Katastrophenübung am Airport Leipzig-Halle

Am vergangenen Samstag verwandelte sich der Flughafen Leipzig-Halle in ein Meer aus Blaulicht.

Grund war die jährliche Landeskatastrophenübung. Jedes Jahr ist eine andere Landesdirektion mit der Durchführung beauftragt. Dieses Mal war Leipzig dran und die übten denn auch auf Teufel komm raus.

Chaos auf dem Flughafen. Ein Unglück in nie dagewesener Größenordnung. Ein havariertes Flugzeug. Sicherheitskräfte in höchster Alarmbereitschaft. Feuerwehr und Sanitäter Samstagfrüh im Dauerstress.

Die sächsische Landeskatastrophenübung startete auf dem Airport Leipzig-Halle. 175 Komparsen und eine Iljuschin simulierten einen Flugzeugcrash. Binnen weniger Minuten waren die ersten Rettungskräfte vor Ort. Jetzt galt es Ruhe in den Rettungsablauf zu bringen eine erste Analyse.  

Interview: Hans-Peter Burk Landesdirektion Leipzig  
Nur wenige 100 Meter vom Flughafen entfernt wartet das nächste Szenario:  ein Flugzeugwrackteil hat einen Laster mit Methanol getroffen. Der hochexplosive Stoff lief aus. Die Feuerwehr musste erst einmal Schutzanzüge anlegen. Das dauerte, doch die Experten unter den Zuschauern stellten den Übenden ein positives Zeugnis aus.  

Interview: Wolfgang Hans Brandkatastrophenschutz Halle / Saale  

Zurück am Flughafen: In der Iljuschin warteten blutige Plaste-Beine auf die Retter. Im Flugzeug war es eng und heiß. Immer noch warteten Verletzte darauf, dass sie raus konnten.  Obwohl mittlerweile hunderte Retter vor Ort waren, war es für alle ein Kraftakt. Währenddessen kamen draußen immer wieder Teams zusammen ums sich zu besprechen und kurzfristige Ziele abzustecken. Betreuung war leichter gesagt als getan. Die Komparsen agierten gut – Menschen reagieren auf Katastrophen ganz unterschiedlich. Auch das will geübt sein. Nach über einer Stunde war das Flugzeug fast ganz geräumt.  

Interview: Holger Baumann Flughafenfeuerwehr  

Doch das Ende der Fahnenstangen war noch lange nicht erreicht. Flugzeugwrackteile hatten einen Regionalbahnzug außer Gefecht gesetzt. 75 zum Teil schwerverletzte Reisende mussten gerettet werden. Mit dabei war auch eine Hundestaffel des DRK. Ihre Aufgabe: Verwirrte und Verirrte Zugpassagiere im Gelände aufzuspüren. Suchhund Paul löste das mit Bravour. Dass alles nur eine Übung war, merkte er gar nicht.  

Interview: Anne-Kathrin Hartmann Rettungshundeführerin  

Auf dem Flughafen rückte unterdessen die Bundespolizei an. Denn im verunglückten Flieger saßen Insassen, die sich mit einem tödlichen, hochansteckenden Virus infiziert hatten. Die Polizei sicherte die Umgebung. Spezialisten des St. Georg Klinikums schlüpften in luftdichte Anzüge. Die Teams üben regelmäßig den Ernstfall.  

Interview: Prof. Bernhard Ruf Infektionsklinikum St. Georg  

Zurück auf dem Rollfeld:  Am Sammelplatz für Verletzte trainierte Notarzt Hendrik Pilz die sogenannte Triage. Im Ernstfall ein fürchterlicher Job. Er muss entscheiden,  wer von den Schwerverletzten sofort behandelt wird und wer noch liegen bleiben und vielleicht sterben muss.  

Interview: Hendrik Pilz Notarzt  

Die, die es geschafft haben, landeten in weiteren Rettungszelten,  wo Ärzte die weitere Behandlung simulierten. 1500 Rettungskräfte und 250 Verletztendarsteller führten die wohl mit Abstand größte Katastrophenschutzübung Sachsens durch.

Und Gott sei Dank:  Nicht nur die Komparsen auch die Helfer machten alle eine gute Figur.