Immobilienverband: Mietpreise weit unter Niveau der alten Bundesländer

Obwohl die Großstädte in Sachsen entgegen dem allgemeinem demographischen Trend teilweise Bevölkerungswachstum aufweisen, kann der Immobilienverband Deutschland Mitte-Ost derzeit keinen möglichen Wohnungsmangel erkennen. +++

Dies gilt umso mehr, da in Sachsen generell signifikanter Bevölkerungsrückgang prognostiziert wird. „Lediglich in ausgewählten Toplagen kann momentan nicht immer die wachsende Nachfrage bedient werden. Dies führe folgerichtig zu Preissteigerungen in diesem Segment“, erklärt Karl-Heinz Weiss, Regionalvorsitzender des IVD Mitte-Ost. Eine generelle Preissteigerung sieht der Immobilienexperte nicht: „Befürchtungen, dass das Wohnungsangebot in den Großstädten aufgrund des Bevölkerungswachstumes nicht mehr die Nachfrage bedienen könne, erteilen wir eine klare Absage.“

Zwar geht aus dem aktuellen Immobilienpreisspiegel hervor, dass sich Immobilien sowohl bei Eigennutzern als auch bei Kapitalanlegern wachsender Beliebtheit erfreuen und sich diese Tendenz aufgrund der Turbulenzen rund um den Euro weiter verstärken wird,  trotzdem rangiert Deutschland mit einer Eigentumsquote von rund 43 Prozent in Europa im unteren Drittel. Jedoch haben alle Großstädte in Sachsen ausreichend Leerstand, um den benötigten Wohnraum zur Verfügung zu stellen beziehungsweise verfügen über eine ausreichende Flächenreserve für Neubau. „Daran ändert auch der Abriss von zum Teil unsanierten beziehungsweise unwirtschaftlichen Wohnblöcken nichts, die gegenwärtig verantwortungsbewusst im Rahmen des erforderlichen Stadtumbaus notwendig sind“, so Weiss. vielmehr werde auf diese Weise die Wohnqualität in den Quartieren erhöht und ausreichend Raum für wichtige Neubauprojekte geschaffen, die den aktuellen Ansprüchen an Wohnraum ausreichend Rechnung tragen. Kurzfristige Betrachtungen des langlebigen Wirtschaftsgutes lösten bislang kein wohnungswirtschaftliches Problem, sondern waren stets Teil des Problems.

Für eine Betrachtung mit Augenmaß sprechen sich die Verbandsmitglieder auch beim Thema Mietpreissteigerung aus. Weiss: „In Sachsen und Sachsen-Anhalt verzeichnen die Großstädte zwar Preissteigerungen, allerdings reichen diese teilweise nicht aus, um die Immobilien wirtschaftlich zu betreiben. Zudem liegt der Mietpreis im Durchschnitt weit unter dem Niveau der alten Bundesländer.“ In der Gesamtschau bewegen sich die Spitzenmieten durchschnittlich zwischen 5,90 Euro bis zu 9,50 Euro pro Quadratmeter. „Szenen wie in westdeutschen Großstädten, bei denen sich 100 Interessenten um eine Wohnung bewerben, gibt es in Sachsen und Sachsen-Anhalt nicht. „Wir haben einen stabilen Markt“, so der IVD-Regionalvorsitzende in einer Mitteilung des Verbandes.