Im Alter nur 690 Euro – Gewerkschaftsbund warnt vor Niedrigrenten in Leipzig!

Die Pläne der Bundesregierung zur weiteren Senkung des Rentenniveaus müssten dringend
verhindert werden, meint der deutsche Gewerkschaftsbund. Bernd Günther, Vorsitzender der Region Leipzig-Nordsachsen warnt vor der Niedrigrente. +++

Aktuelle Berechnungen des DGB haben ergeben, dass eine Minderung des Rentenniveaus um fast 20 Prozent bis 2030 die Folge wäre, sollten die Renten-Pläne der Bundesregierung umgesetzt werden.
 
„Um die gesetzliche Rente wieder armutsfest zu machen, müssen wir schnellstens umsteuern und auf weitere Rentenkürzungen verzichten. Wir müssen die Pläne der Bundesregierung zur Senkung des Rentenbeitrags zum Januar 2013 verhindern, weil wir das mit weiteren Rentenkürzungen bezahlen. Im Jahr 2011 lagen die Renten in Sachsen nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung im Durchschnitt bei lediglich 754 Euro. Hätten wir heute schon das geplante Rentenniveau im Jahr 2030, läge die durchschnittliche Rente im Freistaat bei nur noch rund 650 Euro“, erklärte Günther am Freitag in Leipzig.
 
Die Rentenpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung ist auf einem völlig falschen Weg, so der DGB. Trotz der bereits jetzt angespannten finanziellen Situation vieler Rentnerinnen und Rentner hält die Koalition im Bund an der Kürzung des Rentenniveaus fest.
 
Schon heute gibt es in der Stadt Leipzig etwa 4000 Menschen, die auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen sind – 22 Prozent mehr als 2006. Die Umsetzung der Rente mit 67 würde die Situation vieler künftiger Rentnerinnen und Rentner noch verschärfen, so der Gewerkschaftsbund. 

Heute sind laut Angaben des Statistischen Bundesamtes nur rund 26 Prozent der 60- bis 64-Jährigen in Leipzig sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Nach Daten, die dem DGB vorliegen, muss etwa jeder siebte Beschäftigte in Sachsen aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden, unter Hinnahme hoher Abschläge. Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt bei nur noch 577 Euro.