Kamal-Prozess: 500 Menschen demonstrierten gegen die Justiz

Im Vorfeld des am Freitag startenden Verfahrens gegen die beiden mutmaßlichen Mörder der im Oktober 2010 getöteten Irakers Kamal K. zogen am Pfingstmontag rund 500 Demonstranten von Connewitz aus bis zum Leipziger Hauptbahnhof. +++

Hintergrund: In der Anklageschrift gegen die mutmaßlichen Täter Daniel K. und Marcus E. ist keine Rede von Fremdenfeindlichkeit als mögliches Tatmotiv. Linke Gruppen in Leipzig sind schockiert. Ihr Vorwurf gegen die Justiz sei, den Mord an einem Migranten zu verharmlosen.

Einige Tage zuvor hatte der Staatsanwalt noch einen rechtsradikalen Tathintergrund nicht ausgeschlossen. Jetzt ist die Anklage allerdings davon überzeugt, dass Fremdenfeindlichkeit als mögliches Motiv nicht zu erkennen sei.

Die Mutter des getöteten Kamal brach während der Demonstration zusammen, als die 500 Protestler das Gebäude der Leipziger Staatsanwaltschaft passierten.