Nachts kommt gern der gemeine Zahnteufel

In der Nacht mit akuten Zahnschmerzen aufzuwachen, ist ein Graus und mit dem Schlafen war es das erst einmal. Zahnarzt und Apotheke sind in den meisten Regionen geschlossen, im Zentrum größerer Städte kann man Glück haben, einen Bereitschaftsdienst oder eine geöffnete Apotheke zu finden. Was sind die Gründe für gerade die nächtlichen Zahnbeschwerden?

Zahnschmerzen in den Nachtstunden sind eine unangenehme Erfahrung

Die nächtliche Quälerei mit Zahnschmerzen ist etwas äußerst Unangenehmes und wie man so schön zu sagen pflegt, das wünscht man nicht seinem ärgsten Feind. Schlimmstenfalls bleiben Sie stundenlang wach. Bis Sie die Apotheke oder den Zahnarzt aufsuchen können, vergeht oft noch viel Zeit und hier werden Minuten zu Stunden und nun ist jeder selbst gefragt. Zum Glück gibt es Mittel, welche die Zahnschmerzen für eine kurze Zeit lindern können, bis Sie Hilfe vom Profi bekommen.

Es ist möglich, dass Sie die Zahnschmerzen nachts stärker empfinden, da Sie nicht durch das Tagesgeschehen abgelenkt werden. Im Bett ist es gemütlich warm und das schmerzende Gewebe kann sich ausdehnen. Das kann die Schmerzen tatsächlich verstärken. Wer im Bett liegt, fördert die Durchblutung und dadurch entsteht mehr Druck auf die Blutgefäße und damit auch auf die Nerven. Abends nimmt die Produktion von Cortisol ab, dem Hormon, das den Schmerz hemmt, sodass die Zahnschmerzen stärker wahrnehmbar sind. Gehen Sie auf jeden Fall zu Ihrem Zahnarzt, wenn die Zahnschmerzen nachts länger anhalten.

Auch die Psyche kann bei der Wahrnehmung von Schmerzen großen Einfluss nehmen. Am Tag sind Betroffene mit vielen Dingen abgelenkt und nehmen ihre Schmerzen weniger intensiv wahr. Wer vor allem nachts starke Zahnschmerzen verspürt, kann sich eine Weile mit einer Kühlauflage für das Kopfkissen helfen. Lagern Sie Ihren Kopf hoch.

Was sind die Ursachen für Zahnschmerzen während der Nacht?

Die Gründe für Zahnschmerzen während der Nachtstunden liegen meist an einem oder mehreren Zähnen selbst. Entzündungen oder Karies sind normalerweise sehr häufige Schmerzauslöser. Allerdings sind auch abgebrochene Zähne, Zahnfleischentzündungen oder zurückgegangenes Zahnfleisch mögliche Schmerzursachen. Diese Schmerzen sind Symptome von geschädigten und empfindlichen Zähnen. Manche Ursachen sind nicht mit den Zähnen direkt verbunden. Dazu gehört die Nasennebenhöhlenentzündung, bei der das Gebiss durch Druck belastet wird und dadurch entstehen Zahnschmerzen. Dies passiert vor allem in liegender Position.

Zähneknirschen und Stress können ebenfalls zu Zahnschmerzen führen. Gehen Sie immer zu Ihrem Zahnarzt, wenn Sie Zahnschmerzen erleiden, denn Zahnschmerzen verursachen die häufigsten Beschwerden im Mundbereich und sind äußerst unangenehm. Bei längeren anhaltenden Zahnschmerzen sollten den Sie stets bedenken, dass die Schmerzen ein Symptom einer Erkrankung sind, die behandlungsbedürftig ist.

Gründe für Zahnschmerzen:

  • Zahnfleischentzündung
  • Karies
  • Erkrankungen am Zahnhalteapparat
  • Erkältungen und Nasennebenhöhlenentzündungen: meist liegt hier keine Zahnerkrankung vor, vor allem nicht, wenn die Zahnschmerzen durch Bücken und Vornüberbeugen stärker werden
  • Alkoholkonsum und danach Zahnschmerzen: Zahnschmerzen in der Nacht nach dem Genuss von Alkohol können eine körperliche Reaktion auf diesen sein.

 

Hausapotheke bei Zahnschmerzen:

Glücklicherweise gibt es Hilfsmittel, die normalerweise jeder vorrätig hat. Die folgenden Hilfsmittel können akute, nachts auftretende Zahnschmerzen lindern:

  • Eiswürfel oder Kühlakku: Einige Eiswürfel oder den Kühlakku mit einem Tuch umwickeln und die schmerzende Stelle etwa 20 Minuten kühlen. Das fließende Blut drückt dann weniger stark und pulsierende Schmerzen werden gelindert.
  •  Kamillenteespülung: Kamillentee aufbrühen und lauwarm werden lassen. Damit mehrmals die Mundhöhle spülen. Die Kamille wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und schmerzlindernd.
  • Hilfreich sind auch Aufgüsse aus Melisse, Pfefferminze, Johanniskraut und Baldrian.
  • Teebaumöl gegen Entzündungen: Teebaumöl kann auf den Schmerzherd aufgetragen oder als Spülung genutzt werden.
  • Kauen von Gewürznelken: Gewürznelken wirken beruhigend, antibakteriell und schmerzlindernd.
  • Gurgeln mit Salzlösung: Eine Mundspülung aus etwas Salz und einem Glas warmem Wasser für ein paar Minuten verwenden.
  • Ein gutes Pflanzenöl mehrere Minuten lang durch alle Zähne ziehen. Der Mund wird gespült und schmerzende Stellen beruhigen sich.
  • Physiotherapie mit speziellen Übungen führen zu einer Entlastung der Gelenke und Muskeln. Verspannungen lösen sich. Der Zahnarzt kann Physiotherapie verschreiben. Die Kosten trägt die Krankenkasse.

Aufsuchen des Zahnarztnotdienstes

Falls Sie die Zahnschmerzen nicht länger aushalten, kontaktieren Sie den Zahnarztnotdienst oder suchen Sie diesen auf. Sie finden üblicherweise online einen Bereitschaftszahnarzt für die Nacht in Ihrer Region, den Sie aufsuchen können. Der Notdienst übernimmt vor allem die Schmerzbehandlung. Weitere Eingriffe übernimmt Ihr Zahnarzt am Folgetag. Alternativ übernimmt dies auch die reguläre Notfall- oder Unfallaufnahme im nächsten Krankenhaus, auch wenn da in der Regel nachts kein Zahnarzt Dienst hat, im schlimmsten Fall wissen sie aber, welcher Zahnarzt Bereitschaftsdienst hat und den holen sich die Notfallmediziner dann schon ran.

Immer den Zahnarzt aufsuchen, wenn Zahnschmerzen auftreten

Wenn nachts Zahnschmerzen auftreten, sollten Sie diese ernst nehmen. Selbst wirksame Hausmittel lindern lediglich Ihre Symptome. Die zugrundeliegende Ursache wird nicht behandelt. Das kann ausschließlich ihr Zahnarzt. Suchen Sie ihn immer am Folgetag auf, wenn Sie nachts unter Zahnschmerzen gelitten haben. Zahnschmerzen, die durch Gebisserkrankungen verursacht werden, können Sie vorbeugen, wenn Sie jeden Tag eine gründliche Mundhygiene einhalten und jährlich zur zahnärztlichen Kontrolle gehen. Ihr Zahnarzt kann Entzündungen oder Karies bereits vor dem Eintreten von Zahnschmerzen entdecken und behandeln. So schlafen Sie nachts ruhig.