Inbetriebnahme des Elbe-Brücken-Informations-Systems

Auf der Radeburger Straße wird die erste von vier geplanten Verkehrsinformationstafeln des Elbe-Brücken-Informations-Systems in Betrieb genommen. Die Tafeln sollen Verkehrsteilnehmer über die aktuelle Verkehrslage auf den innerstädtischen Elbebrücken informieren +++

Im Auftrag des Straßen- und Tiefbauamtes der Landeshauptstadt Dresden wird auf der Radeburger Straße in Höhe Meinholdstraße die erste von vier geplanten Verkehrsinformationstafeln des Elbe-Brücken-Informations-Systems (EBIS) errichtet. Die sich bisher an dieser Stelle befindende allgemeine Verkehrsinformationstafel wurde abgebaut und einer anderen Nutzung zugeführt.
Die Informationstafeln des EBIS sind Bestandteil des umfassenden städtischen Verkehrsmanagementsystems und wurden im Zuge der zweiten Ausbaustufe des Verkehrsmanagementprojekts „Verkehrs-Analyse-Management-und-Optimierungs-System“ (VAMOS) in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Verkehrsinformationssysteme und Prozessautomatisierung der TU Dresden entwickelt. Das System kommt in Deutschland im innerstädtischen Bereich erstmals zum Einsatz.
Mit der bevorstehenden Inbetriebnahme der Waldschlößchenbrücke wird eine zusätzliche
Möglichkeit zur Querung der Elbe angeboten und deshalb können sich die Verkehrsströme der Landeshauptstadt Dresden wesentlich verändern. Zusätzlich ergeben sich mit einer weiteren städtischen Elbebrücke freie Kapazitäten, die optimal ausgenutzt werden sollten. Hierfür und im Hinblick auf sich ändernde Verkehrsströme bietet sich das dynamische Verkehrsinformationssystem besonders an.
Die Tafeln sollen Verkehrsteilnehmer über die aktuelle Verkehrslage auf den innerstädtischen Elbebrücken informieren und bei der Routenführung unterstützen. Das System zeigt keine konkreten Umleitungs- oder Routenempfehlungen an. Die Tafeln sind vorrangig für Verkehrsteilnehmer gedacht, die die Örtlichkeiten gut kennen.
Durch die räumliche Entfernung der Tafelstandorte zu den Elbebrücken wird eine frühzeitige Information der Verkehrsteilnehmer gesichert. Dies fördert die Verlagerung der Verkehrsströme auf auslastungsbedingt günstigere Brücken und damit die Leichtigkeit des Verkehrsablaufes.

Die Tafeln bestehen aus einer grafischen und einer textanzeigenden Komponente, die jeweils mit Leuchtdioden bestückt sind. Die Grafikanzeige bildet stark abstrahiert die Straßennetzstruktur im Bereich der Elbebrücken ab. Zur leichteren Orientierung sind die bekannten Bauwerke „Frauenkirche“ und „Blaues Wunder“ als Symbol abgebildet. Liegt im Ereignisfall eine Störung für eine oder mehrere Elbebrücken vor, wird dem Verkehrsteilnehmer über die Grafikanzeige die entsprechende Brücke rot eingefärbt angezeigt. Eine Brücke wird im Grundzustand schwarz/dunkel dargestellt, wenn der Verkehr uneingeschränkt fließen kann. Ergänzt wird die grafische Anzeige durch eine zweizeilige dynamische Textanzeige, die durch redundante Informationen zur aktuellen Verkehrslage beispielsweise die betroffene Brücke namentlich anzeigt. Diese doppelte fahrtroutenbezogene Information soll unterstützend auf die Verständlichkeit und Begreifbarkeit wirken und wurde durch die projektbegleitende verkehrspsychologische Expertise des Lehrstuhls für Verkehrspsychologie der TU Dresden empfohlen.
Mit der Inbetriebnahme der ersten Tafel des EBIS auf der Radeburger Straße beginnt auch eine dreimonatige Testphase. Während dieser Zeit muss die Plausibilität und Funktionalität des Systems unter Berücksichtigung komplexer Rückkopplungsvorgänge mit den aktuellen Verkehrsdaten, die in einem dynamischen Verkehrsmodell an der TU Dresden aufbereitet und ausgewertet werden, geprüft werden. Gleichzeitig sollen die Wirkung und Akzeptanz der Tafel beobachtet werden. Als Ergebnis des Testbetriebes sollen die gesammelten Erfahrungen in die Realisierung der weiteren drei Standorte des EBIS einfließen. Diese Tafeln werden ebenfalls in Hauptzulaufachsen der Brücken angeordnet und betreffen die Königsbrücker Straße, die Bautzner Landstraße sowie die Stübelallee.
Weitere Informationen zu EBIS sind im Internet unter www.dresden.de zu finden. Von besonderer Bedeutung ist die Meinung der Verkehrsteilnehmer zu diesem neu entwickelten Verkehrsinformationssystem. Ein dafür vorbereiteter digitaler Fragebogen steht zum Ausfüllen für Interessierte zur Meinungsäußerung bereit. Die Rückmeldungen über die Wirkung und den Nutzen der Informationstafel sollen in die Entwicklung der weiteren Standorte einfließen.
Das Vorhaben wird zu unterschiedlichen Anteilen im Rahmen des Bauvorhabens „Waldschlößchenbrücke“ durch den Freistaat Sachsen sowie durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Die Planungs- und Realisierungskosten für die erste Informationstafel des EBIS einschließlich tangierender Maßnahmen betragen etwa 250 000 Euro brutto.

Quelle: Presse Dresden