Kampf dem Krach: Sächsische Kommunen erstellen „Lärmaktionsplan“

Unter der Leitung von Umweltminister Frank Kupfer müssen ab sofort 221 sächsische Kommunen Maßnahmen erarbeiten, mit denen die Belastung der Bevölkerung durch Verkehrslärm reduziert werden kann. +++

„Dafür liegen erstmals wichtige Voraussetzungen vor.“, sagte der Minister. „Und zwar in Form von Lärmkarten, die klare Aussagen zur Belastungssituation für ganz Sachsen erlauben. Damit haben wir jetzt ein wichtiges Werkzeug zur Bewältigung des Verkehrslärms zur Verfügung.“

In den vergangenen fünf Jahren sind in Sachsen für die Ballungsräume Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie für weitere 1 540 Kilometer Hauptverkehrsstraßen Lärmkarten erstellt und die Anzahl der vom Lärm betroffenen Einwohner ermittelt worden.

In der EU gilt seit 2002 eine Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm, mit deren Hilfe die Lärmbelastung der Bevölkerung mit einheitlichen Normen erfasst werden soll, um sie wirksam reduzieren zu können. Durch eine strategische Lärmkartierung wurde in einem ersten Schritt die Lärmbetroffenheit ermittelt. Auf der Basis der Lärmkarten sollen nun Aktionspläne zur Bekämpfung des Umgebungslärms erstellt werden. Die Pläne enthalten Maßnahmen, mit denen die Geräuschbelastung für die betroffenen Anwohner langfristig vermindert und die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden erhöht werden können. Dazu gehören zum Beispiel der Austausch von besonders lauten Straßenbelägen, Geschwindigkeitsreduzierungen in Wohngebieten und das Aufstellen von Schallschutzwänden. Die Aufstellung der Pläne müssen die Kommunen bis zum 18. Juli 2013 gegenüber Bund und EU nachweisen. Die Lärmaktionspläne müssen alle fünf Jahre überprüft werden. 
 
„Die EU-Richtlinie zum Umgebungslärm hat zu einer Stärkung des Problembewusstseins beigetragen – in der Öffentlichkeit, in Politik und Verwaltung.“, so Kupfer weiter. „Das ist eine wichtige Voraussetzung für weitere Fortschritte bei der Lärmbekämpfung.“

Die Ausarbeitung der Lärmaktionspläne soll mit Unterstützung der Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden erfolgen. „Durch die gesetzlich vorgeschriebene umfassende Information und Beteiligung der Öffentlichkeit erhält das Thema Lärmschutz in der Kommunalpolitik der Städte und Gemeinden deutlich mehr Gewicht. Die Beteiligung der Öffentlichkeit kann also zu einem wichtigen Motor für eine erfolgreiche Lärmaktionsplanung werden.“, so der Minister abschließend. Dazu werden die Karten in den kommenden Monaten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.