Karstadt-Aus: Einzelhändler befürchten Dominoeffekt

Leipzig - AUSVERKAUF, ALLES MUSS RAUS. Diese Worte pflastern die in Kürze schließende Karstadt-Filiale in der Leipziger City. In nicht mal mehr zwei Wochen ist der geschichtsträchtige Standort nur noch Vergangenheit. Benachbarte Einzelhändler fürchten den Dominoeffekt für ihre Geschäfte.

Großer Ausverkauf, alles reduziert und alles muss raus. Diese Aussagen hängen nun schon seit mehreren Wochen an den Schaufenstern der Karstadt-Filiale in Leipzig. Wenig ist übrig von dem einst prächtigen Standort mit langer Tradition. Mehrere Generationen von Leipzigern gingen hier seit 1914 einkaufen. Mitarbeiter hatten im vergangen Jahr mit einer Menschenkette und Zehntausenden Unterschriften um den Erhalt der Filiale gekämpft - vergeblich. Doch nicht nur Karstadt wird ein großen Loch in Leipzigs Kaufhauslandschaft hinterlassen.

Im schlimmsten Fall könnte der Wegfall dieses Kundenmagneten auch Auswirkungen auf die umliegenden Einzelhändler haben. Michael Arndt betreibt eine Modeboutique direkt neben Karstadt.
Neben der geringeren Laufkundschaft sieht Arndt vor allem ein weiteres Problem auf die Einzelhändler zukommen - die ohnehin angespannte Parkplatzsituation.

Immer mehr durch Einzelhändler geführte Unternehmen schließen bereits jetzt im Zentrum. Eine bunte Vielfalt geht damit verloren. Ebenfalls Angst um ihre Existenz hat Catina Jäkel, denn auch sie ist mit einer Parfümerie direkt neben Karstadt auf den bisher sehr belebten Standort angewiesen.

Leipzigs Innenstadt zeichnet sich durch ein pulsierendes Leben aus. Erst am Mittwoch ist sie zur attraktivsten in ganz Deutschland gewählt worden. Damit das so bleibt, arbeitet die Regional- und Landespolitik weiter daran. Obwohl im Fall Karstadt die Politik wenig Einfluss hatte, so Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig.

In weniger als zwei Wochen wird Karstadt in Leipzig nur noch Geschichte sein und 300 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Die entstehende Freifläche soll durch einzelne Shops und durch Büros besiedelt werden.