Chemnitz – Sachsen Fernsehen https://www.sachsen-fernsehen.de Das lokale Nachrichtenportal für Sachsen Thu, 07 May 2026 11:50:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Feuerwehrmann wehrt sich gegen Bußgeld https://www.sachsen-fernsehen.de/feuerwehrmann-wehrt-sich-gegen-bussgeld-2229018/ Thu, 07 May 2026 11:50:43 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2229018

Leipzig - Ein Feuerwehrmann aus Taucha bei Leipzig wehrt sich gegen einen Bußgeldbescheid nach einer Tempoüberschreitung während einer Einsatzfahrt. Nach Angaben des Amtsgerichts Eilenburg wird am 9. Juni über seinen Widerspruch verhandelt.

Der Mann war Anfang Mai vergangenen Jahres zu einem Feuerwehreinsatz unterwegs. In einer Grundschule hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Der damals 55-Jährige rückte mit einem Einsatzfahrzeug samt Drehleiter aus und schaltete ordnungsgemäß Blaulicht und Martinshorn ein.

An einer Baustelle wurde das Fahrzeug mit 69 Kilometern pro Stunde geblitzt. Erlaubt war dort Tempo 30. Der Einsatz selbst verlief glimpflich. In dem Schulgebäude, das sich damals noch im Bau befand, brannte eine defekte Klimaanlage.

Die Stadt verhängte anschließend ein Bußgeld in Höhe von 369 Euro sowie ein einmonatiges Fahrverbot. Tauchas Bürgermeister Tobias Meier verwies laut früheren Medienberichten darauf, dass die Feuerwehr bei Einsätzen zwar Sonderrechte habe. Diese bedeuteten jedoch nicht, dass alle Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt seien. Geschwindigkeit und Risiko müssten stets gegeneinander abgewogen werden. Aktuell wollte sich der Bürgermeister auf Anfrage nicht äußern.

Der betroffene Feuerwehrmann legte Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid ein. Der Fall sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil der Mann nach 34 Jahren aus der freiwilligen Feuerwehr austrat. Einige Kameraden schlossen sich ihm aus Solidarität an und beendeten ebenfalls ihren Dienst.

Rechtlich geht es um die Frage, wie weit Sonderrechte bei Einsatzfahrten reichen. Nach Paragraf 35 der Straßenverkehrsordnung ist die Feuerwehr von Vorschriften befreit, wenn dies zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist. Das gilt etwa bei höchster Eile, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden. Gleichzeitig dürfen Sonderrechte nur unter Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgeübt werden.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Gunnar Ullmann, sieht in dieser Regelung eine rechtliche Grauzone. Es gebe kein festes Maß für eine zulässige Überschreitung. Dadurch bleibe den Ordnungsämtern in jedem Einzelfall ein Spielraum. Ullmann kritisierte, dass es überhaupt zu dem Streit gekommen sei. Eine Belehrung oder Verwarnung hätte aus seiner Sicht ausgereicht. Ihm sei kein vergleichbarer Fall bekannt, obwohl Einsatzfahrzeuge immer wieder geblitzt würden.

Beitrag zum Thema

Geblitzt mit Blaulicht – dieser Feuerwehrfall spaltet Deutschland

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Long-Covid-Versorgung in Sachsen kritisiert https://www.sachsen-fernsehen.de/long-covid-versorgung-in-sachsen-kritisiert-2228964/ Thu, 07 May 2026 08:44:12 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2228964

Dresden - Die Grünen im Sächsischen Landtag halten die Versorgung von Long-Covid-Patienten im Freistaat für unzureichend. Der Abgeordnete Thomas Löser kommt nach der Auswertung einer Kleinen Anfrage zu dem Schluss, dass zwischen politischen Ankündigungen und tatsächlicher Umsetzung weiterhin eine deutliche Lücke bestehe.

Nach Angaben Lösers existieren in Sachsen derzeit nur wenige spezialisierte Angebote für Betroffene. Dazu zählten ein größeres Projekt am Universitätsklinikum Dresden sowie einzelne ambulante Strukturen. Weitere systematische Angebote seien der Staatsregierung nach Aussage des Abgeordneten nicht bekannt. Von einer flächendeckenden Versorgung könne daher nicht gesprochen werden.

