Kahlschlag auf Leipzigs Deichen: Landestalsperrenverwaltung plant weitere Abholzungen

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen beginnt in den kommenden Tagen mit der Entfernung von Bäumen auf Deichen im Stadtgebiet und Umland von Leipzig. Entlang der insgesamt 60 Kilometer Deiche werden nur dort Bäume gefällt, wo beim Bruch des Deiches eine Gefährdung für die Bevölkerung besteht.

„Damit bereiten wir uns schon jetzt auf ein kommendes Hochwasser in Leipzig vor. Wir wollen so die gefährdeten Leipziger Stadtteile besser vor Hochwasser schützen“, sagte der Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung Dr. Hans-Ulrich Sieber.

Während des Januarhochwassers 2011 wurden die Deiche an den Gewässern im Stadtgebiet Leipzig und im Umland der Stadt stark beansprucht. Einzelne Schwachstellen an den Deichen mussten provisorisch gesichert werden. Jedoch gefährdeten vor allem Bäume die Standsicherheit der aufgeweichten Deiche.

Es zeigte sich außerdem, dass die in vielen Bereichen nicht vorhandenen Deichwege ein schnelles Handeln enorm erschwerten. Nur mit hohem Personal- und Materialeinsatz war es möglich, Schwachstellen am Deich zu sichern. Wie sich in den letzten Tagen gezeigt hat, kann im Wurzelbereich von Bäumen verstärkt Sickerwasser durch den Deich strömen. Umstürzende Bäume können mit ihren Wurzelballen große Krater in den Deich reißen. Damit geht die Standsicherheit der Deiche verloren.

Die geplanten Fällungen wurden mit den Naturschutzbehörden abgestimmt. Die Landestalsperrenverwaltung sichert eine ökologische Baubegleitung zu. Als naturschutzrechtlicher Ausgleich sind Projekte der Wiedervernässung und Reaktivierung der nördlichen Aue in Leipzig angedacht.

Quelle: Landestalsperrenverwaltung Sachsen