Dresden – Sachsen Fernsehen https://www.sachsen-fernsehen.de Das lokale Nachrichtenportal für Sachsen Fri, 19 Jun 2026 07:46:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Neuer Kita-Plan für Sachsen https://www.sachsen-fernsehen.de/neuer-kita-plan-fuer-sachsen-2243913/ Fri, 19 Jun 2026 07:46:25 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2243913

Dresden - Sachsen sieht dringenden Handlungsbedarf in der frühkindlichen Bildung. Kultusminister Conrad Clemens (CDU) verweist auf einen wachsenden Anteil von Kindern mit Entwicklungsdefiziten. Nach seinen Angaben verfügten mehr als ein Drittel der Vorschüler nicht mehr über ausreichende Kompetenzen in Deutsch. Das sei jedoch nur die Spitze des Eisberges, sagte Clemens der Deutschen Presse-Agentur. Auffälligkeiten gebe es in fast allen Bereichen.

Mit dem neuen Erziehungs- und Bildungsplan will der Freistaat verbindlichere Ziele für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen setzen. Dabei geht es nicht nur um Bildung im engeren Sinne, sondern auch um Erziehung, Persönlichkeitsentwicklung und bessere Übergänge zwischen Kita und Schule. Der Plan soll pädagogischen Fachkräften als wissenschaftliche Grundlage, Orientierung und eine Art Lehrplan dienen.

Clemens hatte den neuen Plan Anfang Mai vorgestellt. Dass nun die Erziehung an erster Stelle steht, sorgte in der Fachwelt für Aufmerksamkeit. Der Minister betonte jedoch, damit sei keine Rückkehr zu autoritären Erziehungsvorstellungen gemeint. Es gehe vielmehr darum, einen neuen Akzent zu setzen. Frühkindliche Bildung umfasse mehr als das Erlernen erster Buchstaben.

Ein Schwerpunkt liegt auch auf dem Umgang mit digitalen Medien. Clemens sagte, im Zeitalter digitaler Medien müsse stärker über Persönlichkeitsentwicklung nachgedacht werden. Eltern seien ihren Kindern beim Medienkonsum nicht immer ein gutes Vorbild. In vielen Familien werde zu Hause weniger gesprochen und weniger gemeinsam unternommen. Auch deshalb müssten sich Kitas Kindern fundierter widmen.

Der neue Erziehungs- und Bildungsplan soll am 1. Januar in Kraft treten. Clemens sieht die Zeit bis zur Einführung nicht als zu knapp an. Die Einrichtungen sollen konkrete Anwendungshilfen erhalten, um den Plan in eigener Regie umzusetzen. Begleitende Materialien würden derzeit erarbeitet.

Trotz Spardrucks soll es nach Angaben des Ministers bei der Umsetzung keine Abstriche geben. Auch eine zusätzliche Belastung des Personals sieht Clemens durch die Qualifizierung nicht. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte dagegen befürchtet, dass die ohnehin stark belasteten Kitas weiter unter Druck geraten könnten.

Nach Angaben des Kultusministers bietet der Freistaat Schulungen und Materialien an. Die Aneignung des Erziehungs- und Bildungsplanes könne in der Vor- und Nachbereitungszeit erfolgen. Clemens verglich den Plan mit einem Lehrplan, dessen Einführung ebenfalls nicht automatisch mit einer Verbesserung des Personalschlüssels verbunden sei.

Bei der Finanzierung verweist der Minister auf eine Erhöhung eines Teils der Kita-Finanzierung. Pro Kind würden nun 367 Euro im Jahr an die Kommunen gezahlt. Zudem habe man sich auf eine Dynamisierung der Kita-Pauschale verständigt. Die Kommunen könnten selbst entscheiden, ob sie zusätzliche Mittel für Personal einsetzen, Kitas trotz rückläufiger Kinderzahlen erhalten oder den Personalschlüssel verbessern wollen.

Clemens unterstützt außerdem die auf Bundesebene geplante Untersuchung von vierjährigen Kindern. Damit sollen Sprach- und Entwicklungsdefizite frühzeitig erkannt und anschließend gezielter gefördert werden. Voraussetzung sei aus seiner Sicht jedoch, dass der Bund dafür die nötigen finanziellen Mittel bereitstellt.

Das geplante Qualitätsentwicklungsgesetz des Bundes müsse aus Sicht des Ministers rasch kommen und auch einen Sozialindex berücksichtigen. Besonders unterstützt werden sollten demnach Einrichtungen, in deren Umfeld es soziale Problemlagen gibt.

Einen bundesweiten Bildungsplan für alle Kinder hält Clemens dagegen nicht für notwendig. Bildung sei Ländersache. Zugleich spricht er sich für gemeinsame Vorgaben und deutschlandweite Standards als Konsequenz aus einem verbindlichen Screening der Vierjährigen aus. Ziel sei es, Kinder gezielter zu fördern und die zwei Jahre bis zum Schuleintritt besser zu nutzen.