Kritik äußert Löser auch an der Datenlage. Aktuelle Zahlen zu Long-Covid-Betroffenen in Sachsen sollen demnach erst im Laufe dieses Jahres erhoben werden. Aus Sicht der Grünen fehlt damit weiterhin eine wichtige Grundlage, um Versorgungsangebote gezielt zu planen und zu steuern. Die Staatsregierung bleibe hinter ihren eigenen Ankündigungen zurück, so der Vorwurf.

Unklar sei nach Einschätzung Lösers außerdem, wie bestehende Projekte langfristig abgesichert werden sollen. Es gebe weder Erkenntnisse zur Verstetigung vorhandener Strukturen noch zur Anschlussfinanzierung. Long Covid sei nach Ansicht des Abgeordneten kein Randthema, sondern eine dauerhafte Herausforderung für das Gesundheitssystem und den Arbeitsmarkt.

Am Samstag wollen Long-Covid-Patienten laut Löser in Leipzig und Dresden erneut mit einer sogenannten Liegendemo auf ihre Situation aufmerksam machen.

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Sachsens Einwohnerzahl sinkt weiter https://www.sachsen-fernsehen.de/sachsens-einwohnerzahl-sinkt-weiter-2228952/ Thu, 07 May 2026 08:17:18 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2228952

Dresden - Die Einwohnerzahl in Sachsen wird in den kommenden Jahren weiter sinken. Das geht aus einer neuen Vorausberechnung des Statistischen Landesamtes in Kamenz hervor. Demnach wird der Freistaat bis 2045 unter die Marke von vier Millionen Einwohnern fallen.

Im Jahr 2024 lebten in Sachsen noch rund 4,04 Millionen Menschen. Für das Jahr 2045 gehen die Statistiker je nach Berechnungsvariante von 3,71 Millionen beziehungsweise 3,43 Millionen Einwohnern aus. Insgesamt wurden drei Varianten errechnet. Grundlage der Vorausberechnung ist die Analyse der Bevölkerungsentwicklung in den Jahren 2021 bis 2024.

Nach Angaben des Landesamtes entspricht das einem Rückgang zwischen 8,2 Prozent und 15,2 Prozent. Besonders betroffen sind die Landkreise. Alle zehn Landkreise sowie die Stadt Chemnitz verlieren bis 2045 in allen Berechnungsvarianten Einwohner.

Für Leipzig ergibt sich ein anderes Bild: Die Stadt kann in zwei der drei Varianten mit einem Bevölkerungszuwachs rechnen. Je nach Szenario liegt das Plus bei 5,8 Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent. Dresden könnte zumindest in einer Variante um 1,6 Prozent wachsen.

Die stärksten Rückgänge werden in der Maximalvariante für den Vogtlandkreis und den Erzgebirgskreis erwartet. Dort könnte die Bevölkerung laut Vorausberechnung um fast ein Viertel schrumpfen. Fünf weitere Landkreise würden selbst in der Minimalvariante mehr als jeden zehnten Einwohner verlieren.

Die Zahlen zeigen, dass sich die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen regional unterschiedlich darstellt. Während die großen Städte teilweise stabil bleiben oder wachsen könnten, stehen viele Landkreise vor deutlichen Rückgängen.

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Spritpreise belasten laut Ifo nicht ungewöhnlich https://www.sachsen-fernsehen.de/spritpreise-belasten-laut-ifo-nicht-ungewoehnlich-2228925/ Thu, 07 May 2026 07:14:51 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2228925

Dresden - Die gestiegenen Preise für Benzin und Diesel belasten Arbeitnehmer nach Einschätzung des Dresdner Ifo-Instituts nicht stärker als in vielen vergangenen Jahren. Das Institut verweist dabei auf die Entwicklung der Löhne, die über die Jahre ebenfalls gestiegen seien.

Nach Berechnungen des Instituts musste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im April rund fünf Minuten arbeiten, um sich einen Liter Benzin leisten zu können. In den vergangenen 35 Jahren habe dieser Wert zwischen drei und sechs Minuten gelegen. Damit bewege sich die aktuelle Belastung laut Ifo-Institut im historischen Vergleich nicht auf einem ungewöhnlich hohen Niveau.

Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, erklärte, selbst bei Spritpreisen von 240 Cent pro Liter Super oder 250 Cent pro Liter Diesel liege die dafür benötigte Arbeitszeit meist unter den Werten der Jahre 2006 bis 2013.

Gleichzeitig weist das Institut darauf hin, dass Preissteigerungen Haushalte mit geringeren Einkommen stärker treffen. Der Tankrabatt der Bundesregierung entlaste hingegen niedrige und hohe Einkommen gleichermaßen. Mobilitäts- und Steuerdaten zeigten laut Institut zudem, dass ein hoher Kraftstoffverbrauch meist mit einem höheren Einkommen verbunden sei.

Der Tankrabatt war zu Monatsbeginn in Kraft getreten. Er sieht eine Steuersenkung von rund 17 Cent vor und sollte die Preise für Benzin und Diesel deutlich senken. Zunächst waren die Preise am 1. Mai stellenweise unter die Marke von zwei Euro gefallen, anschließend jedoch wieder gestiegen.

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Mit der Nachrichtenwerkstatt Digitalkompetenz für alle Generationen stärken https://www.sachsen-fernsehen.de/entdecken-sie-die-welt-der-medien-mit-der-nachrichtenwerkstatt-1538542/ Thu, 07 May 2026 06:00:00 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=1538542

Nordsachsen/Leipziger Land/Chemnitz - Digitale Medien prägen unseren Alltag. Sie informieren, verbinden und eröffnen neue Möglichkeiten. Gleichzeitig werfen sie viele Fragen auf: Welche Informationen sind verlässlich? Wie können Kinder sicher begleitet werden? Und wie gelingt ein souveräner Umgang mit neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz?

Die Nachrichtenwerkstatt bietet Orientierung in der digitalen Welt

Mit praxisnahen Workshops und Veranstaltungen schaffen wir Räume für Austausch, Fragen und konkrete Hilfestellungen. Zielgruppen sind Eltern, Senior:innen, Engagierte und alle Interessierten ab 18 Jahren.

Die drei Teams der „Nachrichtenwerkstatt“ teilen sich wie folgt auf:

  • Arbeit und Leben Sachsen e.V. im Landkreis Nordsachsen
  • LZ Television UG im Landkreis Leipziger Land
  • ebenfalls Arbeit und Leben Sachsen e.V. im Stadtgebiet Chemnitz

Die nächsten Veranstaltungen:

11. Mai 2026 | 17:30 - 20:30 Uhr

„Auf Augenhöhe – Geschichten, die uns alle meinen – Diskussionsrunde zur medialen Darstellung von Inklusion"

Kulturbastion Torgau, Str. der Jugend 14b, Torgau - Wirkungskreis 4 Nordsachsen

Die Diskussionsrunde „Auf Augenhöhe – Geschichten, die uns alle meinen“ beschäftigt sich mit der Darstellung von Inklusion in den Medien. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen mit Behinderung sichtbar werden – und warum wichtige Perspektiven oft fehlen. Gemeinsam mit Gästen aus Journalismus, Politik und Selbstvertretung wird darüber diskutiert, wie Medien zu mehr Teilhabe, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen können.

Ein Kooperationsprojekt Arbeit und Leben Sachsen e.V., dem Medienkompetenzprojekt nachrichtenwerkstatt und dem Inklusionsbüro FREIRAUM der Stadt Torgau und der Lebenshilfe e.V.

Anmeldung: s.stramm@torgau.de

Weitere Informationen: Auf Augenhöhe – Geschichten, die uns alle meinen


18. Mai 2026 | 17:00 - 19:00 Uhr

„Kein Stress mit dem ersten eigenen Smartphone"

Online-Veranstaltung - Wirkungskreis 2 Chemnitz

Der Online-Vortrag „Kein Stress mit dem ersten eigenen Smartphone“ richtet sich an Eltern und pädagogische Fachkräfte, die Kinder sicher in die digitale Welt begleiten möchten. Im Mittelpunkt stehen die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das erste Smartphone sowie die nötigen Voraussetzungen auf Seiten von Kindern und Eltern. Außerdem geht es um alltagstaugliche Wege zwischen Regeln, Vertrauen und aktiver Begleitung im Familienleben.

