In Dresden weniger Unfälle durch Drogeneinfluss, mehr Fahrerfluchten

Verkehrsunfallstatistik 2010 weist vorwiegend positiven Trend auf. Nur eine Person ist bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Auch der Anteil der Radfahrer an Verkehrsunfällen ist erstmals rückläufig. +++

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Dresden ist die Zahl der Verkehrsunfälle um 0,7 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden 15.784 Verkehrsunfälle verzeichnet – 2009 waren es noch 15.894.  Insgesamt betrugen die durch Verkehrsunfälle verursachten Schäden wie im Vorjahr rund 34,5 Millionen.
Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren (2.831), ungenügender Sicherheitsabstand (2.116), nichtangepasste Geschwindigkeit (1.356) und Vorfahrtsfehler (1.313) gehören nach wie vor zu den Hauptunfallursachen auf Dresdens Straßen.

Der Anteil der Verkehrsunfälle mit Verletzten ist besonders hoch bei Vorfahrtsverstößen (2010: 402/ 2009: 420). Daher wird die Rotlichtüberwachung auch weiterhin einen Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung darstellen.

Die örtlichen Unfallschwerpunkte der Landeshauptstadt sind unverändert. Am Albertplatz verringerte sich die Zahl der Unfälle leicht auf 92 (2009: 94). Gleiches gilt für den Schlesischen Platz (2010: 97; 2009: 102) und den Rathenauplatz (2010: 63; 2009: 72).

In engem Zusammenhang mit der Verkehrsunfallentwicklung steht nicht zuletzt die Zunahme des Kraftfahrzeugbestandes in Dresden (2008: 225.588 Kfz; 2009: 230.352 Kfz; 2010: 254.170 Kfz) sowie die damit verbundene größere Verkehrsdichte.

Verunglückte

2010 kam in der Landeshauptstadt eine Person bei einem Verkehrsunfall ums Leben (2009: 5). Die Zahl der Verletzten sank auf 2.492 (2009: 2.768). Dabei gingen sowohl die Anzahl der Schwerverletzten mit 412 (2009: 476) als auch die Anzahl der Leichtverletzten mit 2.080 (2009: 2.287) deutlich zurück.
Erfreulich ist, dass in den zurückliegenden sieben Jahren kein Kind auf Dresdner Straßen ums Leben kam. 31 Kinder (2009: 34) erlitten bei Verkehrsunfällen schwere und 155 (2009: 173) leichte Verletzungen. Sie waren 59-mal als Radfahrer, 69-mal als Fußgänger und 58-mal als Mitfahrer in Personenkraftwagen an Verkehrsunfällen beteiligt.

Besonderheiten der Verkehrsunfallentwicklung

Der Anteil der Radfahrer an Verkehrsunfällen ist erstmalig rückläufig. Nachdem die Zahl der an Verkehrsunfällen beteiligten Radfahrer in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich anstieg, war sie im Jahr 2010 zum ersten Mal rückläufig.
Im vergangenen Jahr waren 1.131 Radfahrer an Unfällen beteiligt (2009: 1.280). 858 Radfahrer (2009: 906) wurden bei Verkehrsunfällen verletzt.
Polizeipräsident Dieter Hanitsch (55): „Der negative Trend in der Unfallentwicklung mit Radfahrern konnte im vergangenen Jahr gestoppt werden. Diese erfreuliche Entwicklung führen wir unter anderem auf die verstärkte Präsenz unserer Fahrradgruppe zurück.“ Bewährt hat sich die Radfahrausbildung im Grundschulbereich. Im Schuljahr 2010/2011 absolvierten 3.512 Schüler in neun Unterrichtsstunden den praktischen Teil der Radfahrausbildung. 