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Brand in Kleingartenanlage in Dresden https://www.sachsen-fernsehen.de/brand-in-kleingartenanlage-in-dresden-2-2243904/ Fri, 19 Jun 2026 07:27:43 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2243904

Dresden - In Dresden-Leubnitz-Neuostra ist am Donnerstagabend ein Feuer in einer Kleingartenanlage ausgebrochen. Mehrere Anrufer meldeten der Integrierten Regionalleitstelle Dresden am 18. Juni 2026 gegen 21:23 Uhr eine starke Rauchentwicklung sowie Flammen in der Kleingartenanlage „Leubnitz-Neuostra“. Der Brandort befand sich im Bereich Dohnaer Straße Ecke Spitzwegstraße.

Bereits auf der Anfahrt war die Rauchsäule für die alarmierten Einsatzkräfte weithin sichtbar. Vor Ort stellten die Feuerwehrleute fest, dass ein etwa zehn mal fünf Meter großer Holzanbau neben einer Gartenlaube in Massivbauweise bereits in voller Ausdehnung brannte.

Während der Lageerkundung nahmen die Einsatzkräfte einen deutlichen Knall sowie das typische Geräusch einer abströmenden Gasflasche wahr. Die Brandbekämpfung wurde deshalb unter Atemschutz und mit entsprechendem Sicherheitsabstand aufgenommen. Wegen der angespannten Löschwasserversorgung innerhalb der Kleingartenanlage wurde frühzeitig ein Tanklöschfahrzeug der Stadtteilfeuerwehr Lockwitz nachalarmiert.

Mit zwei Strahlrohren gelang es den Einsatzkräften, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Aufgrund der erheblichen Hitzeentwicklung konnte ein Brandüberschlag auf das Dach eines benachbarten Gebäudes jedoch nicht vollständig verhindert werden. Der Brand ist inzwischen gelöscht. Nach Angaben der Einsatzkräfte dauern umfangreiche Nachlöscharbeiten an, um verbliebene Glutnester abzulöschen. Dabei wurde auch die Gasflasche gefunden und gesichert.

Da der Brandrauch überwiegend senkrecht nach oben abzog und nahezu Windstille herrschte, bestand für Anwohner keine Gefahr. Im Bereich der Dohnaer Straße auf Höhe der Spitzwegstraße kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Im Einsatz waren rund 30 Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswachen Striesen und Altstadt, der B-Dienst, der U-Dienst sowie die Stadtteilfeuerwehr Lockwitz.

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Mehr Rettungseinsätze an Sachsens Seen https://www.sachsen-fernsehen.de/mehr-rettungseinsaetze-an-sachsens-seen-2243412/ Thu, 18 Jun 2026 11:33:45 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2243412

Dresden - An Sachsens Seen und Teichen kam es im vergangenen Jahr deutlich häufiger zu Rettungs- und Hilfeleistungen. Nach Angaben der DRK-Wasserwacht stieg die Zahl der Einsätze auf 1.769. Im Vergleich zum Jahr 2023 entsprach das einer Verdoppelung. Besonders in den Sommermonaten suchen viele Menschen bei Hitze Abkühlung in Gewässern. Die Sicherheitsstruktur halte vielerorts jedoch nicht mit dem wachsenden touristischen Angebot Schritt.

Viele Badestellen blieben unbewacht

Nach Angaben der DRK-Wasserwacht waren 90 Prozent der Badestellen an Seen und Teichen im Freistaat unbewacht. Häufig hieß es deshalb „Baden auf eigene Gefahr“. Für Kommunen ist der Betrieb einer Rettungswache mit Kosten verbunden. Ein Sprecher der Wasserwacht nannte dafür grob 10.000 bis 20.000 Euro pro Saison.

Wie hoch der Aufwand im Einzelfall ist, hängt von regionalen Bedingungen und Anforderungen ab. Eine Rolle spielt unter anderem, ob ehrenamtliche Rettungsschwimmer eine Aufwandsentschädigung erhalten und welche Technik, Rettungsmittel und Medizinprodukte vor Ort bereitgestellt werden sollen.

Deutlich mehr Rettungen aus Gefahrenlagen

Auch die Zahl der Rettungen aus Gefahrenlagen nahm deutlich zu. Laut DRK-Wasserwacht stieg sie von 97 im Jahr 2023 auf 245 im vergangenen Jahr. Betroffen waren vor allem Schwimmer. Vermehrt mussten die Einsatzkräfte aber auch Surfern sowie Segel- oder Sportbootbesatzungen helfen. In 23 Fällen ging es den Angaben zufolge um Segel- oder Sportboote.

Damit zeigt sich, dass Sachsens Seen nicht nur zum Baden genutzt werden. Auch Wassersport spielte bei den Einsätzen eine Rolle. Gleichzeitig sind viele Gewässer touristisch erschlossen und werden von Menschen mit unterschiedlichen Freizeitinteressen genutzt.

Erste Hilfe auch abseits des Wassers

Die Arbeit der Wasserretter beschränkte sich nicht allein auf Einsätze im Wasser. Rund um viele Seen sind Wege gut ausgebaut und werden zum Radfahren oder Inlineskaten genutzt. Auch dort leisteten die Einsatzkräfte vermehrt Erste Hilfe.

Genannt wurden unter anderem Sturzverletzungen, Wunden, Insektenstiche, Kreislaufprobleme und hitzebedingte Beschwerden. Gerade bei hohen Temperaturen kann die Belastung an beliebten Ausflugszielen steigen, wenn viele Besucher gleichzeitig unterwegs sind.