Ein Netzwerkprojekt von der Nachrichtenwerkstatt unter ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V., MedienLehrReich und der Kinder- und Jugendbeauftragten der Stadt Chemnitz.

Anmeldung unter: Kein Stress mit dem ersten eigenen Smartphone


Nachrichtenwerkstatt: Medienkompetenz stärken – praxisnah, aktuell und alltagsrelevant

Die Nachrichtenwerkstatt bietet kostenfreie Workshops rund um die digitale Lebenswelt an. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen wie Mediennutzung, digitale Kommunikation und Künstliche Intelligenz – verständlich aufbereitet und nah am Alltag der Teilnehmenden.

Die Themen richten sich nach den Bedürfnissen der Zielgruppen und reichen von Medienerziehung über digitale Vereinsarbeit bis hin zu Fragen rund um Sicherheit und den Umgang mit digitalen Inhalten. Ziel ist es, Medienkompetenz nachhaltig zu stärken und Orientierung im digitalen Alltag zu geben.

Alle Veranstaltungen finden Sie unter: www.nachrichtenwerkstatt.com

Das Medienkompetenzprojekt "Nachrichtenwerkstatt - Medienwissen kompakt" wird gefördert von der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM).

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Leipzig sichert Innenstadt-Zufahrt https://www.sachsen-fernsehen.de/leipzig-sichert-innenstadt-zufahrt-2228700/ Wed, 06 May 2026 11:47:33 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2228700

Leipzig - Nach der tödlichen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt hat die Stadt zusätzliche Sicherungsmaßnahmen umgesetzt. An dem Zugang zur Innenstadt, den der Täter bei seiner Fahrt passiert hatte, wurden mehrere sogenannte Oktablöcke aufgestellt. Das teilte Stadtsprecher Matthias Hasberg auf Anfrage mit.

Die Zufahrt ist damit bis auf Weiteres für Fahrzeuge blockiert. Nach Angaben der Stadt sollen die massiven Sperren verhindern, dass Fahrzeuge ungehindert in diesen Bereich der Innenstadt einfahren können. Sollte ein Fahrzeug versuchen, die Hindernisse zu überwinden, würden sich die Blöcke unter dem Wagen verkeilen und eine Weiterfahrt unmöglich machen.

Am Montagnachmittag war ein 33 Jahre alter Deutscher aus Leipzig mit seinem Auto mehrere Hundert Meter weit in die Fußgängerzone gefahren. Dabei hatte er nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur mehrere Menschen angefahren. Zwei Menschen starben, sechs weitere wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Der Mann war am Dienstag auf Anordnung eines Ermittlungsrichters in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden. Er steht den Angaben zufolge in dringendem Tatverdacht des zweifachen Mordes sowie des versuchten Mordes in vier Fällen.

Bei den nun aufgestellten Oktablöcken handelt es sich nach Angaben der Stadt um eine zeitlich begrenzte Maßnahme. Sie soll gelten, bis weitere Planungen zur Sicherung der Innenstadt abgeschlossen sind. Die Stadt prüft demnach, wie der Schutz in diesem Bereich weiter verbessert werden kann.

Dabei müssen nach Angaben des Stadtsprechers verschiedene Anforderungen berücksichtigt werden. Dazu zählen insbesondere Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge und Anlieferer. Diese müssen auch bei zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen weiterhin gewährleistet bleiben.

Eine dauerhafte Sicherung mit versenkbaren Pollern an jedem Zugang zur Innenstadt könnte nach Angaben der Stadt schwierig werden. Grund dafür seien zahlreiche Leitungen für Wasser, Strom und Telekommunikation, die unter der gesamten Innenstadt verlaufen.

Die Stadt steht damit vor der Aufgabe, den Schutz der Fußgängerbereiche zu erhöhen und zugleich die notwendige Erreichbarkeit der Innenstadt sicherzustellen. Wann die weiteren Planungen abgeschlossen sind und welche Maßnahmen dauerhaft umgesetzt werden sollen, wurde zunächst nicht genannt.

