In Sachsen kommen immer weniger Flüchtlinge an

Dresden – In Sachsen kommen immer weniger Flüchtlinge an. Die aktuellen Zahlen hat am Montag Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) in Dresden vorgestellt. Durch die sinkenden Zahlen stehen auch Asylunterkünfte leer, wo der Freistaat nun handelt. Einige werden nun geschlossen, sagte Dirk Diedrichs, Leiter der Stabsstelle Asyl.

Kamen zwischen Januar und November 2015 noch knapp 62.000 Flüchtlinge in den Freistaat, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres insgesamt rund 14.000. 2014 wurden in Sachsen insgesamt 11.786 Flüchtlinge registriert. Ende Oktober dieses Jahres waren in Sachsen 31.058 Asylbewerber untergebracht, Ende vergangenen Jahres waren es noch 46.076. Die Zahl der Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) wurde aufgrund dieser Entwicklung ebenfalls reduziert. Derzeit betreibt der Freistaat 20 Standorte für die Erstaufnahme mit insgesamt 5.742 Plätzen. Davon waren Ende November 1.552 belegt.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik wurde auch auf kriminell gewordene Asylsuchende eingegangen. Demnach sind von Januar bis Ende September dieses Jahres im Freistaat über 14.000 Straftaten begangen worden. Die Straftaten sind jedoch nicht angestiegen, sagte Lutz Rodig, Referatsleiter Kriminalitätsbekämpfung. Seit Jahresbeginn sind die durch Zuwanderer begangenen Straftaten von 4.698 im 1. Quartal auf 4.564 im 3. Quartal 2016 gesunken. Von Januar bis September 2016 sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik Sachsen 7.579 Zuwanderer als Tatverdächtige erfasst, durch diese wurden 14.043 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) verübt. Schwerpunkt der durch Zuwanderer verübten Straftaten ist der Diebstahl mit über 36 Prozent. Dabei steht der Ladendiebstahl im Mittelpunkt: er macht 66 Prozent aller durch Zuwanderer begangenen Diebstähle aus.

Der Freistaat Sachsen gewährt derzeit etwa 31.000 Flüchtlingen Asyl. In diesem Jahr sind bis Ende Oktober aber auch rund 3000 Asylsuchende in ihre Heimat abgeschoben worden. 2016 wurden erstmals Charterflüge nach Tunesien eingesetzt. Insgesamt gingen 6 Sammelcharter von Leipzig nach Tunis mit 84 Personen, davon 76 aus Sachsen. Der Freistaat ist bis heute das einzige Bundesland, das Sammelcharter nach Tunesien durchführt.