Hutholz: Ja, er lebt noch …

Ein bewohntes Mehrfamilienhaus in der Fritz-Fritzsche-Straße wird derzeit rekonstruiert.

Das Gebäude ist eingerüstet und die Wohnungstüren mit Bauschlössern versehen. Als Bauarbeiter am 08.11.2004 morgens das Gerüst bestiegen, sahen sie durch ein Fenster in einer Wohnung in der vierten Etage einen Mann auf dem Sofa liegen. Das Gebäude dröhnte den ganzen Tag von Bohren, Hämmern und Sägen, doch gegen 14.30 Uhr lag der Mann immer noch auf seinem Sofa und rührte sich nicht. Die Bauarbeiter gingen nun davon aus, dass ihr Werkeln hätte jeden wecken müssen und nahmen an, dass sich der Mann in hilfloser Lage befindet. Sie riefen die Polizei. Mit Hilfe einer Baufirma, die die Schlüssel der Wohnungstüren verwaltet, verschafften sich die Beamten Zutritt zur Wohnung. Auf dem Sofa lag der 22-jährige Mieter der Wohnung. Er schnarchte lautstark und hatte so wohl die Baugeräusche überhört. Wie sich herausstellte, hatte der gerade eingezogene Mieter am Vorabend bis in die Nacht Einzug gefeiert und so jede Menge Schlaf nachzuholen. Auf leisen Sohlen verließen die Beamten die Wohnung wieder. Der vermeintlich Leblose schlief weiter. Ein Liedchen pfeifend setzten die Bauarbeiter ihr Tagwerk fort, beruhigt, dass dem Mann auf dem Sofa nichts geschehen war.