Immer Ärger mit den Großeltern – im Kunsthaus

Dresden - Goldene Zähne unbekannter Herkunft zieren ein Bild in der Ausstellung "Immer Ärger mit den Großeltern" im Kunsthaus Dresden. Sie stammen vermutlich von KZ Häftlingen aus Auschwitz. Goldene Zähne galten im Zweiten Weltkrieg als eine Art Parallelwährung und wurden den Häftlingen gestohlen. Der Künstler Ingo Vetter hatte sie von seinem Großvater geerbt, der im KZ arbeitete. Niemand konnte oder wollte damals darüber sprechen. Schließlich ließ er die Zähne einschmelzen und eine Pillendose daraus machen. Dies ist ein Konflikt der zwischen den Generationen erzählt wird. Doch es geht in der Ausstellung um viel mehr, weiß die Leiterin des Kunsthauses Dresden Christiane Mennicke-Schwarz.

Die Geschichte prägt oft das Leben der Großeltern. So auch die Geschichte dieser Frauen. Junge Mädchen waren sie während

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des Zweiten Weltkrieges. Eine Leipziger Künstlerin besuchte die heute betagten Damen und sprach mit ihnen über die Kriegszeit auf Kreta.

5000 Maulbeerbäume wurden im Kleingartenverein der Leipziger Künstlerin 1939 extra dafür angebaut.
In der Ausstellung führen weitere Spuren nach Sachsen. Margret Hoppe, ebenfalls aus Leipzig, begann 2005 den Spuren baubezogener Kunst der DDR zu folgen und landete 2012 im ehemaligen VEB Robotron. Sie fotografierte die Kunst im heute abgerissenen Leipziger Robotron-Gebäude. Einige dieser großen Wandbilder sind eingelagert. Es besteht aber die Möglichkeit, sollte das Kunsthaus Dresden in die ehemalige Robotron-Kantine Nahe des Pirnaischen Platzes einziehen, diese Werke aus dem ehemaligen Leipziger Robotron Haus in Dresden wieder aufzuhängen.

In der Schau arbeiten auch Dresdner Künstler das Erbe ihrer Großeltern auf. Lisa Maria Baier zum Beispiel zeigt im "Kasten über Ernstes Wissen, deutsch" Heimatfilmgemütlichkeit und Deutschtümelei der 40er und 50er Jahre, vermischt mit den Ideologien der Zeit.

Im Mai wird es im Kunsthaus noch eine Veranstaltung mit dem Künstler Wilhelm Klotzek geben. Er zeigt in der Ausstellung diese Videoinstallation über das architektonische Erbe.

Noch bis zum 21. Mai ist die Ausstellung "Immer Ärger mit den Großeltern" auf der Rähnitzgasse zu sehen.