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Neuer Bildungsplan für Sachsens Kitas https://www.sachsen-fernsehen.de/neuer-bildungsplan-fuer-sachsens-kitas-2227431/ Wed, 06 May 2026 10:25:34 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2227431

Dresden - Sachsen stellt die frühkindliche Bildung neu auf. Bei der Fachveranstaltung „Kita der Zukunft – Elementare Bildung als Startchance“, dem sogenannten Kita-Kongress, wurde der neue Sächsische Erziehungs- und Bildungsplan vorgestellt. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Ministerpräsident Michael Kretschmer und Kultusminister Conrad Clemens sowie Vertreter aus Fachpraxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung teil.

Im Mittelpunkt standen Chancen und Herausforderungen der frühkindlichen Bildung in Sachsen. Der neue Erziehungs- und Bildungsplan soll künftig die Grundlage für die pädagogische Arbeit in Kinderkrippen, Kindergärten, Horten und Kindertagespflegestellen bilden. Er versteht Bildung als einen Prozess, der auf Erziehung aufbaut, und beschreibt zentrale Leitgedanken für die Begleitung, Bildung und Betreuung von Kindern.

Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte im Rahmen des Kongresses die Bedeutung der frühkindlichen Bildung. Sachsen sei im bundesweiten Vergleich Spitzenreiter im Bildungsranking. Damit das so bleibe, müsse die frühkindliche Bildung eine noch größere Wertschätzung erfahren. Sie sei die entscheidende Startchance für jedes Kind. Zugleich verwies Kretschmer auf die finanzpolitische Verantwortung des Freistaats. Kitas bräuchten eine verlässliche und auskömmlichere Finanzierung sowie eine starke Partnerschaft mit den Kommunen.

Auch Kultusminister Conrad Clemens sieht weiteren Handlungsbedarf. Aus seiner Sicht könne Sachsen in der frühkindlichen Bildung noch mehr erreichen. Dafür brauche es eine verpflichtende Untersuchung von Vierjährigen und einen Plan für gezieltere Förderung. Der Sächsische Erziehungs- und Bildungsplan stelle die Kinder in den Mittelpunkt und biete Orientierung mit klaren Leitgedanken, praxisnahen Reflexionsfragen und modernen pädagogischen Ansätzen, unter anderem zur digitalen Bildung.

Der neue Plan ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Sächsischen Bildungsplans. Sachsen hatte bereits 2006 als eines der ersten Bundesländer einen Bildungsplan als Grundlage für die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen entwickelt und verbindlich im Gesetz über Kindertagesbetreuung verankert. Die Fortschreibung soll aktuelle fachliche Entwicklungen aufgreifen und unterschiedliche Bildungs- und Entwicklungsverläufe von Kindern berücksichtigen.

Der Prozess zur Evaluation und Fortschreibung wurde im Oktober 2024 gestartet. Nach Angaben des Kultusministeriums waren über unterschiedliche Formate mehr als 6.500 Personen beteiligt. Ziel war es, Erfahrungen aus der Praxis, wissenschaftliche Perspektiven und fachliche Anforderungen in die Weiterentwicklung einzubeziehen.

Inhaltlich umfasst der neue Erziehungs- und Bildungsplan unter anderem Aspekte der Partizipation, Demokratiebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Vielfalt und Inklusion. Auch der reflektierte Umgang mit digitalen Medien ist Bestandteil des Plans. Darüber hinaus enthält er Anregungen zur pädagogischen Praxis und zur fachlichen Reflexion.

Der Bildungsplan stellt das Kind als Akteur seiner eigenen Entwicklung in den Mittelpunkt. Pädagogische Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen sollen Kinder auf ihrem individuellen Entwicklungsweg begleiten, fördern und unterstützen. Dabei geht es nicht nur um Betreuung, sondern auch um Bildungsqualität, Chancengerechtigkeit und gelingende Übergänge im Bildungssystem.

Der neue Sächsische Erziehungs- und Bildungsplan tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Bis dahin dient das Dokument als Orientierung, um die Einführung in der Praxis vorzubereiten.

Gleichzeitig machte der Kita-Kongress deutlich, dass die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung eng mit strukturellen Fragen verbunden ist. Neben pädagogischen Zielen geht es auch um Finanzierung, Fachkräfte, kommunale Verantwortung und die Rahmenbedingungen in den Einrichtungen. Gerade vor dem Hintergrund sinkender Kinderzahlen und finanzieller Belastungen stehen viele Kitas in Sachsen vor der Aufgabe, Bildungsqualität langfristig zu sichern.

