Impfschutz in Sachsen nimmt ab

Chemnitz – Immer mehr Menschen sprechen sich gegen das Impfen von Kindern aus – die Folge ist das Wiederaufleben von Kinderkrankheiten wie Masern und Windpocken.

Da es keine gesetzliche Meldepflicht für die Durchführung von Schutzimpfungen gibt, ist im Jahr 2015 die „Sächsische Impfdatenbank“ eingerichtet worden. In ihr sind anonymisierte Daten erfasst, die seit 2009 gesammelt wurden.

Die Datensätze werden von der Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) in Chemnitz ausgewertet und sollen der Politik wichtige Handlungsansätze bieten. Ziel ist es, aufgrund der tatsächlich durchgeführten Impfungen Rückschlüsse über das Impfverhalten in Sachsen zu ziehen. Im Fokus stehen dabei eventuell gefährdete Personengruppen und die Frage, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Laut dem aktuellen Jahresbericht der Landesuntersuchungsanstalt nimmt die Impfquote bei älteren Menschen und bei Kleinkindern kontinuierlich ab. Wenn allerdings gefährliche Infektionskrankheiten plötzlich wieder auftreten, dann besinnen sich viele Menschen wie wichtig ein wirksamer Schutz sein kann. So konnte nach einem deutschlandweiten Ausbruch der Masernfälle 2015, ein Impfanstieg in Sachsen um 75 Prozent verzeichnet werden. Besonders deutlich war der Anstieg in der Gruppe der über 13-Jährigen. Damit konnten zumindest Impflücken bei zahlreichen Jugendlichen und Erwachsenen geschlossen werden.

Neben Impfungen gegen Kinderkrankheiten wurden von der Landesuntersuchungsanstalt unter anderem auch Grippe- und Zeckenschutzimpfungen ausgewertet. Während Kinder und Jugendliche von 7 bis 18 Jahren eine gute Grundimmunisierung gegen die von Zecken übertragene FSME-Erkrankung haben, sind viele Sachsen ab 19 Jahren nicht ausreichend geschützt. Laut Jahresbericht liegt die Impfquote hier bei nur bei knapp 12 Prozent.