Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Seit 1981 wird alljährlich am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. 2012 hat die sächsische Polizei 2.728 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert. +++

Seit 1981 wird alljährlich am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Anlass dazu bildet die Erinnerung an die drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik aufgrund ihres frauenpolitischen Engagements vom Militärregime nach langer Folter getötet wurden.

Innenminister Markus Ulbig: „Das größte Problem im Kampf gegen Gewalt an Frauen ist die hohe Dunkelziffer. Ich danke deshalb allen Frauen, die den Mut haben, Hilfe zu suchen. Denn erst wenn Gewalt sichtbar wird, können wir sie auch bekämpfen.“

Im Jahr 2012 hat die sächsische Polizei 2.728 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert. Das Spektrum der Tatbestände reicht von Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Bedrohung, Nötigung, Erpressung, Sexualstraftaten, Freiheitsberaubung bis hin zu versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten. Der Schwerpunkt der Straftaten liegt mit fast 66 Prozent (1.801 Fälle) bei Körperverletzungen. In sieben Fällen kam es zu vollendeten Tötungsdelikten. Unter den 2.341 registrierten Opfern von Straftaten häuslicher Gewalt waren 74,7 Prozent (1.750 Personen) weiblich. Acht von zehn Opfern waren Erwachsene.

Insgesamt erfasste die Polizei im letzten Jahr in Sachsen 2.074 Tatverdächtige, von denen 1.715 männlich und 359 weiblich waren. Etwa 90 Prozent der Tatverdächtigen sind deutsche Staatsangehörige.

Gegenüber der ersten Erhebung im Jahr 2002 hat sich die registrierte Straftatenanzahl mehr als verfünffacht. Ähnliche Zunahmen verzeichnen die Koordinierungs- und Interventionsstellen bei der proaktiven Opferarbeit.

Zur verstärkten Bekämpfung häuslicher Gewalt hat die sächsische Staatsregierung am 14. Mai 2003 den Lenkungsausschuss zur Bekämpfung häuslicher Gewalt gegründet, in dem die Staatsministerien und Nichtregierungsorganisationen geregelt zusammenarbeiten. Er ist seit 2008 ständige Arbeitsgruppe im Landespräventionsrat (LPR).

Am 6. November 2013 wurde das 10-jährige Bestehen des Lenkungsausschusses im Rahmen einer Festveranstaltung in der Dreikönigskirche in Dresden gewürdigt. Dabei konnte auch die aktuelle Fortschreibung des Landesaktionsplanes mit künftigen Schwerpunktsetzungen vorgestellt und mit Fachleuten diskutiert werden. Neben Mädchen und Frauen stehen künftig auch männliche Opfer verstärkt im Fokus der Hilfsangebote. Im Rahmen der Festveranstaltung ging der Vorsitz des Lenkungsausschusses an Dr. Bernd Thönges (Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz) über.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium des Innern