzungen, unter denen eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht in Frage kommt:

Kupfer betonte, dass sich damit am Schutz des Wolfes nichts ändere: „Der Wolf ist und bleibt eine streng geschützte Tierart. Das gilt unabhängig davon, ob die Aufnahme in das Jagdrecht erfolgt oder nicht. Bereits jetzt sind unter anderem mit Luchs, Fischotter und zahlreichen Greifvögeln Tierarten im Jagdrecht erfasst, die ganzjährig unter Schutz stehen und damit auf keinen Fall gejagt werden dürfen.“

Mit derzeit maximal 110 Tieren, darunter 35 bis 40 in Sachsen, ist die Zahl der Wölfe in der deutsch-westpolnischen Population für eine Bejagung wesentlich zu klein. Der Abschuss von Wölfen bleibe deshalb grundsätzlich ausgeschlossen. Ausnahme sei mit Genehmigung der Naturschutzbehörden die Entnahme einzelner auffälliger Tiere in Notsituationen, wie sie bereits jetzt möglich sei.

Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht sei jedoch möglich, das habe ein Rechtsgutachten im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft ergeben. „Die Entscheidung allerdings liegt bei mir. Ich knüpfe an die Aufnahme Bedingungen, auf die Jäger kommen damit in erster Linie Verpflichtungen zu. Ich bin mir sicher, dass der Landesjagdverband hier seine Verantwortung als anerkannter Naturschutzverband wahrnimmt“, so der Minister.

„So erwarte ich eine Mitwirkung am Monitoring, vor allem bei der Meldung über das Vorkommen von Wölfen, aber auch bei der Begutachtung von Wildtierrissen. Dazu gehört auch eine konstruktive Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und beteiligten Verbänden“, so Kupfer. Voraussetzung sei ein entsprechendes Fortbildungskonzept. Mindestens fünf auf diese Weise qualifizierte Jäger pro Landkreis seien erforderlich, um das bisherige Wolfsmanagement wirkungsvoll unterstützen zu können. Darüber hinaus müsse ein Teil der Mittel der Jagdabgabe für Projekte zum Schutz der Wölfe bereitgestellt werden.

„Ich bin mir bewusst, dass Überlegungen über die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht auch zu kritischen Fragen führen werden. Darüber sollten wir sachlich diskutieren. Wir haben die Chance, die Jägerschaft in die Pflicht zu nehmen und in das Monitoring einer streng geschützten Tierart wirkungsvoll einzubinden. Das ist mir die Sache wert“, so der Minister abschließend.

Quelle: Sächsisches Umweltministerium