Ehrenamt trägt großen Teil der Arbeit

Die DRK-Wasserwacht arbeitet überwiegend ehrenamtlich. Das bedeutet: Ein großer Teil der Absicherung an Gewässern hängt von freiwilligem Engagement ab. Gleichzeitig steigen die Einsatzzahlen und damit auch die Anforderungen an Personal, Ausstattung und Organisation.

Nicht jede Kommune kann die Kosten für eine Rettungswache tragen. Am Bärwalder See, dem größten See Sachsens, betreibt die DRK-Wasserwacht deshalb eine Rettungswache, deren Betrieb ausschließlich durch Spenden ermöglicht wird.

Sicherheitsstruktur bleibt Herausforderung

Die Zahlen der DRK-Wasserwacht machen deutlich, dass die Nutzung von Sachsens Seen und Teichen wächst, während die Absicherung vielerorts begrenzt bleibt. Für Kommunen, Betreiber und Ehrenamtliche bleibt die Frage, wie Sicherheit an beliebten Badestellen und Ausflugszielen künftig organisiert und finanziert werden kann.

Mit Blick auf die steigenden Einsätze rückt damit nicht nur das Verhalten der Besucher in den Fokus, sondern auch die Ausstattung der Rettungsstrukturen. Die Entwicklung betrifft sowohl Badegäste als auch Wassersportler und Menschen, die die Wege rund um die Gewässer für Freizeitaktivitäten nutzen.

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Dresden verbessert Verkehrssicherheit https://www.sachsen-fernsehen.de/dresden-verbessert-verkehrssicherheit-2243442/ Thu, 18 Jun 2026 10:51:50 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2243442

Dresden - Die Verkehrssicherheit in Dresden hat sich nach Angaben der Stadt weiter verbessert. Die Zahl der Schwerverletzten im Straßenverkehr sank seit 2017 um rund 20 Prozent. Wurden damals noch 442 schwerverletzte Personen gezählt, waren es im Jahr 2025 noch 356. Die Stadt sieht darin ein Ergebnis der kontinuierlichen Analyse des Unfallgeschehens und gezielter Maßnahmen an bekannten Unfallstellen.

Maßnahmen an Unfallschwerpunkten

Grundlage der Entwicklung waren nach Angaben der Landeshauptstadt mehrere Bausteine. Dazu gehörten die Auswertung von Unfallstellen, die Arbeit der Unfallkommission, der Verkehrssicherheitsbericht sowie abgestimmte Aktivitäten im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei. Auch die Umsetzung des Radverkehrskonzepts und der Fußverkehrsstrategie spielte eine Rolle.

Zu den entschärften Unfallstellen zählten unter anderem die Kreuzungen Fritz-Löffler-Straße/Reichenbachstraße in der Südvorstadt und Lohrmannstraße/Enno-Heidebroek-Straße in Reick. Auch der Brückenkopf der Waldschlößchenbrücke an der Fetscherstraße, die Kreuzung Schandauer Straße/Bergmannstraße sowie der Brückenkopf der Albertbrücke am Sachsenplatz wurden genannt.

Weniger Konflikte durch veränderte Verkehrsführung

An den betroffenen Stellen setzte die Stadt unter anderem auf angepasste Radverkehrsführungen, veränderte Ampelschaltungen und bauliche Veränderungen. Dadurch sollten Konflikte im Straßenverkehr reduziert werden.

Als besonders erfolgreiches Beispiel nannte die Stadt den Altstädter Brückenkopf der Albertbrücke am Sachsenplatz. Seit der Einführung getrennter Ampelphasen für Kfz- und Radverkehr seien die Unfälle mit Verletzten innerhalb eines Jahres von 15 auf null zurückgegangen.

Ziel bleibt die Vision Zero

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn erklärte, die Entwicklung zeige, dass die Arbeit der Stadt wirke. Die Zahl der Schwerverletzten sei innerhalb weniger Jahre deutlich gesunken. Er verwies dabei auf gezielte Maßnahmen an Kreuzungen, auf Schulwegen und an bekannten Unfallschwerpunkten.

Gleichzeitig betonte Kühn, dass Dresden noch nicht am Ziel sei. Die Stadt halte an der Vision Zero fest. Gemeint ist das Ziel, keine Verletzten oder Getöteten im Straßenverkehr zu haben. Jeder verhinderte schwere Unfall sei ein Erfolg auf diesem Weg.

Weitere Verbesserungen geplant

Die Stadt will ihre Arbeit zur Verbesserung der Verkehrssicherheit fortsetzen. Geplant sind weitere Maßnahmen an Unfallhäufungsstellen, zusätzliche Querungsstellen für den Fußverkehr sowie neue Projekte zur Schulwegsicherheit.

Zudem sollen weitere Konfliktstellen zwischen Radverkehr und Straßenbahngleisen untersucht werden. Dafür werden nach Angaben der Stadt Lösungen vorbereitet. Paula Scharfe, Fachreferentin für Nahmobilität und Verkehrssicherheit, verwies darauf, dass Verkehrssicherheit durch kontinuierliche Arbeit entstehe. Die Stadt analysiere das Unfallgeschehen, setze gezielte Maßnahmen um und überprüfe deren Wirkung auf Grundlage belastbarer Daten.

Fokus auf sichere Schulwege

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr. Für 2026 sind neue Gehwegvorstreckungen an der Münchner Straße in der Südvorstadt und an der Hepkestraße in Gruna geplant. Außerdem soll an der Pappritzer Straße in Gönnsdorf eine Mittelinsel entstehen.

