Irreführung und Täuschung – Jugendamtschef Haller verliert Doktortitel endgültig!

Die Martin-Luther-Universität in Halle hat Siegfried Haller, dem Leiter des Leipziger Jugendamts, nun endgültig seinen Doktortitel aberkannt. Die Kommission, die ihm den Titel entzogen hatte, lehnte Hallers Widerspruch nun ab. +++

Im Jahr 2003 hatte Haller seine Doktorarbeit an der Martin-Luther-Universität in Halle eingereicht. Da Haller einige Stellen aus fremden Werken übernommen hatte, ohne sie korrekt zu kennzeichnen, soll ihm der Titel wieder entzogen werden.

Auf den Entzugsbescheid vom April hin legte Haller Widerspruch ein. Er berief sich hierbei auf inhaltliche und formelle Gründe. Die Kommission der Universität Halle lehnte diesen jetzt ab. Haller verliert damit nun offiziell seinen Doktortitel.

Als letzte Instanz kann der Leipziger Jugendamtschef nun rechtliche Schritte einleiten, um das Urteil des Promotionsausschusses anzufechten.

Die Leipziger Grünen kritisieren indes schon seit Wochen das Vorgehen von Haller vor dem Hintergrund des immer noch nicht vollständig aufgeklärten Familiendramas in Gohlis. „Er muss sich entscheiden wo seine Prioritäten liegen, im Rechtsstreit um seinen Doktortitel oder in der Bearbeitung der Baustellen in seinem Ressort. Sollte ersteres wichtiger sein, ist er für sein Amt nicht mehr tragbar.“, so Jürgen Kasek, Vorstandssprecher der Leipziger Grünen.

Nicht nur der tragische Fall aus Gohlis, sondern auch die Schulbauplanung und die aktuelle KITA-Platz-Situation verlangen höchste Aufmerksamkeit und einen Amtsleiter, der sich den Problemen und Herausforderungen stellt und Lösungsvorschläge unterbreitet, so die Ansicht der Grünen.

„Herr Haller muss sich fragen lassen, ob er dem Leitungsposten des Amtes für Jugend, Familie und Bildung noch genügend Respekt erweist mit seinem Verhalten. Nicht nur sein respektloses Vorgehen gegen die Universität Halle und damit der Wissenschaft insgesamt durch das Einklagen seines Doktortitels, sondern vor allem die Nicht-Behebung der aufgetreten Probleme aus seinem Ressort lassen Zweifel an der Einstellung zu seinem Amt aufkommen. Herr Haller sollte sich nicht wichtiger nehmen als sein Amt.“, schließt Kasek seine Kritik.