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Yvonne Petschow im Videopodcast: Warum viele Mitarbeitende keine bAV nutzen https://www.sachsen-fernsehen.de/yvonne-petschow-im-videopodcast-warum-viele-mitarbeitende-keine-bav-nutzen-2221467/ Wed, 06 May 2026 09:50:10 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2221467

Die betriebliche Altersvorsorge gehört inzwischen in vielen Unternehmen zum festen Angebot. Trotzdem zeigt sich in der Praxis häufig das gleiche Bild: Die Möglichkeiten sind da, doch nur wenige Mitarbeitende nutzen sie tatsächlich. Laut Yvonne liegt das Problem oft nicht am Produkt selbst, sondern an fehlendem Finanzwissen und Unsicherheiten, die im Arbeitsalltag lange unbemerkt bleiben.

In ihrer aktuellen Videopodcast-Folge erklärt sie, warum viele Beschäftigte das Thema Altersvorsorge zwar als wichtig empfinden, sich aber gleichzeitig nicht ausreichend informiert fühlen. Genau hier setzt ihr Konzept eines kurzen 20-minütigen Impulses an. Ziel ist es, Verständnis zu schaffen, Fragen verständlich zu beantworten und Hemmschwellen abzubauen – bevor überhaupt eine konkrete Beratung stattfindet.

Die Folge zeigt außerdem, warum die Reihenfolge aus Bewusstsein und anschließender Beratung laut Petschow entscheidend sein kann. Unternehmen könnten dadurch nicht nur die Beteiligung an der bAV erhöhen, sondern ihren Mitarbeitenden gleichzeitig ein wertschätzendes und langfristig relevantes Angebot machen.

Sie benötigen Beratung? Hier kostenloses Erstgespräch vereinbaren.


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Sachsens Kitas unter Druck https://www.sachsen-fernsehen.de/sachsens-kitas-unter-druck-2221437/ Wed, 06 May 2026 07:12:22 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2221437

Dresden - Sachsens Kindertagesstätten stehen vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits soll die frühkindliche Bildung mit einem neuen Erziehungs- und Bildungsplan weiterentwickelt werden. Andererseits geraten viele Einrichtungen durch sinkende Kinderzahlen und finanzielle Engpässe zunehmend unter Druck.

Der neue „Erziehungs- und Bildungsplan“ ist eine Weiterentwicklung des Plans aus dem Jahr 2006. Dieser diente bisher als Grundlage für die pädagogische Arbeit in Sachsens Kindertageseinrichtungen. Das Kultusministerium will mit der Überarbeitung die frühkindliche Bildung stärken und klarere Ziele für die pädagogische Arbeit formulieren.

Geplant ist unter anderem eine verpflichtende Untersuchung von Vierjährigen. Zudem soll es einen Plan für gezieltere Förderung geben. Laut Ministerium enthält der neue Bildungsplan Anregungen für die pädagogische Praxis, einen stärkeren Fokus auf die Mitwirkung von Kindern sowie einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien.

Ein weiteres Ziel ist es, Auffälligkeiten bei Vorschulkindern früher zu erkennen und besser darauf zu reagieren. Dazu zählen unter anderem fehlende altersentsprechende Kompetenzen in Deutsch. Verbindliche Erziehungs- und Bildungsziele sowie bessere Übergänge zwischen den Einrichtungen sollen helfen, Kinder gezielter zu begleiten.

Neben diesen pädagogischen Aufgaben stehen Sachsens Kitas jedoch auch vor erheblichen strukturellen und finanziellen Problemen. Grund dafür ist vor allem der starke Rückgang der Kinderzahlen. Nachdem der Freistaat über Jahre hinweg den Ausbau von Betreuungsplätzen vorangetrieben hatte, sorgt nun ein deutlicher Geburtenknick für eine sinkende Nachfrage.

