Kaditzer Kleingärtner fürchten LKW-Trasse

Die Kleingärtner einer Kaditzer Gartensparte sind aufgebracht. Grund: Die Stadt Radebeul möchte seine Ortskerne mit einer LKW-Trasse entlasten. Hunderte Schrebergärten in Dresden-Kaditz könnten der Umgehungsstraße zum Opfer fallen. +++

Eine Gartensparte in Dresden-Kaditz. Über 300 Parzellen bieten den Kleingärtnern hier eine grüne Oase am Rande der Stadt. Saftige Tomaten, Reife Äpfel und viel Wildwuchs – ein Ort der Erholung, ohne Zweifel. Doch damit könnte bald Schluss sein. 

Eine Straße, mitten durch diese Gärten? Wer würde nur auf so eine Idee kommen? Die Stadt Radebeul! Das hat Heinz Kasper jedenfalls in der Zeitung gelesen. Zusammen mit seinen Kollegen, allesamt Vorsitzende der ansässigen Kleingartenvereine, will er nun mit allen Mitteln verhindern, dass durch seinen Garten bald die Brummis rollen. Derzeit rollen die nämlich noch durch die historischen Dorfkerne von Radebeul – mehrere tausend sollen es täglich sein, wie hier in Altserkowitz. Doch das soll sich bald ändern, Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche will den Wirtschaftsverkehr am Stadtrand von der A4 auf die Meißner Straße leiten – das Problem: die Hälfte der Strecke ist auf Dresdner Flur.

O-Ton Bert Wendsche, Oberbürgermeister Radebeul

Die Kleingärten jedenfalls stünden einer Direktverbindung von der Emilienstraße zur Kötzschenbrodaer Straße ganz klar im Weg – zumindest ein Teil der Gartenfreunde müsste umsiedeln.

O-Ton Heinz Kasper, Vorsitzender Kleingartenverein Alte Elbe, im Video

Doch soweit ist es ja noch nicht. Bisher, so der Oberbürgermeister von Radebeul, habe noch niemand die Absicht eine Trasse zu errichten.

Bei der Stadtverwaltung Dresden wollte sich dazu bisher noch niemand äußern. Der Kleingartenbeirat fordert bis November eine offizielle Stellungnahme und hofft auf weitere Gespräche.

O-Ton Jens Genschmar, Mitglied Kleingartenbeirat, im Video

Den ersten Spatenstich jedenfalls gibt es erst, wenn sich beide Städte einig sind. Bis dahin wird weiter gekämpft – denn für LKW scheint auf dieser Welt nirgendwo richtig Platz zu sein.

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