IceFighters bleiben in Taucha: Scharfe Kritik an Leipzig

Die IceFighters werden in Taucha, am Rand von Leipzig, sesshaft. Wie der Verein am Freitag mitteilte, plant man dort nun langfristig. +++

Als die Vereinsführung der Leipziger Kufencracks am Freitag vor die Öffentlichkeit trat, war nicht klar, welche Ankündigung gemacht werden würde. Doch schnell wurde klar – die IceFighters bleiben in Taucha. Und das langfristig. „Wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben. Die Stadt Taucha tut sehr viel für uns.“, so die Vereinsführung. Gleichzeitig übte man auch scharf Kritik an der Stadt Leipzig, die sich laut den IceFighters nicht gekümmert hatte: „Es war ein Rausschmiss ohne Alternative.“

Zur Erinnerung: Bereits 2011 sollte das Leipziger Eishockeyteam raus aus seiner Eisarena auf dem alten Messegelände. Die Hallen 1-6 sollten damals bereits für ein Möbelhaus weichen. Doch der Bau verzögerte sich, die IceFighters durften noch ein paar Monate länger in der Eishalle bleiben. Doch dann folgte das Unausweichliche: Der Verein musste seine Heimstätte verlassen. Man suchte innerhalb der Stadtgrenzen nach Alternativen. Vergeblich.

Nun sind die IceFighters bereits seit Saisonbeginn in einer Eishalle in Taucha untergebracht. Vor den Toren Leipzigs. Der rund 100.000 Euro teure Umzug wäre dabei ohne die Fans nicht zu stemmen gewesen, so der Verein.. Und die Anhänger halten ihren IceFighters auch in Taucha die Treue: „Der Zulauf ist sogar besser als in Leipzig. Wir haben im Schnitt mehr als tausend Zuschauer. Drei Spiele hintereinander waren sogar ausverkauft. Das hatten wir in Leipzig nie.“

Die Fans können ihr Team aber auch abseits der Spiele unterstützen. Bei einer Aktion kann jeder Anhänger, egal ob Privatperson oder Firma, einen Quadratmeter Eisfläche für 100 Euro „adoptieren“. Insgesamt stehen in Taucha 1.300 Quadratmeter zur Verfügung. Mit der Aktion soll der Großteil der Umzugskosten rückfinanziert werden. Jeder, der mitmacht, wird dann auf einer Großplane an der Außenfassade der Eishalle mit Namen verewigt.

Und die Zukunft sieht rosig aus. So läuft die Nachwuchs-Gewinnung super, der Verein wächst und wächst außerhalb Leipzigs. Die bisherige Saison lief sehr gut, die IceFighters spielen wahrscheinlich in den Playoffs um den Aufstieg. Ein Punkt genügt. Und dass trotz des Umzugs. „Der Kader war vor dem Sommer stärker.“, erklärte Trainer Manfred „Mannix“ Wolf. „Die Vorbereitung war durch den Umzug nach Taucha nicht optimal. Deshalb war auch die Anfangsphase der Saison nicht toll. In der letzten Zeit hatten wir viel Verletzungspech, aber haben dennoch eine große Aufholjagd gestartet. Ich bin stolz auf mein Team“, so der Coach abschließend, der langfristig in die zweite Liga will – wann ist für ihn dabei aber zweitrangig.

Die IceFighters bleiben in Taucha, wollen dort sesshaft werden. Bis 2015 hat man sogar eine Baugenehmigung für eine „feste“ Halle in Taucha. Und die muss her. Aus rechtlichen Gründen darf nur maximal zwei bis drei Jahre in dem aktuellen Provisorium gespielt werden.

Wo die neue Eisarena entstehen soll, ist aber noch nicht klar. Der bisherige Standort käme aber auch in Frage. „Wenn gebaut wird, dann muss es zweitligatauglich sein.“, so die Vereinsführung. Langfristig planen die IceFighters mit einem Zuschauerschnitt von Dreitausend und zwei Eisflächen. Wie die Finanzierung dafür aussieht, darüber schweigt man allerdings bisher. Eine Finanzspritze kommt dabei aber erstmal von der Firma Freyler, die für ein Jahr der neue Brustsponsor der IceFighters wird.

Alles in allem sieht es also gut aus für die „Leipziger“ IceFighters, die in Taucha allem Anschein nach ein neues Zuhause gefunden haben.