Zum Stichtag im März 2025 wurden in Sachsen rund 312.000 Kinder in Kindertageseinrichtungen betreut. Das waren etwa 7.500 weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Besonders betroffen waren unter anderem die Großstädte Dresden mit rund 1.350 weniger betreuten Kindern und Leipzig mit rund 1.040 weniger Kita-Kindern. Auch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Erzgebirgskreis verzeichneten deutliche Rückgänge.

Die Folgen zeigen sich bereits: Im Vergleich zu 2024 sank die Zahl der Kindertageseinrichtungen im Freistaat um 15. Im März 2025 gab es demnach noch 3.050 Einrichtungen in Sachsen. Neben Schließungen können auch eingeschränkte Öffnungszeiten eine Folge sinkender Kinderzahlen und reduzierten Personals sein.

Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und die sächsischen Industrie- und Handelskammern warnten zuletzt vor dem Wegfall weiterer Betreuungsangebote. Besonders im ländlichen Raum könnten Versorgungslücken entstehen, weil die nächste Kita dort häufig mehrere Kilometer entfernt liegt.

Auch für die Beschäftigten hat die Entwicklung Folgen. Laut Statistischem Landesamt gab es im März 2025 rund 830 Erzieherinnen und Erzieher weniger in Sachsen. Hinzu kommen nach Angaben der GEW Wechsel in Teilzeit, zu denen viele Fachkräfte gedrängt würden.

Ein zentrales Problem liegt in der Finanzierung. Der Landesanteil richtet sich nach der Zahl der betreuten Kinder. Diese Pro-Kopf-Pauschale berücksichtigt jedoch Fixkosten nicht ausreichend. Kosten wie Heizung oder Gebäudeunterhalt bleiben auch dann bestehen, wenn weniger Kinder betreut werden. Deshalb fordern zahlreiche Stimmen eine Anpassung des Finanzierungsmodells, bei der feste Kosten stärker berücksichtigt werden.

Aktuell werden Kitas in Sachsen über ein dreigeteiltes Modell finanziert. Der Freistaat zahlt pro Kind und Jahr einen Landeszuschuss. Dieser liegt derzeit bei 3.570 Euro. Zusätzliche Mittel gibt es für pädagogische Tätigkeiten zur Integration sowie für sorbische Kitas.

Eltern beteiligen sich über regional unterschiedliche Beiträge an den Kosten. Die Höhe legen die Gemeinden fest. Für einen Krippenplatz soll der Beitrag höchstens 23 Prozent der Personal- und Sachkosten betragen, für einen Kindergartenplatz höchstens 30 Prozent. In Dresden zahlen Eltern für eine neunstündige Betreuung beispielsweise 268,75 Euro pro Monat in der Krippe und 215,75 Euro im Kindergarten. Für Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern sind Absenkungen vorgesehen.

Die übrigen Kosten tragen die Gemeinden. Bei Einrichtungen in freier Trägerschaft kann zusätzlich ein Eigenanteil des Trägers hinzukommen.

Damit stehen Sachsens Kitas vor einer komplexen Aufgabe: Sie sollen Bildungsqualität verbessern, Kinder gezielter fördern und zugleich mit sinkender Nachfrage, finanziellen Unsicherheiten und Personalveränderungen umgehen. Wie diese Herausforderungen gelöst werden, dürfte in den kommenden Monaten auch für Leipzig und die anderen sächsischen Kommunen von Bedeutung bleiben.

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Landesausstellung 2029 vorgestellt https://www.sachsen-fernsehen.de/landesausstellung-2029-vorgestellt-2221053/ Tue, 05 May 2026 10:34:15 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2221053

Meißen - Das Feinkonzept der 5. Sächsischen Landesausstellung im Jahr 2029 steht fest. Vorgestellt wurde es am Dienstag auf der Albrechtsburg Meissen von Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, dem Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Christian Striefler, sowie Meißens Oberbürgermeister Markus Renner.

Die Landesausstellung wird 1.100 Jahre sächsische Geschichte in den Blick nehmen. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Was ist eigentlich sächsisch?“ Die Ausstellung soll zeigen, wie sich Sachsen im Laufe der Zeit verändert hat und welche kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Einflüsse das Land geprägt haben.

Dabei sollen verschiedene Epochen miteinander verbunden werden, vom Mittelalter über die Barockzeit und die Industrialisierung bis hin zur Zeit des Nationalsozialismus, der DDR und der Gegenwart.

