Kaltes Sachsen: So bleibt die Winterbekleidung lange erhalten

Weihnachten ist um, Silvester auch. Die kalte Jahreszeit sollte sich so langsam eigentlich dem Ende neigen – eigentlich! Stattdessen befassen wir uns in Sachsen nun mit der Frage, ob wir im Februar noch Rodeln können. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und weiter frostige Nächte stehen vor der Tür. Höchste Zeit also bereits verstaute Winterschuhe und -Mäntel nochmals hervorzukramen. Doch damit die Winterkleidung lange gut erhalten bleibt, benötigt sie die richtige Pflege. Wer dem nachkommt, der hat noch lange Freude an seinen Lieblingsstücken. Hier unsere Tipps dazu. 

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1. Wintermantel richtig säubern

Die meisten Menschen verstauen ihre Wintermäntel vom Frühjahr bis zum Herbst in Kisten, auf dem Speicher, in Plastiksäcken oder in trockenen Kellern. Erst wenn der Winter vor der Tür steht, wandern die Mäntel wieder aus ihrem Versteck an die Garderobe. Doch bevor sie das tun, gilt es sie von Staub und Schmutz zu befreien. Dabei gilt es einiges zu beachten:

  • So wenig wie möglich waschen! Unabhängig davon, ob man den Wintermantel in der eigenen Waschmaschine wäscht oder bei einer professionellen Reinigung abgibt, in beiden Fällen werden in der Regel Chemikalien verwendet, die nicht gut für die Stoffe sind. Zudem wird durch jeden Waschgang die Abnutzung der Materialien verstärkt, vor allem dann, wenn das Innenfutter aus einem anderen Stoff besteht als das Obermaterial. Bei einem geringen und mittleren Verschmutzungsgrad sollte man daher besser selbst Hand anlegen. Zuerst entfernt man mittels einer Bürste Staub und Dreck, für kleinere Fusseln empfiehlt sich der Einsatz einer Fusselrolle. Anschließend hängt man den Mantel zum Auslüften auf den Balkon, auf die Terrasse oder ins feuchte Badezimmer. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, sollte man den Mantel bei einer Reinigung zur Trockenreinigung abgeben.
  • Mäntel aus Schurwolle sind vergleichsweise pflegeleicht und können daher in der eigenen Waschmaschine gewaschen werden, es sei denn, das Etikett besagt ausdrücklich etwas anderes. Ist dies nicht der Fall, stellt man den Wollwaschgang ein und verwendet ein Wollwaschmittel.
  • Mäntel aus Loden, Kaschmir oder reiner Wolle bedürfen in einer besonders schonenden Reinigung von Hand. Zuerst werden die schmutzigen Stellen mit lauwarmen Wasser, dem zuvor ein geeignetes Waschmittel beigefügt wurde, eingefeuchtet. Anschließend wird der Stoff sorgfältig mit kaltem Wasser ausgespült und ausgedrückt. Beim Ausdrücken sollte man darauf achten, nicht zu viel Druck auszuüben, ansonsten droht eine Beschädigung der Stoffstruktur, was das Verfilzen begünstigt. Bei Wolle gilt der Leitsatz: Je reiner die Wolle, desto eher muss sie von Hand gewaschen werden.
  • Daunenjacken reagieren äußerst empfindlich auf Weichspüler, deren Beigabe in die Wäsche dazu führen kann, dass die Daunen verklumpen und damit Tragekomfort und Wärmepolsterung abnehmen. Daher sollte man hier auf den Einsatz eines Weichspülers gänzlich verzichten. Die Hinzugabe von mindestens zwei Tennisbällen in die Wäsche, sorgt dafür, dass die Daunen schön weich bleiben.    
  • Gegen hartnäckige Flecken auf Wollmänteln helfen Hausmittel. So kann man auf Kaffeeflecken mit weißem Essig leicht auftragen und danach mit einem trockenen Tuch wieder abtupfen.
  • Wasser hat an Leder nichts verloren, denn das Wasser kann zur Bildung von Flecken führen. Wildleder sollte daher immer gebürstet, Glattleder leicht abgerieben werden.

2. Tägliche Mantel-Pflege

Wer sich ein paar Minuten Zeit nimmt, um seinen Mantel nach dem Gebrauch abzubürsten und diesen in regelmäßigen Abständen auslüftet, der verlängert dessen Leben um viele Jahre.  Vor allem bei Mänteln aus Wolle empfiehlt sich das Benutzen einer Fusselbürste, die schonend und zugleich effizient den Staub und Schmutz, der sich in den Fasern abgelagert hat, entfernt. Zusätzlich kann man mit einem feuchten Tuch größere Verschmutzungen vorsichtig abtupfen.

3. Lederjacken, Regenjacken, Skihosen und -Anzüge regelmäßig imprägnieren

Regenjacken, Skihosen und -Anzüge sind vorwiegend aus künstlichen Textilien und können daher in der Waschmaschine gewaschen werden. Die Schutzfunktion vor Nässe kann jedoch im Laufe der Jahre abnehmen, wogegen nur regelmäßiges Imprägnieren hilft. Dafür kann man entweder Imprägniermittel in die Waschmaschine hinzugeben oder mittels eines Sprays auftragen. Zweitere Methode hat den Vorteil, dass nur die Außenseite versiegelt wird, die Atmungsaktivität des Inneren jedoch erhalten bleibt. 