Verkehrsunfallentwicklung bei der Generation 65+

Im vergangenen Jahr blieb sowohl die Anzahl der Schwerverletzten, als auch die der Leichtverletzten in der Altersgruppe 65+ gleich. 80 Personen erlitten schwere und 218 leichte Verletzungen. Das Präventionsangebot der Dresdner Polizei für Verkehrsteilnehmer dieser Altersgruppe hatte auch im Jahr 2010 Bestand. Gemeinsam mit der Sächsischen Verkehrswacht Dresden e. V. fanden neben der Verkehrserziehung auch praktische Fahrsicherheitstrainings statt. Insgesamt schulten Beamte des Fachdienstes Prävention in 65 Veranstaltungen über 1.780 Senioren. 

Verkehrsunfallentwicklung bei jungen Fahrerinnen und Fahrern

Eine Person in der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren verstarb an den Folgen eines Verkehrsunfalles (2009: 1). Mit 76 Schwerverletzten ging in dieser Altersgruppe die Zahl der Schwerletzten leicht zurück (2009: 83). Die Anzahl der Leichtverletzten war mit 426 ebenfalls leicht rückläufig (2009: 463). 

Weniger Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss beteiligt waren, ist auf 257 gesunken (2009: 318). 252 und damit das Gros dieser Unfälle wurde von Personen verursacht, die unter Alkoholeinfluss standen (2009: 308).
Die Zahl der Verunglückten ging von 160 auf 114 zurück. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde eine Person bei diesen Unfällen getötet. Die Zahl der Schwerverletzten verringerte sich auf 37 (2009: 64). Ebenso ging die Anzahl der Leichtverletzten von 96 auf 76 zurück.
Die folgenlosen (ohne Verkehrsunfall) Alkohol- und Drogenfahrten stiegen auf 912 (2009: 890) an.

Anstieg der Unfallfluchten

Seit 2005 steigt die Zahl der Fahrer, welche sich unerlaubt vom Unfallort entfernten, kontinuierlich an. So entfernten sich im vergangenen Jahr 3.735 Verursacher (2009: 3.691) unerlaubt vom Unfallort. 1.272 derartige Strafverfahren (2009: 1.574) klärten die Ermittler auf. 

Verkehrsüberwachung

Im vergangenen Jahr führte die Polizeidirektion Dresden insgesamt 47.039 allgemeine Verkehrskontrollen (2009: 46.800) und 1.185 Geschwindigkeitskontrollen (2009: 1.442) durch. Bei Geschwindigkeitskontrollen überschritten 15.946 Fahrzeugführer (2009: 15.991) die zulässige Höchstgeschwindigkeit. 13.977 Überschreitungen (2009: 14.174) lagen im Verwarngeldbereich. 1.969 Fahrzeugführer (2009: 1.817) erhielten einen Bußgeldbescheid. 3.907 Fahrzeugführer (2009: 4.126) müssen sich wegen des Verstoßes gegen die Gurtpflicht, 1.507 (2009: 1.488) wegen des Verstoßes gegen das Handyverbot verantworten. Insgesamt ahndeten die Beamten der Polizeidirektion Dresden im vergangenen Jahr 64.483 Verkehrsordnungswidrigkeiten (2009: 57.573), davon 52.431 (2009: 47.062) mit einem Verwarngeld.

2009 wurde die Fahrradgruppe der Dresdner Polizei ins Leben gerufen. Die Beamten führten gezielt Kontrollen durch, um der Vielzahl festgestellter Mängel und Verstöße von Radfahrern entgegenzuwirken. Die Präsenz der Fahrradgruppe der Dresdner Polizei zeigte Wirkung. Abzulesen auch an der Zahl der geahndeten Verstöße, die von 3.088 im Jahr 2009 auf 3.636 im Jahr 2010 stieg.

Die Beamten der Polizeidirektion Dresden kontrollierten im vergangenen Jahr 1.928 (2009: 1.634) Fahrzeuge des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs. Mit 619 (2009: 552) Fahrzeugen mussten die Beamten mehr als jedes dritte kontrollierte Kraftfahrzeug beanstanden. Aufgrund größerer Mängel untersagten Verkehrspolizisten in 152 Fällen die Weiterfahrt.

Quelle: Polizeidirektion Dresden

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