Albrechtsburg Meissen als zentraler Ausstellungsort

Die Landesausstellung wird auf der Albrechtsburg Meissen stattfinden. Kulturministerin Barbara Klepsch bezeichnete den Ort als besonders symbolträchtig. Dort, „wo sächsische Geschichte ihren Anfang nahm“, solle 2029 zugleich nach vorn geschaut werden.

Klepsch betonte, dass Geschichte nicht nur von historischen Persönlichkeiten gemacht werde, sondern von den Menschen, die mit ihren persönlichen Geschichten das Land prägen. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Sachsen im Vorfeld der Landesausstellung am Mitmach-Projekt beteiligen.

Beteiligungsprozess startet bereits 2026

Mit der Landesausstellung ist ein Beteiligungsprozess verbunden, der von 2026 bis 2029 laufen soll. Die Menschen in Sachsen sollen eingeladen werden, sich mit eigenen Ideen, Erinnerungen, Wünschen und Geschichten einzubringen.

Auf Social-Media-Kanälen, bei Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekten im ganzen Land sollen Beiträge gesammelt werden. Daraus soll bis 2029 eine große Sachsen-Erzählung entstehen. Inhalte wie Geschichten, Porträts oder Filme können Teil des Festjahres in Meißen werden und in verschiedenen Formen rund um die Ausstellung auftauchen.

„Zeig dein Sachsen“ und „Mein Sachsenbild“

Bereits in diesem Jahr startet im Rahmen von „So geht sächsisch“ das Beteiligungsprojekt „Zeig Dein Sachsen“. Es soll auf die Landesausstellung hinführen und Menschen im Freistaat dazu anregen, ihre Sicht auf Sachsen einzubringen.

Ein weiteres Teilprojekt trägt den Titel „Mein Sachsenbild“. Dabei soll ein interaktives, digitales Spiel entwickelt werden, das vor allem junge Generationen für das Thema der Ausstellung ansprechen soll.

Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnete die Landesausstellung als kulturellen Höhepunkt und Großprojekt, vor allem aber als Angebot zum Mitmachen. Sie solle Menschen im ganzen Land einladen, ihre Perspektiven einzubringen und darüber ins Gespräch zu kommen, was Sachsen verbindet.

Meißen als Gastgeberstadt

Die Landesausstellung fällt mit dem Festjahr „1100 Jahre Meißen“ zusammen. Oberbürgermeister Markus Renner sprach von einer einzigartigen Gelegenheit, Geschichte und Zukunft Sachsens in Meißen erlebbar zu machen. Die Stadt rücke als Gastgeberin und als „Wiege Sachsens“ in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Christian Striefler, Geschäftsführer der SBG gGmbH, kündigte an, dass nun die Phase der Ausstellungsgestaltung beginne. Der Fokus liege auf Bildung und Vermittlung. Seit Jahresbeginn arbeite das kuratorische Team an insgesamt 30 sogenannten Sachsenspuren.

Sechs Kategorien strukturieren den Rundgang

Für den Ausstellungsrundgang wurden sechs Kategorien ausgewählt: Macht, Raum, Begegnung, Glaube, Kultur und Innovation. Sie leiten sich aus den großen Wandgemälden der Albrechtsburg ab.

Der Bereich „Macht“ behandelt Politikgeschichte aus verschiedenen Perspektiven. Beim Thema „Raum“ geht es um sächsische Landschaften und deren Nutzung. „Begegnung“ stellt Sachsen als Ort interkulturellen Austauschs in den Mittelpunkt. Die Kategorie „Glaube“ befasst sich mit religiösen Bezügen und volksmythologischen Inhalten.

Unter „Kultur“ werden Aspekte wie Volkskunst, Musik, Dialekt, Literatur, Sport und Kulinarik betrachtet. Das Thema „Innovation“ umfasst Reformwesen, Industriekultur, Bildung und Wissenschaft.

Zu jeder Kategorie wurden nach Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Beirat jeweils fünf Sachsenspuren ausgewählt. Diese sollen die Ausstellung strukturieren und zentrale Entwicklungslinien der sächsischen Geschichte für das Publikum nachvollziehbar machen.

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