Jubiläum in einer Bauruine: Ostrale bangt um Zukunft

In diesem Jahr feiert die Dresdner Ausstellung für zeitgenössische Kunst bereits ihre 10. Ausgabe. Doch droht die Jubiläums-Ostrale auch Abschieds-Ostrale zu werden.

Kunst und Kultur in Dresden – das sind unter anderem Canaletto Blick, Gemäldegalerie Alte Meister oder auch die städtischen Museen. Doch verfügt die Stadt eben auch über eine riesige Szene für moderne Künste.

Jährlich im Herbst versammeln sich bei der Ostrale internationale zeitgenössische Künstler im historischen, denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Schlachthofgeländes im Ostragehege. 

Es ist eine verzwickte Lage, mit der sich Ostrale-Chefin Andrea Hilger konfrontiert sieht. Mit der Ausstellung hat sie in den vergangenen zehn Jahren ein immer erfolgreicheres Kunstfestival etabliert, finanzkräftige Förderer und Sponsoren im Rücken und gute Kontakte zur internationalen zeitgenössischen Kunstszene. Und doch muss sie hilflos mit ansehen, wie ihre internationale Ausstellung im Dresdner Ostragehege zum zehnten Jubiläum, angesichts riesiger Risse in den Wänden, bröckelndem Putz und zusätzlich schädigender Feuchtigkeit einem Ende entgegen zu gehen droht.

Rund 3 Millionen Euro veranschlagt die Ostrale für die gesamte Sanierung der denkmalgeschützten historischen Futterställe. Darin enthalten sind statische Erhaltung, die Reparatur der Außenhülle sowie die Modernisierung von Infrastruktur, wie Wasser und Strom.

Untergrundanalyse und Baugutachten haben die Organisatoren selbst in Auftrag gegeben und gemeinsam mit der städtischen Tochterfirma Stesad ein Sanierungskonzept entwickelt.

Es hat sogar Überlegungen gegeben, die Sanierungskosten über Sponsoren und Fördergelder selbst zu tragen. Allerdings befindet sich der Gebäudekomplex im Besitz der Stadt Dresden; Fördergelder kann die Ostrale deshalb nicht selbst beantragen und muss auf die Initiative der Landeshauptstadt warten.

Etwa 500.000 Euro hat die Ostrale bisher selbst in Ausbau und Instandhaltung des Gebäudes investiert. Doch laufen die Kosten immer mehr aus dem Ruder: Freiliegende Stromleitungen müssten unterm Putz neu verlegt, Fenster und vor allem auch Türen für die Sicherheit ausgetauscht und alljährlich müssen neue Wände aufgestellt werden, um die Kunst vor rieselndem Putz zu schützen. Das Gelände ist kaum noch für eine Ausstellung nutzbar.

Nach der zehnten Ausgabe wäre nach derzeitigem Stand Schluss mit der Ostrale im Ostragehege. Aktuell läuft die Bewerbungsphase für die Künstler, die ihre Werke im Rahmen der Jubiläumsausgabe präsentieren wollen. Am Donnerstag fallen hierzu erste Jury-Entscheidungen.

Für zukünftige Ostrale-Ausgaben hat das Team um Andrea Hilger viele Visionen. Ostrale, so die Leiterin, könne es jedoch überall geben.

So muss sich die Stadt entscheiden: Möchte sie Stadt der Klassischen Künste bleiben oder auch in Zukunft ihren zeitgenössischen Künstlern im Ostragehege eine Plattform bieten.

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