Kampf den Drogen: Stadt Leipzig mit neuem Maßnahmenkatalog

Um die Drogenkriminalität in der Messestadt weiter zu bekämpfen, haben sich die Stadtverwaltung und die Leipziger Polizei auf eine Neuausrichtung der Drogenpolitik verständigt. Dreizehn Empfehlungen wurden dabei ausgegeben. +++

Aufbauend auf den bisherigen Bemühungen der Prävention, Therapie, Schadensminderung (Verringerung der individuellen negativen Folgen des Suchtmittelkonsums) sowie der Repression gilt es, auf die neuen Herausforderungen Antworten zu finden, um den schwieriger werdenden Bedingungen angemessen zu begegnen und so dem berechtigten Anspruch auf Hilfe für Drogenabhängige und dem Schutz der Bevölkerung vor Kriminalität gleichermaßen gerecht zu werden sowie dem Einstieg in den Drogenkonsum durch zielgerichtete Präventionsmaßnahmen vorzubeugen. Dies kann nur über eine konstruktive Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure gelingen, so die Verantwortlichen von Polizei und Stadtverwaltung. Die Fachkommission gab dazu am Freitag folgende Empfehlungen:

1. Drogenpolitischen Leitlinien aktualisieren,

2. Maßnahmen der Prävention, Suchthilfe und Repression an den zu aktualisierenden Leitlinien der Stadt Leipzig zur Drogenpolitik ausrichten,

3. Informationsaustausch zwischen den Gremien Drogenrapport, Drogenbeirat und Kriminalpräventiver Rat intensivieren,

4. Vernetzung von Behörden, Organisationen und Einrichtungen zur Gewinnung leipzigspezifischer Statistikdaten und Erkenntnisse für Präventionsansätze stärken,

5. Lagebedingte Gründung stadtteilbezogener Arbeitsplattformen nach dem Vorbild des Aktionsbündnisses „Sicherheit im Leipziger Osten“ fördern,

6. Gemeinsames Projekt zur Gewährleistung einer schnelleren pädagogischen Intervention im Jugendstrafverfahren bei Tätern mit Betäubungsmittelhintergrund einrichten,

7. Zugang erstauffälliger Betäubungsmittelkonsumenten zum Suchthilfesystem im Rahmen des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens verbessern,

8. Fort- und Weiterbildung der verschiedenen Professionen zur Sicherung eines aktuellen Wissenstandes und Stärkung des gegenseitigen Verständnisses für die Arbeit des jeweils anderen stärken,

9. Drogenpolitische Themen sachorientiert und ideologiefrei behandeln,

10. Transparente Evaluation als selbstverständlichen Bestandteil von Maßnahmenentwicklung verstärken,

11. Projekte zur Reintegration von Betäubungsmittelkonsumenten fördern,

12. Maßnahmen zum verstärkten Schutz der Bevölkerung vor indirekter Beschaffungskriminalität und zur Reduzierung des Drogenangebotes verbessern,

13. Substitution von Opiatabhängigen entsprechend den Leitlinien der Bundesärztekammer sachgerecht unterstützen.

Die Zahl der in den Suchtberatungs- und Behandlungsstellen in Leipzig betreuten Betäubungsmittelkonsumenten lag im Jahr 2011 bei 1.338 und hat sich im Zeitraum seit 2000 um 329 Personen verringert. Der Anteil betreuter Konsumenten illegaler Drogen zur Gesamtzahl der Hilfesuchenden bei den Suchtberatungs- und Suchtbehandlungsstellen blieb im Vergleichszeitraum von 2000 (38,2 %) bis 2011 (37,8 %) annähernd gleich. Die Anzahl der Substitutionsbehandlungen belief sich in Leipzig im Jahr 2011 auf 897 (inkl. Wiederaufnahmen). Zum Stichtag 31.10.2011 wurden 464 Patienten behandelt.