Jetzt äußert sich das Leipziger Umweltamt: Kulkwitzer See unterliegt regelmäßiger Überwachung

Der NABU meldete am Dienstag Alarmierendes vom Kulkwitzer See. Nun äußert sich das städtische Umweltamt zu den Vorwürfen. Lesen Sie bei LEIPZIG FERNSEHEN Online die Klarstellungen des Leipziger Umweltamtes zu den Vorwürfen, dass die gewässerökologischen Verhältnisse am Kulkwitzer See schwer gestört seien:

Seitdem die Stadt Leipzig mit der Eingemeindung von Lausen und Miltitz für einen Teil des Kulkwitzer Sees zuständig geworden ist, hat sich der Zustand des Erholungsgebietes um den Kulkwitzer See verbessert und das Gewässer wird regelmäßig überwacht. Hieran sind mehrere Behörden der Stadt und der Landesverwaltung beteiligt.

Der Kulkwitzer See unterliegt einer regelmäßigen Überwachung. Die Gewässerqualität wird regelmäßig vom Landesamt für Umwelt und Geologie kontrolliert, die Badegewässerqualität wird von den Gesundheitsämtern der Stadt Leipzig und des Landkreises Leipzig überwacht. Dabei werden zahlreiche Daten über den Seeköper in seiner gesamten Breite und Tiefe erhoben.

An zwei Beprobungsstellen im See (sogenanntes Nord- und Südbecken) werden in jeweils 0,5 m Abständen von der Oberfläche bis an den Seegrund die Parameter Sauerstoffgehalt, Sauerstoffsättigung, elektrische Leitfähigkeit, pH-Wert und Temperatur gemessen. Zusätzlich werden andere chemische Parameter, wie z. B. Chlorid, Sulfat, Ammonium, Nitrat und Nitrit analysiert. Die Sichttiefe im Gewässer, von der Oberfläche aus gemessen, lag in den Jahren 2007 und 2008 – abhängig von der Jahreszeit – bei 8 bis 14 m (jahreszeitlich abhängig) im Jahre 2009 bei 6 bis 12 m und bestätigt damit die Einstufung als oligotrophes, d. h. nährstoffarmes Gewässer.

Bisher gab es auf der Grundlage der Daten keinen Anlass, von einer extremen Verschlechterung auszugehen. Die aktuell vorliegenden Daten von Beprobungen des Landesamtes für Umwelt und Geologie und des Gesundheitsamtes der Stadt Leipzig können nach einer Auswertung durch die Fachleute von jedermann kostenlos eingesehen werden (http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/wasser/1379.htm). Die Datenlage ist transparent, jedermann kann sich von der Einhaltung der Parameter der Badewasserqualität überzeugen.

Die Probenahme vom Donnerstag zur mikroskopischen Beurteilung zeigte weder Trübung noch auffälligen Geruch nach Blaualgen. Bei allen Wasserproben (inklusive Sichttiefe) der Jahre 2008 und 2009 an den Badestellen im Zuständigkeitsbereich der Stadt Leipzig gab es keine Beanstandungen gemäß Sächsischer Badegewässerverordnung.

Seen unterliegen prinzipiell wie alle Ökosysteme einer Entwicklung, hier Seenalterung. Besonders deutlich kann die Sukzession an neu erschlossenen Kiesgruben oder Tagebaurestgewässern beobachtet werden. Ursachen für diese Seenalterung sind sowohl die natürliche, als auch (und gerade bei stark genutzten Gewässern) die vom Menschen beeinflusste Nährstoffanreicherung (Eutrophierung) und Verlandung. Alle Bürger sind gefragt, diesen Prozess nicht zusätzlich zu beschleunigen. Über ein umweltgerechtes Verhalten am und im Gewässer wird regelmäßig durch die Fachbehörden berichtet und informiert.

Quelle: Stadt Leipzig