Bis 2027 sollen zudem zehn neue Fußgängerüberwege eingerichtet werden, darunter an mehreren Grundschulen. Nach positiven Erfahrungen an der 63. Grundschule in Blasewitz sind weitere Standorte an der 4. Grundschule „Am Rosengarten“ in der Inneren Neustadt, der 8. Grundschule in Pieschen, der 35. Grundschule in Löbtau, der 95. Grundschule in Laubegast und der 103. Grundschule in der Radeberger Vorstadt vorgesehen.

Ergänzend prüft die Stadt Tempo-30-Regelungen auf stark genutzten Schulwegen aller Dresdner Schulen. Damit soll die Verkehrssicherheit besonders dort weiter verbessert werden, wo Kinder regelmäßig unterwegs sind.

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Stadionsicherheit: personalisierte Tickets https://www.sachsen-fernsehen.de/stadionsicherheit-personalisierte-tickets-2243406/ Thu, 18 Jun 2026 09:30:45 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2243406

Hamburg - Die Debatte um Gewalt im Umfeld von Fußballspielen hat bei der Frühjahrskonferenz der Innenminister von Bund und Ländern in Hamburg erneut für Diskussionen gesorgt. Im Mittelpunkt standen Vorschläge, wie Ausschreitungen rund um Spiele künftig besser eingedämmt werden könnten. Sachsens Innenminister Armin Schuster brachte dabei erneut personalisierte Tickets ins Gespräch.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur reichten mehrere Länder kurz vor Beginn der Innenministerkonferenz Änderungswünsche zu einem zunächst allgemein gehaltenen Beschlussvorschlag ein. Das Thema „Fußball ohne Gewalt“ gilt seit Jahren als umstritten, sowohl in der Politik als auch unter Fans.

Schuster sieht Zeitpunkt für neuen Vorstoß gekommen

Sachsens Innenminister Armin Schuster sieht den Moment gekommen, die seit Jahren diskutierte Forderung nach Tickets mit Namen weiter voranzubringen. Hintergrund ist unter anderem ein gemeinsam von Deutschem Fußball-Bund, Deutscher Fußball Liga und Innenministerkonferenz erarbeiteter Plan für eine zentrale Aufsichts- und Überprüfungsstelle für Stadionverbote.

Dass DFB und DFL diesen Schritt umgesetzt hätten, wertete Schuster als Fortschritt. Nun müsse aus seiner Sicht ein verbindliches Mustersicherheitskonzept für Stadien entwickelt werden. Außerdem solle die Debatte über Pyrotechnik weitergeführt werden. Bei personalisierten Tickets plädierte der CDU-Politiker zunächst für Pilotprojekte mit ausgewählten Vereinen.

Ausschreitungen nach Hertha gegen Dresden als Hintergrund

Ein konkreter Bezugspunkt in der aktuellen Debatte sind schwere Ausschreitungen rund um das Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin im April. Das DFB-Sportgericht hatte danach harte Strafen verhängt. Dazu gehörte unter anderem ein Sicherheitskonzept für die nächsten beiden Meisterschaftsspiele dieser beiden Mannschaften gegeneinander.

Auch das Kartenkontingent für den Gastverein Dynamo Dresden wurde beschränkt. Die Eintrittskarten aus dem Gästekontingent müssen dabei personalisiert werden. Für Schuster waren die jüngsten Entscheidungen des DFB-Sportgerichts ein Signal dafür, dass personalisierte Tickets im Sicherheitskontext eine größere Rolle spielen könnten.

Kontrolle von Stadionverboten im Fokus

Aus Sicht des sächsischen Innenministers entfalten Stadionverbote nur dann Wirkung, wenn sie auch kontrolliert werden können. Personalisierte Tickets könnten es ermöglichen, Namen auf Eintrittskarten mit bestehenden Stadionverboten abzugleichen.

Schuster verwies darauf, dass personalisierte Tickets bei internationalen Wettbewerben wie der Conference League, der Europa League und der Champions League bereits üblich seien. Als Beispiel nannte er das Conference-League-Finale in Leipzig. Nach Randalen am Vorabend habe man gemeinsam mit der UEFA dafür sorgen können, dass betroffene Personen nicht ins Stadion kamen.

Pilotprojekte statt sofortiger flächendeckender Einführung

Für welche Spiele personalisierte Tickets künftig gelten sollten, bleibt offen. Schuster hält den Ansatz grundsätzlich von der ersten bis zur dritten Liga für sinnvoll. Gleichzeitig räumte er ein, dass das Thema unter Fans stark umstritten sei und DFB sowie DFL dabei vor Herausforderungen stünden.

Deshalb sprach sich der Minister zunächst für Pilotprojekte mit kooperativen Vereinen aus. Nach seinen Angaben gebe es auch in Sachsen Vereine, mit denen solche Modelle denkbar wären. Konkrete Namen nannte er in dem Zusammenhang nicht.

Stehplätze sollen nicht abgeschafft werden

Schuster betonte zugleich, dass es ihm nicht um eine Abkehr von der deutschen Fankultur gehe. Stehplätze sollten aus seiner Sicht erhalten bleiben. Ziel sei vielmehr eine bessere Zugangskontrolle in den Stadien.

