Kampf um Pumpspeicherwerk Niederwartha

Dresden - Das Pumpspeicherwerk in Niederwartha hat nahezu sein Lebenszeitende erreicht. Deshalb sollen nun verschiedene Optionen zur Zukunft der Anlage in der Politik entschieden werden. Denn ab 2022 geht die Kernenergie aus der Netzversorgung. Spätestens dann sollte man ein gut ausgebautes Netz mit erneuerbaren Energien geschaffen haben. Bis dahin bleiben hitzige Diskussionen zu diesem Thema nicht aus.

Das Pumpspeicherwerk Niederwartha. Eine historische Anlage, die nun auf eine Kernsanierung wartet. Seit der Fertigstellung im Jahre 1930 blickt das Werk auf gute und auch schlechte Zeiten zurück. Sogar Nennleistungen von 120 Megawatt konnten erreicht werden. Doch ein herber Rückschlag erfolgte 2002 aufgrund des Elbehochwassers, bei dem die Turbinen zerstört wurden. Seitdem wurden nur zwei von den insgesamt sechs Turbinen repariert und ab 2016 wurde das Werk endgültig vom Netz genommen.
Derzeit befindet sich die Anlage im sogenannten Übergangsbetrieb. Das bedeutet, dass das Pumpspeicherwerk (PSW) weiterhin betriebsfähig ist, der Betrieb aber mit einer Vorlaufzeit von einigen Stunden verbunden ist. Der energiepolitische Sprecher der CDU Lars Rohwer kämpft um den Erhalt des Werkes besonders in Hinblick auf die erneuerbaren Energien.

Pumpspeicherwerke können die Netzstabilität unterstützen. Zudem sind diese schwarzstartfähig was bedeutet, dass autark Strom erzeugt werden kann. Doch die alternativen Energien stehen eher im Fokus, sodass Pumpspeicherwerke zu kämpfen haben. "Solarindustrie und Windräder haben den Pumpspeicherkraftwerken das Geschäftsmodell weggenommen", so Lars Rohwer. Dennoch ist es besonders in Dresden sehr wichtig Stromnetze stabil zu halten. Insbesondere für die ÖPNV und der Industrie. 

Die Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen verweist diesbezüglich auf die DREWAG und versucht sich bei der Thematik eher bedeckt zu halten. Sie meint, dass die DREWAG estmal auf flexiblere Formen setzt. Im Fokus sollen Batteriespeicherwerke stehen, die schneller angefahren werden können. Ansonsten beobachten die Grünen zurzeit diesen Prozess und warten auf die endgültigen Entscheidungen des Bundestags.

Zu einem konkreten Plan für das Pumpspeicherwerk möchte sich Eva Jähnigen nicht äußern, da sie unter den derzeitigen Marktbedingungen eine Sanierung als nicht sinnvoll ansieht.
Betreiber Vattenfall äußerte sich schriftlich dazu: "Große Instandhaltungsmaßnahmen mit einem Investitionsbedarf in signifikanter Höhe sind unter den momentanen Marktbedingungen für das PSW Niederwartha [...] wirtschaftlich nicht darstellbar. [...] Für den Erhalt sowie den Ausbau von Energiespeichern sind daher verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich. Denn derzeit sind Pumpspeicher die einzige verfügbare Technologie [...], die die steigenden Herausforderungen des Energiemarkts in Deutschland erfüllen."

CDU Politiker Lars Rohwer fordert daher ein Umdenken in der Politik. Wenn man erneuerbare Energien nutzen möchte, so benötigt man große Energiespeicher wie den in Niederwartha. Zum einen sollen die Energiespeicher im allgemeinen förderfähig sein und zum anderen müssen die Netzentgelte abgeschafft werden, so der energiepolitische Sprecher Lars Rohwer. Der Verband der erneuerbaren Energien stimmt mit den Ansichten des Politikers überein. Auch die Umweltbürgermeisterin sagt, dass diese Forderungen die Umstellung aus dem Kohleausstieg vorantreiben würden, aber eine große Investition müsse sich auch wirtschaftlich rechnen.

Insgesamt müssten ca. 200 Millionen Euro für eine komplette Sanierung des PSW Niederwartha investiert werden. Diese immense Summe lässt sich aber laut Rohwer rechtfertigen, da sich hier im Verhältnis zu anderen Kraftwerken viel mehr Energie speichern lässt.

© Sachsen Fernsehen
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