Innenministerium erstellt Leitbild für Ausländerbehörden

Das Sächsische Innenministerium hat den Ausländerbehörden im Freistaat ein Leitbild erstellt. Damit werden den Mitarbeitern Ziele und Richtlinien bei der Auslegung des Ausländerrechts an die Hand gegeben.

Das Leitbild gibt vor, dass sich Ausländerbehörden nicht nur als Sicherheitsbehörden verstehen, sondern auch als Dienstleister  für ausländische Mitbürger. Zusätzlich soll das Leitbild dazu beitragen, den Zuzug qualifizierter Fachkräfte nach Sachsen zu befördern.

Innenminister Markus Ulbig: „Die Mitarbeiter sollen Ausländer kompetent beraten. Dafür sind sichere Rechtskenntnisse selbstverständlich, aber auch eine regelmäßige Schulung der interkulturellen Kompetenzen wichtig. Wir wollen die gute Zusammenarbeit mit anderen Behörden weiter ausbauen, weil Entscheidungen der Ausländerbehörden Lebensläufe prägen. Sachsen braucht Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland. Wir haben damit begonnen, eine Willkommenskultur für diejenigen zu schaffen, die mitanpacken, dass Sachsen eine führende Region in Europa bleibt.
Sachsen braucht beispielsweise den  polnischen Arzt und den vietnamesischen Ingenieur. Unseren Wohlstand werden wir langfristig aus eigener Kraft nicht halten können. Ausländische Fachkräfte nützen der Wirtschaft im Freistaat, sie schaffen neue Jobs für Einheimische und entlasten unsere Sozialsysteme.“

Der Ausländeranteil ist in Sachsen mit ca. 2,7% deutlich geringer als in Westdeutschland. Neben den EU-Bürgern sind vor allem Osteuropäer und Vietnamesen die stärksten Gruppen unter den Ausländern. Während der Anteil beispielsweise der Türken an der Bevölkerung mit 0,1% sehr gering ausfällt. Auf eine gute Integrationsprognose deutet auch der Umstand hin, dass der Anteil der Studenten unter den Ausländern in Sachsen drei Mal höher ausfällt als im Bundesschnitt.