Damit bleibt die Diskussion politisch und sportlich sensibel. Während Sicherheitsbehörden auf wirksamere Kontrollen und konsequentere Durchsetzung von Stadionverboten drängen, wird in Fankreisen seit Jahren vor übermäßiger Kontrolle und Einschränkungen der Fankultur gewarnt. Die Innenministerkonferenz in Hamburg dürfte die Debatte deshalb nicht beenden, sondern weiter verschärfen.

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Tacheles 2026 zieht positive Halbzeitbilanz https://www.sachsen-fernsehen.de/tacheles-2026-zieht-positive-halbzeitbilanz-2243403/ Thu, 18 Jun 2026 08:43:39 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2243403

Dresden - Zur Halbzeit von Tacheles 2026 haben die Organisatoren eine positive Zwischenbilanz gezogen. Das landesweite Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen läuft seit dem 14. Dezember 2025 und wurde von Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landesrabbiner Zsolt Balla eröffnet. Ursprünglich waren 365 Veranstaltungen als Ziel benannt worden. Diese Erwartung wurde bereits deutlich übertroffen.

Bis zur Halbzeit waren 620 Programmpunkte im Rahmen des Themenjahres zu erleben. Jede Woche fanden mindestens 25 Veranstaltungen statt. Die im März angepeilte Marke von 1.000 Veranstaltungen bis zum Ende des Themenjahres am 12. Dezember 2026 gilt damit als erreichbar.

Veranstaltungen im ganzen Freistaat

Tacheles 2026 war und ist in zahlreichen Regionen Sachsens präsent. Nach Angaben der Organisatoren fanden oder finden Veranstaltungen in rund 85 Städten und Gemeinden statt. Besonders viele Programmpunkte gab es in Leipzig und Dresden. Umfangreiche Angebote wurden außerdem unter anderem für Wurzen, Görlitz, Meißen, Freiberg und Oederan genannt.

Die bisherigen Programmpunkte zeigten eine große Bandbreite. Dazu gehörten Jazzkonzerte im Dresdner Kulturpalast, Operettenabende in Annaberg-Buchholz, eine Ausstellung im Bach-Haus Leipzig, Vorträge zur Rolle des Judentums in der Popkultur, ein Frühjahrsfest in Bad Lausick, eine Ausstellungsreihe zur Rolle von Jüdinnen und Juden in Chemnitz sowie eine Vortragsreihe über frühere jüdische Familien in Görlitz.

Kultur, Bildung und Begegnung

Am Themenjahr beteiligten sich neben Kultureinrichtungen wie Theatern, Museen, Philharmonien, Galerien und Clubs auch Vereine, Religionsgemeinschaften, Bibliotheken, Forschungsinstitutionen und zivilgesellschaftliche Akteure. Nach Angaben der Projektverantwortlichen Dr. Sabine Wolfram, Direktorin des smac, wurde die Beteiligung bewusst niedrigschwellig angelegt. Programmpunkte mit jüdischem Bezug oder mit Beteiligung jüdischer Personen konnten Teil des Themenjahres werden, wenn sie auf der offiziellen Homepage eingetragen wurden.

Kulturministerin Barbara Klepsch verwies auf die Resonanz im Freistaat. Sie dankte den mehr als 250 Kulturakteuren aus den Regionen Sachsens, die sich am Themenjahr beteiligten. Tacheles 2026 schaffe Räume für Begegnung, Erinnerung und Austausch und mache sichtbar, dass jüdische Geschichte und Kultur Teil der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Sachsens seien.

Bildungsangebote machen einen großen Anteil aus

Auch die politische und kulturelle Bildung nahm im Themenjahr eine wichtige Rolle ein. Kultusminister Conrad Clemens hob hervor, dass Bildungsangebote rund ein Fünftel der Programmpunkte ausmachten. Tacheles 2026 mache jüdisches Leben in seiner Vielfalt erlebbar und könne dazu beitragen, Vorurteile abzubauen sowie Verständnis und Empathie zu stärken.

Als ein Highlight der zweiten Jahreshälfte wurden Workshops zum Laubhüttenfest Sukkot genannt. Das Fest findet kurz nach dem 100. Jubiläum der Gründung des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden statt. Dabei sollen Kinder und Erwachsene jüdische Bräuche und Traditionen unter anderem beim gemeinsamen Essen, Trinken und Laubhüttenbauen kennenlernen.

Leipzig mit mehreren Bezügen im Programm

Auch Leipzig spielte im Themenjahr eine sichtbare Rolle. Genannt wurden unter anderem eine Ausstellung im Bach-Haus Leipzig, Veranstaltungen mit Bezug zur jüdischen Gemeinde sowie die angekündigte Einrichtung einer Außenstelle der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Leipzig. Kultusminister Clemens verwies darauf, dass diese Entscheidung die Bildungsarbeit im Freistaat über das Jahr der jüdischen Kultur hinaus stärken werde.

Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und künstlerischer Berater von Tacheles 2026, sah den größten Erfolg darin, dass jüdische Kultur auf die große sächsische Bühne gebracht worden sei. Die jüdischen Gemeinden hätten gespürt, dass sie ein unverzichtbarer Teil der sächsischen Kultur insgesamt seien.

