Infineon lehnt Darlehen des Freistaates zur Qimonda-Rettung ab

Wochenlang haben die Mitarbeiter von Qimonda Dresden für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze gekämpft. Heute schien da ein Happy End in Sicht. Der Freistaat Sachsen hatte sich bereit erklärt, dem Speicherchip-Hersteller mit einem millionenschweren Darlehen aus der Patsche zu helfen. Allerdings akzeptierte der Mutterkonzert Infineon die Bedingungen nicht

Eine Rettung des schwer angeschlagenen Halbleiter-Herstellers schien in greifbare Nähe gerückt . In ihrer Kabinettssitzung hatte die sächsische Staatsregierung heute beschlossen – mit einem Darlehen von 150 Millionen Euro zu helfen. Allerdings nur, wenn der Mutterkonzern Infineon seinerseits ebenfalls 150 Millionen Euro investiere.
300 Millionen Euro, diese Summe sei nötig, um das Unternehmen mit neu entwickelten und bereits angewandten Technologien international wieder konkurrenzfähig zu machen. Qimonda war Opfer des weltweiten dramatischen Preisverfalls bei Speicherchips geworden. Eine Pleite von Qimonda – das sei der Anfang vom Ende der sächsischen Halbleiterindustrie – dem vielbeschworenen und mit Milliarden subventionierten Silicon Saxony.

950 Arbeitsplätze stehen in Dresden auf dem Spiel. Nun liege es am Mutterkonzern Infineon, das Angebot anzunehmen und sich seinerseits an der Rettung von Qimonda zu beteiligen. Der Freistaat sei mit seinem Angebot bereits bis an die Grenze des Machbaren gegangen – so Finanzminister Unland. Woher man die 150 Millionen nehmen will, sei bis jetzt noch unklar.

In einer ersten Stellungnahme hat Infineon mitgeteilt, die an das Angebot geknüpften Bedingungen seien nicht erfüllbar.

Die Infineon AG habe ihrerseits bereits einen Kredit angeboten, der mit dem Verkauf eines Aktienpaketes an den Freistaat verknüpft sei. Allerdings sei man weiterhin zu Gesprächen mit der sächsischen Staatsregierung bereit.