Kalte Kunst im Grassi

Leipzig – Während draußen die Sonne scheint und die Leipziger höchstens mit Eis in Berührung kommen, wenn es in einer Waffel liegt, wird es frostig im Grassi Museum.

Tapio Wirkalla das finnische Kunstschwergewicht, hält Einzug mit seinen Figuren und Skulpturen aus Glas und Silber. Seit Beginn der Woche können Interessierte sich von dem künstlerischen Schaffen des Vorreiters der skandinavischen Moderne überzeugen.

Für diejenigen, die in der finnischen Kunstszene noch nicht so bewandert sind, erklärt der Direktor des Museums Dr. Olaf Thormann die Bedeutung Wirkallas wie folgt:

Vor allem die Umgebung, in der Wirkalla lebte, hatte einen starken Einfluss auf sein Werk. Dies ist etwa erkennbar in der Gestaltung der Vasen, die an Eistrukturen erinnern und Namen tragen wie „Eisberg“ oder „Nordlichter“.

Zudem beschäftigte sich der Künstler auch mit Alltagsgegenständen. So finden sich bspw. eine Bestecksammlung oder verschieden verarbeitete Messer in den Vitrinenschlangen wieder.

Die Naturverbundenheit des Künstlers spiegelt sich in jedem einzelnen seiner rund 250 Unikate wieder, die das Grassi Museum vorstellt.

Am Rande der Wirkalla-Austellung findet zusätzlich eine weitere statt, die den Freundeskreis der Kulturstätte ehrt. Dieser Kreis setzt sich aus einer Vielzahl an Personen zusammen, die einzelne Objekte stifteten oder finanziell aushalfen. Anlass für die Ausstellung ist das 25-jährige Bestehen, da trotz langer Tradition die Verbindungen zwischen dem Freundeskreis und dem Museum in der Nachkriegszeit für viele Jahrzehnte aussetzte.

Wer jetzt Eis geleckt hat und mehr sehen will von der skandinavischen Moderne, kann bis Anfang Oktober finnisches Flair in Leipzig erleben.