In geheimer Sache unterwegs

Escape Rooms waren zumindest bis vor der Pandemie noch extrem angesagt. Die „Rätselräume“ sorgten bei Familien, Schulklassen und Freundeskreisen stets für spannende und lustige Erlebnisse. Ziel ist es meist, aus einem vorgefertigten Setting zu entkommen oder ein Geheimnis zu entschlüsseln. Diese „Escape Rooms“ gibt es an etlichen Orten in Sachsen. Alleine in Leipzig sind es sechs und in Dresden drei.

Alles andere als Sherlock Holms

Im Zuge der Corona-Pandemie mussten viele Bereiche abermals geschlossen werden. Treffen mit mehreren Personen aus unterschiedlichen Haushalten ist untersagt und der Tourismus ohnehin. Dabei hat die Situation rund um den Coronavirus ebenfalls Sachsen nach wie vor im Griff – auch wenn sich inzwischen Widerstand gegen die getroffenen Maßnahmen regt. An Rätselspaß ist da freilich wenig zu denken. Doch das „Schnüffeln“ und die „Neugier“ scheinen uns in die Wiege gelegt. So verwundert es wenig, dass viele Kinder als Traumberuf neben Tierärztin oder Fußballer, Detektiv nennen. Doch kann das mediale Bild, das Sherlock Holmes wie kaum ein anderer geprägt hat, im realen Leben mithalten?

SACHSEN FERNSEHEN war vor 2 Monaten gemeinsam mit einem echten Detektiv unterwegs und hat ihn einen ganzen Tag bei seiner Arbeit begleitet. Wie so häufig unterscheiden sich Fiktion von der Realität enorm. Denn der klassische Beruf des Detektivs ist kaum gleichzusetzen, mit seinem filmischen Pendant. Auch wenn sich die Aufgaben eines Detektivs, am Bsp. der Detektei Leipzig, die seit 1995 vor Ort ist, interessant lesen, wird doch eines schnell klar. Der Profi ist viel im wirtschaftlichen Sektor beschäftigt. So gehört zwar ebenso der private Bereich zu den Aufgaben der zertifizierten Detektive der Detektei Lentz in Leipzig – mit den filmischen Heldinnen und Helden hat das jedoch wenig gemein. Dennoch gibt es etwas, was sich die ausgebildeten Detektive mit denen aus Funk und Fernsehen teilen – die Suche nach der Wahrheit.

Markenpiraterie, Erbschaftsangelegenheiten und Personenfahndungen

Dass diese mitunter schwer verlaufen kann, ist gut nachvollziehbar. Daher ist es wichtig zu wissen, dass Detektive in Deutschland generell keine Ausbildung oder Zertifizierung benötigen. Mit etwas Eigeninitiative und etwas Geld für die Gewerbeanmeldung kann sich jeder „Detektiv“ nennen. Allerdings braucht es für die erfolgreiche Karriere in diesem Bereich durchaus eine vernünftige Ausbildung. Denn Klienten werden sich ihren Partner für geschäftliche oder private Ermittlungen genau aussuchen. Somit besteht für Berufseinsteigeinteressenten die Möglichkeit eine zweijährige Ausbildung bei der Zentralstelle für die Ausbildung im Detekteigewerbe zu machen. Anschließend darf der Titel der „Geprüften Detektivin“ oder des „Geprüften Detektiv“ getragen werden. Diese Bezeichnung ist eine anerkannte Berufsbezeichnung. Zudem ist sie Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im entsprechenden Berufsverband. Beides trägt dazu bei, dem Kunden die persönliche Qualifikation zu beweisen. So gibt es etwa den Bundesverband Deutscher Detektive, die neben der eigentlichen Ausbildung ebenfalls eine eigene Prüfung für den Beitritt voraussetzen. Damit soll eine durchgehend hohe Qualität der Mitglieder sichergestellt werden.

Das klingt so gar nicht nach dem oftmals etwas tollpatschigen, skurrilen, aber auch heldenhaften und dennoch etwas „kaputten“ Detektiv, von dem in vielen Romanen zu lesen ist oder der die Zuschauer im Film unterhält. Viel mehr erscheint das Ganze recht trocken. Und auch wenn der Job viel Abwechslung bereithält, geht es oft um Sorgerechtsverletzungen, Unterhaltsfragen, Schuldnerermittlung oder Untreue. Ebenso wirtschaftliche Aspekte wie Überprüfung des Krankheitsfalls, Anlagebetrug oder falsche Spesenkalkulationen gehören dazu. Themen also, die zwar wenig mit „Action“ zu tun haben, dafür jedoch enorm wichtig für die Betroffenen sind, um beispielsweise ihre Rechte beweismittelkräftig einfordern zu können.