Kaßberggefängnis plant Zeitzeugenarchiv

Chemnitz- Ende des Jahres wurden dem Kaßberggefängnis nach langer Wartezeit endlich die Fördermittel zugesagt. Vom Bund, dem Freistaat und der Stadt Chemnitz erhält die Gedenkstätte insgesamt 3,4 Millionen Euro Unterstützung.

Seit 2011 kämpft der Verein bereits dafür, auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt Kaßberg, der zentralen Durchgangsstation für alle aus DDR-Gefängnissen freigekauften politischen Häftlinge, einen Lern- und Gedenkort zu errichten. Mit dieser Finanzspritze kann nun endlich der Umbau erfolgen. Dieser umfasst verschiedene Projekte. So unter anderem den Umbau des Hafttrakts B, der Eröffnung einer Ausstellung und der Erstellung eines Zeitzeugenarchivs.

Das Zeitzeugenarchiv soll Betroffenen eine Plattform geben sich zu treffen und sich auszutauschen. Wie diese Plattform konkret aussehen soll ist noch in Planung. Die Rede ist auch von Workshops. Der Verein sucht über alle öffentlichen Kanäle nach Zeitzeugen, die einst im Kaßberggefängnis inhaftiert waren. Viele Zeitzeugen melden sich jedoch von selbst bei dem Verein. Außerdem arbeiten dort bereits viele ehemalige Häftlinge ehrenamtlich. Für die Häftlinge, die damals über das Kaßberggefängnis in den Westen freigekauft wurden, ist das Zeitzeugenarchiv sogar die einzige Anlaufstelle. Nun wird ein Zeit- sowie Finanzplan erstellt. Denn schon bald soll mit dem Umbau begonnen werden. Ab Herbst 2021 kann dann mit der Eröffnung der Gedenkstätte gerechnet werden. Zehn Jahre nach Vereinsgründung ist also endlich das Ziel erreicht: der Lern- und Gedenkort für Demokratie kann seine Türen öffnen.