Förderung auch für kurzfristige Projekte

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen unterstützte zahlreiche Projekte im Themenjahr. Für kurzfristig geplante Vorhaben wurde zusätzlich ein Förderprogramm für Kleinprojekte im jüdischen Kontext ausgeschrieben. Stiftungsdirektor Prof. Dr. Manuel Frey erklärte, die Resonanz auf diese Förderung zeige das große Interesse daran, jüdisches Leben und jüdische Kultur kennenzulernen. Besonders in ländlichen Regionen Sachsens konnten dadurch weitere Projekte unterstützt werden.

Zu den genannten geförderten Vorhaben gehörten unter anderem der Escape Room „Fixing the Boat – Finding Identity“ im Neuberinhaus Reichenbach, das Konzert der Band Harts un Neschome im Freibad Ostritz sowie der „Jüdische Salon der Gegenwart“ des Ensemble Youkali im Dresdner Lingnerschloss.

Weitere Veranstaltungen im Juli

Für die kommenden Monate standen nach Angaben der Organisatoren noch hunderte weitere Veranstaltungen fest. Für Juli wurden unter anderem Ausstellungen in Eilenburg und Meißen, eine Performance in Chemnitz, Straßentheater in Meißen, Vorträge in Dresden und Chemnitz sowie eine Diskussion mit Konzert im Leipziger Conne Island angekündigt.

Tacheles 2026 bleibt damit auch in der zweiten Jahreshälfte ein breit angelegtes Kultur- und Bildungsprogramm. Das Themenjahr soll jüdische Kultur und Geschichte in Sachsen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

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Hitzewelle in Sachsen: Abkühlung am Wasser https://www.sachsen-fernsehen.de/hitzewelle-in-sachsen-abkuehlung-am-wasser-2242926/ Wed, 17 Jun 2026 11:55:34 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2242926

Leipzig - In Sachsen steht die erste kurze Hitzewelle des Jahres bevor. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes werden zum Wochenende Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet. Bereits am Donnerstag kann vereinzelt die 30-Grad-Marke erreicht werden.

Spätestens am Freitag soll heiße Luft aus Südwesten nach Sachsen ziehen. Dann werden verbreitet Höchstwerte von 32 bis 35 Grad vorhergesagt. Meteorologe Patrick Quente sprach angesichts der längsten Tage des Jahres und der bislang höchsten Temperaturen dieses Jahres von einer kurzen Hitzewelle.

Ganz beständig soll die Hitze aber nicht bleiben. Laut Deutschem Wetterdienst sind immer wieder Schauer und Gewitter möglich. Für das Wochenende werden zudem tropische Nächte erwartet. Das bedeutet, dass die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad sinken.

Viele Menschen zieht es ans Wasser

Bei sommerlicher Hitze suchen viele Menschen Abkühlung an Gewässern. Sachsen bietet dafür eine große Vielfalt an Flüssen, Bächen, Teichen und Seen. Nach Angaben des Umweltministeriums erstrecken sich im Freistaat fast 30.000 Kilometer Fließgewässer.

Dazu kommen 331 Quadratkilometer Standgewässer. Maßgeblich geprägt wird Sachsen von mehr als 15.000 Seen, Speichern und Teichen. Sie machen viele Regionen im Freistaat zu beliebten Zielen für Erholung am Wasser.

Elbe ist der größte Fluss im Freistaat

Der bedeutendste und größte Fluss in Sachsen ist die Elbe. Sie durchquert den Freistaat von Südost nach Nordwest und teilt Sachsen fast in der Mitte.

Auch weitere wichtige Flüsse gehören zum Einzugsgebiet der Elbe. Dazu zählen die Mulde, die Schwarze Elster, die Weiße Elster und die Spree.

Nicht überall ist Baden erlaubt

Zu den Standgewässern in Sachsen gehören auch zahlreiche Talsperren und Speicher. Sie dienen unter anderem der Wasserversorgung und dem Hochwasserschutz. Baden ist dort in der Regel nicht erlaubt.

Viele andere Gewässer werden heute dagegen als Freizeit- und Badeorte genutzt. Dazu zählen unter anderem künstlich angelegte Seen, die nach der Stilllegung des Braunkohlebergbaus entstanden sind. Hinzu kommen zahlreiche Teiche in der Lausitz, um Moritzburg und im Erzgebirge.

Hitze bringt auch Belastungen

Die erwarteten Temperaturen von über 30 Grad dürften viele Menschen ins Freie und ans Wasser ziehen. Gleichzeitig können Hitze, Gewitter und tropische Nächte belastend sein. Der Deutsche Wetterdienst rechnet zwar mit hochsommerlichen Temperaturen, weist aber auch auf mögliche Schauer und Gewitter hin.

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Zoo Dresden erweitert Giraffen- und Zebraanlage https://www.sachsen-fernsehen.de/zoo-dresden-erweitert-giraffen-und-zebraanlage-2242851/ Wed, 17 Jun 2026 11:15:19 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2242851

Dresden - Der Zoo Dresden hat die Erweiterung seiner Giraffen- und Zebraanlage abgeschlossen. Nach rund vier Monaten Bauzeit steht den drei Kordofan-Giraffen Diko, Tessa und Gaia sowie den vier Chapman-Steppenzebras ab sofort deutlich mehr Platz zur Verfügung. Gleichzeitig wurde die Anlage so umgestaltet, dass Gäste neue Perspektiven auf die Tiere erhalten.

