Kampf gegen Crystal: Sachsen will Prävention an Schulen verbessern

71% der Erstkonsumenten sind jünger als 19 Jahre. Mit durchschnittlich 26,7 Jahren suchen sie erstmals Hilfe in einer ambulanten Suchthilfeeinrichtung. +++

Ein Jahr nach der Einführung des 10-Punkte-Plans im Kampf gegen die Droge Crystal, zeigt eine verbesserte Datenerhebung der Sächsische Staatsregierungen, die aktuelle Lage in Sachsen.

Interview mit  Barbara Klepsch, Sozialministerin

Deshalb sollen vor allem vorhandene Netzwerke und nachhaltige Projekte in den Kommunen gefördert werden. Ab Oktober sollen die ersten Projekte, finanziert mit 1,3 Millionen Euro, mit ihrer Arbeit beginnen können.

Interview mit Bärbel Hoffmann, Suchttherapeutin

Unterstützung erhalten auch die sächsischen Suchtberatungsstellen mit 1,5 Millionen Euro im laufenden Haushalt.

Interview mit Bärbel Hoffmann, Suchttherapeutin

Etwa 30 Prozent der Klienten, die in die Suchtberatungsstelle der Diakonie kommen, sind drogenabhängig, der Größte Teil von Crystal. Das Gefährliche beim Konsum sind nicht nur die gesundheitlichen Folgen und äußerlichen Veränderungen, wie der Verlust von Zähnen oder schneller Alterung der Haut, sondern auch die langfristigen Folgen.

Interview mit Bärbel Hoffmann, Suchttherapeutin

Besonders wichtig im Kampf gegen Crystal ist die Prävention. Sie muss bereits in der Schule beginnen, sagen Suchttherapeuten.

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Zwischenbericht zur Umsetzung des 10-Punkte-Plans: „Wir gehen weiter entschieden gegen Crystal vor. Das ist gemeinsames Anliegen der Staatsregierung. Crystal ist längst kein Randphänomen mehr, die Droge ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie macht extrem schnell abhängig und kann zu enormen gesundheitlichen Schäden führen. Alle sind gefragt, dieses gesamtgesellschaftliche Problem zu bekämpfen“, erklärt Sozialministerin Barbara Klepsch in Dresden.

Das Kabinett wird regelmäßig über den aktuellen Arbeitsstand zur Umsetzung des 10-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Crystal informiert. Diesen hatte die Sächsische Staatsregierung im Mai 2014 verabschiedet. Neben Maßnahmen zur Repression setzt die Staatsregierung auf Prävention durch Information sowie Beratung und Behandlung.

Für eine verbesserte Datengrundlage wurde ein ressortübergreifendes Lagebild zu Crystal erstellt:

Demnach sind 71% der Erstkonsumenten jünger als 19 Jahre. Mit durchschnittlich 26,7 Jahren suchen sie erstmals Hilfe in einer ambulanten Suchthilfeeinrichtung. Rauschgiftdelikte werden in der Mehrheit von Personen über 25 Jahren begangen. „Wir wollen eine verbesserte Prävention und mehr Beratung und Unterstützung für Suchtkranke und Suchtgefährdete. Deshalb stärken wir vorhandene Netzwerke und fördern nachhaltige Projekte in den Kommunen“, erklärt die Ministerin.

Im laufenden Haushalt stehen erstmalig rund 1,3 Millionen für entsprechende Projekte zur Suchtprä-vention und Suchtkrankenhilfe zur Verfügung. Auch die Suchtberatungs- und behandlungsstellen erhalten mehr Mittel. Diese wurden um eine Millionen Euro auf 5,1 Millionen aufgestockt. Daneben gab es verschiedene Maßnahmen, um dem umfassenden Informationsbedarf Rechnung zu tragen. Unter anderem wurden auch spezielle Fortbildungsveranstaltun-gen aller Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur durchgeführt. Das Angebot richtete sich an Ansprechpartner für Gesundheitsförderung und Suchtprävention sowie die Beratungslehrer aller Schularten.
Sachsen setzt sich zudem dafür ein, dass der Stoff Chlorephedrin in den Anwendungsbereich der verbotenen Grundsubstanzen fällt. Die Substanz ist Ausgangstoff für die Crystal-Herstellung.

Quelle: Sozialministerium Sachsen

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