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Vielleicht das wichtigste Gut in der Winterzeit: Die Regenjacke. Entsprechend pfleglich sollte man dieses Kleidungsstück behandeln.

Auch Lederjacken sollten regelmäßig imprägniert werden. Die Imprägnierung sollte dabei behutsam aufgetragen werden, schließlich soll die Atmungsaktivität erhalten bleiben. Während Lederjacken mit offenen Poren eine Ledermilchemulsion erhalten, werden jene mit geschlossenen Poren mit Bienenwachs imprägniert. In beiden Fällen wird die Schutzschicht mit einem Tuch oder einem Schwamm aufgetragen. Jacken aus Rauledern werden aufgrund ihrer empfindlichen Oberflächenstruktur ausschließlich mit einem Spray imprägniert. 

4. Winterjacken richtig aufhängen

Unabhängig vom Material: Ist eine Jacke draußen feucht geworden, sei es durch Schnee oder Regen, sollte man diese zu Hause an einen Kleiderbügel hängen und trocknen lassen. Wer dagegen die Jacke lediglich neben andere feuchte Jacken an den Kleiderhaken hängt, riskiert, dass es zu unangenehmen Gerüchen oder gar zur Bildung von Schimmel kommt. Jacken sollten grundsätzlich nicht direkt vor der Heizung getrocknet werden, da der rasche Wechsel von kalten zu heißen Temperaturen und von Feuchtigkeit zu Trockenheit die Materialien brüchig werden lässt.   

5. Winterkleidung clever einlagern

Nach dem Winter ist vor dem Winter. Damit die Kleidung auch im nächsten Winter in gutem Zustand ist, sollte man sie im Frühjahr ein letztes Mal reinigen bevor man sie einlagert. Anschließend sollte man die Winterkleidung möglichst luftdicht einpacken, ansonsten droht ein Befall mit Motten. Zusätzlich kann man Mottensäckchen hinzugeben.

6. Winterschuhe richtig trocknen

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Feuchtigkeit und Kälte an den Füßen wird wohl den Wenigsten gefallen. Trocknet man seine Schuhe richtig, verlängert sich auch die Lebensdauer entsprechend.

Sind die Schuhe durch Schnee oder Regen nass geworden, kann man sie einfach mit Zeitungspapier ausstopfen, denn dieses zieht die Feuchtigkeit an. Hat sich das Papier vollgesogen, tauscht man es aus. Ansonsten verbleibt die Feuchtigkeit im Schuh. Alternativ kann man auch jeden Schuh mit einem Beutel Reis ausstopfen, der Trocknungseffekt ist ähnlich effektiv.

7. Imprägnierung der Lederstiefel

Lederschuhe müssen imprägniert werden damit sie Wasser abweisen und man lange Freude an ihnen hat. Doch eine Imprägnierung hält nicht ewig, daher sollte sie regelmäßig durchgeführt werden. Generell empfiehlt sich die Verwendung von Imprägnierspray, welches sich besonders leicht und gleichmäßig auf das Leder auftragen lässt. Aufgrund gesundheitlicher Gefahren, sollte man das Spray jedoch immer nur im Freien verwenden. Glattlederschuhe lassen sich auch gut mit Lederfett und Lederöl imprägnieren, beides erhöht zudem den Glanz. 

8. Schneeränder mit Hausmitteln entfernen

Werden unzureichend imprägnierte Lederschuhe durch Regen oder Schnee nass, bilden sich häufig weiße Ränder. Die weitverbreitete Annahme, es handele sich dabei um Streusalzränder, ist jedoch falsch. Die Bildung der Ränder geht auf die chemische Reaktion der Gerbstoffe auf die Nässe zurück. Doch wie bekommt man die Ränder wieder weg? Indem man eine aufgeschnittene Zwiebel, Kartoffel oder Zitrone darüber reibt.

9. Der richtige Schuh zur richtigen Zeit

Wer eine Schneewanderung macht, der sollte wasserdichte Schneeboots tragen und wer bei Regen im Garten arbeitet, der greift besser auf Regenstiefel zurück. Auf der Arbeit sollten die Schuhe wiederum schicker sein und auch im Büro getragen werden können, ohne dass man befürchten muss, Schweißfüße zu bekommen. Man sollte also für jeden Anlass die entsprechende Wahl treffen, das erhöht nämlich auch die Lebensdauer von Schuhe.

10. Schuhe schonen!

Auch bei Winterschuhen gilt die Devise: Immer einen Schuhanzieher und einen Schuhspanner verwenden. Durch die Verwendung eines Schuhanziehers wird das Material geschont, vor allem Knicke werden vermieden und eine Verformung der Ferse bzw. der Innensohle.  Schuhspanner aus Holz nehmen nicht nur die Feuchtigkeit auf, sondern wirken auch der Bildung von Dellen entgegen und erhalten die Formgebung. Auch das Pflegen der Füße trägt zum Erhalt der Schuhe bei. Denn sind die Fußnägel zu lang, werden die Socken und in der Folge auch die Schuhe beschädigt. Das Wichtigste zum Schluss: Man sollte auch im Winter jeden Tag ein anderes Paar Schuhe anziehen, denn es dauert, bis die Feuchtigkeit den Schuhen entweicht. Außerdem sorgt der tägliche Schuhwechsel für eine unterschiedliche Beanspruchung der Füße und garantiert ein langes Schuhleben.  

 

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