Finanziert wurde das Projekt vollständig durch Spenden. Insgesamt kamen 500.000 Euro zusammen. Davon stammen 250.000 Euro vom Zoofreunde Dresden e.V. und weitere 250.000 Euro aus Spenden an den Zoo. Zoodirektor Karl-Heinz Ukena betonte bei der offiziellen Einweihung, dass der Zoo auf dieses Projekt besonders stolz sei, weil es komplett durch Spenden finanziert wurde und die Verbundenheit der Menschen mit dem Zoo zeige.

Die Bauarbeiten hatten im Februar 2026 begonnen. Im Zuge der Erweiterung wurde unter anderem das ehemalige Terrarium abgerissen. Anschließend wurde das Areal umfassend neugestaltet. Dazu gehörten neu modellierte Anlagenbegrenzungen, ein Trockengraben, neue Besucherwege sowie ein neuer Unterstand für die Zebras.

Durch den Unterstand können die Zebras nun 23,5 Stunden täglich draußen auf der Anlage bleiben. Zusätzlich wurden zwei Sandkuhlen und eine beheizbare Wassertränke eingerichtet. Diese sorgt dafür, dass auch in den kalten Monaten frisches Wasser sprudelt. Nach Angaben des Zoos sollen diese Veränderungen den Tieren mehr Komfort bieten.

Mit der Erweiterung verbessert der Zoo Dresden die Haltungsbedingungen für seine Giraffen und Zebras. Insgesamt stehen den Tieren nun etwa 2.800 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Das entspricht rund einem Drittel mehr Platz als zuvor. Das zusätzliche Raumangebot soll den Tieren mehr Bewegungsmöglichkeiten geben und zugleich die Strukturvielfalt der Anlage erhöhen.

Auch für die Besucher wurde das Areal verändert. Neue Wege, Sichtachsen und Sitzgelegenheiten sollen den Aufenthalt auf der Anlage attraktiver machen und mehr Möglichkeiten zum Beobachten der Tiere schaffen. Damit verbindet der Zoo die Verbesserung der Tierhaltung mit einer stärkeren Aufenthaltsqualität für seine Gäste.

Am Sonntag, dem 21. Juni 2026, können Besucher die neue Anlage zudem im Rahmen des Welt-Giraffen-Tages erleben. Der Aktionstag wurde auf Initiative der Giraffe Conservation Foundation ins Leben gerufen und fällt auf den längsten Tag des Jahres. Er soll auf die Bedrohung von Giraffen in freier Natur aufmerksam machen.

Auch der Zoo Dresden beteiligt sich wieder an dem Aktionstag. Von 10 bis 17 Uhr stehen die drei Kordofan-Giraffen besonders im Mittelpunkt. Bei zusätzlichen Treffpunkten um 10:45 Uhr und 13:45 Uhr geben die Tierpfleger Einblicke in die Haltung und den Alltag der Tiere. Außerdem gibt es Bastel- und Mitmachangebote. Gäste können unter anderem Giraffenfellmuster filzen, mit den Zooscouts Perlenketten gestalten und ihr Wissen über die Lebensweise sowie die Bedrohung der Giraffen in freier Wildbahn testen.

In den Sommerferien verlängert der Zoo Dresden außerdem seine Öffnungszeiten. Vom 2. Juli bis zum 16. August ist der Zoo von Donnerstag bis Sonntag jeweils bis 19:30 Uhr geöffnet und damit eine Stunde länger als gewohnt. Das Pinguin Café bleibt an diesen Tagen bis 19 Uhr geöffnet. Kassenschluss ist jeweils um 18:45 Uhr.

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Dresdner Freibad erneut Deutschlands bestes https://www.sachsen-fernsehen.de/dresdner-freibad-erneut-deutschlands-bestes-2242857/ Wed, 17 Jun 2026 07:49:06 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2242857

Hamburg/Dresden - Das Zschonergrundbad in Dresden ist erneut Deutschlands bestbewertetes Freibad. Das geht aus dem Freibad-Ranking 2026 des Gesundheits- und Wellnessreiseveranstalters Fit Reisen hervor. Für die Auswertung wurden nach Angaben des Unternehmens mehr als 226.000 Google-Bewertungen von 256 Freibädern in 78 deutschen Großstädten untersucht.

Das denkmalgeschützte Naturbad im Dresdner Westen erreicht demnach 4,7 Sterne bei 504 Rezensionen. Damit verteidigt es den ersten Platz im Ranking bereits zum dritten Mal in Folge. Das Bad liegt im Zschonergrund und setzt als Naturbad auf eine biologische Selbstreinigung des Wassers. Pflanzen und Mikroorganismen sorgen dabei für klares Wasser ohne Chlor.

Nach Angaben von Fit Reisen punktet das Zschonergrundbad nicht nur mit klassischem Badespaß, sondern auch mit seiner besonderen Lage und seinem historischen Charakter. Auf dem Gelände befinden sich teils Gebäude aus dem Jahr 1836. Zum Angebot gehören unter anderem eine Sprunggrube, ein kleiner Kiesstrand sowie Veranstaltungen wie Kräuter-Rundgänge, Osterfeuer und Lyriklesungen.

