Innenminister Ulbig nennt Details zu Tätern des Hooliganangriffs

Die rechten Randalierer, die Anfang Januar in Connewitz Scheiben einwarfen und Läden attackierten, kamen aus nahezu allen ostdeutschen Bundesländern sowie aus Bayern und Rheinland-Pfalz.

Am 11.Januar, dem ersten Jahrestag von Legida, randalierten mehr als 200 Hooligans in Leipzig Connewitz. Jetzt hat Sachsens Innenminister Markus Ulbig erstmals Details zu den Tatverdächtigen bekanntgegeben:

Die rechten Randalierer, die Anfang Januar in Connewitz Scheiben einwarfen und Läden attackierten, kamen aus nahezu allen ostdeutschen Bundesländern sowie aus Bayern und Rheinland-Pfalz. Aus Berlin, der sächsischen Schweiz, Erfurt, Halle, Leipzig und der sächsischen Landeshauptstadt Dresden waren sie angereist, um im Süden der Stadt für Unruhe zu sorgen.
Doch eines hatten vielen von ihnen gemeinsam. Denn ein Großteil der 215 Beschuldigten entstammt aus der gewaltbereiten Hooligan- und Neonaziszene. Dies bestätigte Sachsens Innenminister Makus Ulbig.

Auf eine Kleine Anfrage der sächsischen Linken-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz antwortete das sächsiche Innenministerium mit einer umfassenden Liste zu Herkunft sowie Zugehörigkeit zur Fußball- und rechtsextremen Szene.

Demnach gehören, mit 41 Randalierern, ein Fünftel der Täter der Fanszene des 1.FC Lokomotive Leipig an. Von diesen waren 16 sogar schon polizeibekannt und als sogenannte „Gewalttäter Sport“ registriert.

Weitere 16 der am 11.Januar festgenommenen Verdächtigen seien als Anhänger des Fußball-Drittligisten Dynamo Dresden einzustufen. 6 von ihnen entstammen der als rechtsextremistisch geltenden Fangruppierung „Faust des Ostens“.

Die weiteren Tatverdächtigen wurden als Anhänger von Rot-Weiß Erfurt (4), Carl Zeiss Jena (2), dem Halleschen FC (1), Chemnitzer FC (1) und RB Leipzig (1) identifiziert. Bei zwei weiteren konnte die Vereinszugehörigkeit nicht eindeutig bestimmt werden. Die weiteren 147 Personen hätten keinerlei Bezug zum Fußball, heißt es in dem Antwortschreiben.

Auf Nachfrage von Köditz ob und welchen rechtsextremistischen Gruppierungen die Beschuldigten angehören, antwortete das Innenministerium:

„Dem Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) Sachsen liegen zu 77 Personen aus Sachsen Erkenntnisse mit rechtsextremistischen Bezügen vor. Demnach gehören 17 Personen der neonationalsozialistischen Szene, 48 Personen der subkulturell geprägten rechtsextremistischen Szene und zwölf Personen rechtsextremistischen Parteien an.“

Doch aus welchen Orten stammen die Tatverdächtigen? Laut dem sächsischen Innenministerium kamen mit 68 Randalierern die meisten aus Leipzig sowie, mit jeweils 29 Verdächtigen, aus den umliegenden Landkreisen Nordsachsen und dem Leipziger Land. Danach folgen Dresden mit 28 und die Sächsische Schweiz mit 15 Beschuldigten.

Gegen alle Tatverdächtigen wird nun wegen schwerem Landfriedensbruch ermittelt. Aufgrund der geografischen Verteilung der Täter kann inzwischen von einem gezielten Vorgehen ausgegangen werden.

Am Tag der Krawalle sind in der Leipziger Wolfgang-Heinze-Straße zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch gegangen, Geschäfte zerstört worden und insgesamt mehrere zehntausend Euro Sachschaden entstanden. Zu den beschlagnahmten Tatwaffen will das Innenministerium aber keine Aussagen treffen. Die Täter waren bereits am nächsten Morgen wieder auf freiem Fuß.