Im Nahverkehr herrscht Stillstand

Lokführerstreik erfasst auch Sachsen

Leipzig (dapd-lsc). Der Streik der Lokführer hat am Donnerstagmorgen auch Sachsen erfasst. Vor allem im Nahverkehr fährt seit 4.00 Uhr so gut wie keine Bahn mehr, wie ein Sprecher der Lokführergewerkschaft GDL auf dapd-Anfrage sagte. Die Streikbeteiligung liege bei 90 Prozent, in Dresden und Leipzig fahre im Regionalverkehr kein Zug mehr.

Auf den Fernstrecken verkehre lediglich der Zug aus Prag über Dresden mit einem tschechischen Lokführer. Zum Fernverkehr in Leipzig machte die GDL keine Angaben. Auch bei den Privatbahnen in Sachsen sei die Streikbeteiligung sehr hoch, sagte GDL-Sprecher Klaus-Peter Schölzke. Dort würden jedoch auch Streikbrecher eingesetzt.

Die GDL erwarte jetzt ein annehmbares Angebot der Arbeitgeber, damit aus dem Streik keine „Never-Ending-Story“ werde, sagte Schölzke weiter. „Dann sitzen wir auch wieder am Verhandlungstisch“, fügte er hinzu.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) sagte am Donnerstag in Leipzig, das Unternehmen setze im Nahverkehr zahlreiche Busse ein. Ab 10.00 werde der fahrplanmäßige Betrieb dann langsam wieder anrollen.

Am Montag hatte die GDL bekannt gegeben, dass mehr als 90 Prozent ihrer Mitglieder in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik votierten. Die Gewerkschaft kämpft für einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Lokführer, bessere Absicherung bei Berufsunfähigkeit und höhere Gehälter.

dapd