„Ich bin kein Fan von Privatisierung, aber ich muss zugeben, hier ist sie gelungen!“

Dresden – So Linken-Politikerin und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch zur 10-Jährigen Privatisierung der Scheune. Seit 1951 gibt es das Gebäude, auf Kriegstrümmern wurde es errichtet. Die Scheune befindet sich im Herzen der Dresdner Neustadt und war immer irgendwie Stadtteilmittelpunkt: Als FDJ-Jugendklub Martin Andersen Nexö erbaut, beherbergte sie zeitweise sogar ein Standesamt und war irgendwie immer ein kulturelles und gesellschaftliches Zentrum. Jonathan Wosch hat mit der Sommertour bei einem besonderen Jubiläum vorbeigeschaut.

Seit 10 Jahren ist die Scheune in privater Trägerschaft des scheune e.V. Der gemeinnützige Verein hat das Haus auf Erfolgskurs gebracht. Besucherzahlen haben sich verdoppelt, erfolgreiche Veranstaltungen wie der Schaubudensommer oder die Neustädter Gelichter wurden etabliert. Das traditionsträchtige Haus öffnet für jährlich mehr als 250 Veranstaltungen verschiedener Couleur dessen Türen. Die Geschicke des Vereins leitet Magnus Hecht seit dessen Gründung. Eher zufällig ist er in das Team gestolpert. Mittwochabend hatte der Verein zu einer Festveranstaltung angesichts der „erfolgreichen Privatisierung“ geladen. Hin- und hergerissen war Linken-Politikerin und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch, ob sie zur Feier der Privatisierung einer Kultureinrichtung erscheinen soll. In ihrer Rede musste sie dann aber doch eingestehen Scheune und scheune e.V. waren ein Erfolgsmodell.

Allerdings nagt der Zahn der Zeit an dem Komplex. Es sind mittlerweile nicht mehr nur brandschutzmängel, die dringend behoben werden müssen. Der Stadtrat hat im aktuellen Haushalt bereits finanzielle Mittel zur Planung der Sanierung eingestellt. Allerdings bleibt offen, wann das Haus zur Großbaustelle wird. Voraussichtlich zwei Jahre soll die Sanierung dauern. Ob die Einrichtung während der Bauzeit schließen muss, ist derzeit noch ungewiss. Magnus Hecht und sein Team erarbeiten derzeit verschiednee Konzepte, damit die Scheune keineswegs in Vergessenheit gerät.