Junge Frau gesteht Babytötung

Es gibt immer wieder Verbrechen, die uns sprach- und fassungslos machen.

Im Februar erschütterte ein Fall von Kindstötung unsere Stadt. Beamte hatten im Zuge der Fahndung nach der Mutter der Babyleiche in Schwarzenberg eine damals 18-Jährige aus Niederwürschnitz verhaftet. Sie hatte gestanden ihr Neugeborenes getötet zu haben.

Am Montag war Prozessauftakt vor dem Landgericht Chemnitz.

Montagmorgen, 09.00 Uhr, Landgericht Chemnitz, Die Angeklagte Madeline M. verbirgt ihr Gesicht. Mit großem Medienaufgebot beginnt der Prozess wegen Kindstötung gegen die junge Frau aus Niederwürschnitz.

Der 19-Jährigen wird vorgeworfen, ihr am 4. Januar dieses Jahres geborenes Kind nach der Geburt erstickt zu haben. Danach versteckte sie den Leichnam über einen Monat lang in einem Rucksack in der Küche der Wohnung ihres Freundes und Ziehvaters.

Die Angeklagte hatte bereits im Vorfeld die Tat gestanden und blieb auch vor Gericht bei ihrer Version, dass niemand in ihrem Umfeld von der Schwangerschaft wusste.

Interview: Stephan Butzkies – Staatsanwaltschaft Chemnitz

Unklar ist weiterhin, warum niemand ihre Schwangerschaft oder den toten Säugling in der Wohnung bemerkt hat. Außerdem soll sich die Angeklagte sogar kurzzeitig Gedanken über eine Adoption gemacht haben, dies dann aber wieder verdrängt.

Als Motiv für die Tat werden von der Verteidigung die schwierige Kindheit der Angeklagten und ihre Angst, sowohl Lehre als auch ihren Freund zu verlieren, angegeben.

Interview: Ute Berger – Verteidigerin

Der Angeklagten drohen 10 bis 15 Jahre Haft. Doch zunächst muss geklärt werden, ob in diesem Fall Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt.

Interview: Ute Berger – Verteidigerin

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Mit einem Urteil ist nicht vor kommender Woche zu rechnen.