In der bundesweiten Einzelwertung folgen auf Dresden das Freibad Schröttinghausen in Bielefeld auf Platz zwei und das Naturbad Maria Einsiedel in München auf Platz drei. Beide erreichen ebenfalls hohe Bewertungen, liegen aber im Ranking hinter dem Dresdner Zschonergrundbad. Insgesamt zeigt die Auswertung, dass Naturbäder in der Spitzengruppe stark vertreten sind. Drei der fünf bestplatzierten Bäder reinigen ihr Wasser auf natürlichem Weg statt mit Chlor.

Auch im Vergleich der Bundesländer schneidet der Süden und die Mitte Deutschlands besonders gut ab. Laut Fit Reisen führen Thüringen mit durchschnittlich 4,33 Sternen, Bayern mit 4,27 Sternen und Baden-Württemberg mit 4,26 Sternen. Der bundesweite Durchschnitt liegt demnach bei 4,17 Sternen. Sachsen stellt mit dem Zschonergrundbad zwar den Sieger der Einzelwertung, wird in der Presseinformation aber nicht als führendes Bundesland im Durchschnitt genannt.

Beim Städtevergleich liegen Wolfsburg und Braunschweig gemeinsam vorn. Beide Städte erreichen mit jeweils drei gewerteten Freibädern einen Durchschnitt von 4,47 Sternen. Karlsruhe folgt mit fünf Bädern und durchschnittlich 4,44 Sternen auf Platz drei. Dresden wird in der vorliegenden Presseinformation vor allem über den ersten Platz des Zschonergrundbads in der Einzelwertung hervorgehoben.

Für das Ranking wurden laut Methodik ausschließlich befestigte Freibäder mit klar erkennbarer baulicher Infrastruktur berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem Becken, Umkleiden und sanitäre Einrichtungen. Auch Kombibäder mit einem deutlich ausgebauten Freibadbereich konnten einbezogen werden. Nicht berücksichtigt wurden unter anderem Strandbäder, Naturgewässer ohne feste Ausstattung, reine Vereinsanlagen, kleine Planschbereiche sowie dauerhaft geschlossene Anlagen.

Grundlage waren nur Freibäder mit mindestens 100 Google-Rezensionen. Stichtag der Erhebung war der 28. Mai 2026. Bei gleicher Durchschnittsbewertung wurde das Bad mit der höheren Zahl an Rezensionen besser platziert. Für den Städtevergleich wurden ausschließlich Städte gewertet, die mindestens drei qualifizierte Freibäder innerhalb ihrer Stadtgrenzen vorweisen konnten.

Das Ranking liefert damit einen Überblick darüber, wie Freibäder von ihren Gästen online bewertet werden. Es ersetzt jedoch keine fachliche Bewertung der Bäder vor Ort, sondern basiert auf öffentlich einsehbaren Nutzerbewertungen bei Google Maps.

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Sachsen kürzt Bauausgaben der Kommunen https://www.sachsen-fernsehen.de/sachsen-kuerzt-bauausgaben-der-kommunen-2242842/ Wed, 17 Jun 2026 07:11:41 +0000 https://www.sachsen-fernsehen.de/?p=2242842

Dresden - Die sächsischen Städte und Gemeinden haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Geld in Baumaßnahmen investiert. Nach einer aktuellen Befragung von Kämmereien im Auftrag der Förderbank KfW flossen 390 Euro je Einwohner in kommunale Bauprojekte. Das entspricht einem Rückgang um 9,8 Prozent.

Damit entwickelt sich Sachsen anders als der Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit stiegen die kommunalen Bauausgaben laut KfW um 4,3 Prozent. Der Rückgang in Sachsen zeigt, wie stark knappe Haushalte die Investitionsmöglichkeiten der Kommunen begrenzen können.

Nach Einschätzung der KfW bleibt die finanzielle Lage der Kommunen angespannt. Bundesweit bewerten 70 Prozent der Kämmereien ihre Situation negativ. Steigende Ausgaben erschweren demnach notwendige Investitionen in Schulen, Straßen, Verkehrsinfrastruktur und weitere kommunale Bereiche.

In Sachsen sanken die kommunalen Einnahmen im vergangenen Jahr leicht um 1,1 Prozent. Die Ausgaben blieben nahezu stabil und lagen 0,1 Prozent höher als im Vorjahr. Das Finanzierungsdefizit betrug 265 Euro je Einwohner. Im Bundesdurchschnitt lag das Defizit mit 413 Euro je Einwohner deutlich höher.

Der Investitionsrückstand der Kommunen in Deutschland hat nach Angaben der Förderbank inzwischen einen Rekordwert erreicht. Bundesweit beläuft er sich auf 231,2 Milliarden Euro. Besonders groß ist der Bedarf bei Schulen sowie bei Straßen und Verkehrsinfrastruktur.

Gleichzeitig planen die Kommunen für das laufende Jahr wieder höhere Investitionen. Bundesweit sollen rund 50 Milliarden Euro in Sachinvestitionen fließen. Im Vorjahr waren es 44 Milliarden Euro. Die KfW bringt diese Entwicklung auch mit den Erwartungen an zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität in Verbindung.

Sachsen soll daraus in den kommenden zwölf Jahren rund 4,84 Milliarden Euro für Investitionen von Land und Kommunen erhalten. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher erklärte, es liege nahe, den geplanten Investitionsanstieg mit den Erwartungen an das Sondervermögen zu erklären.

Zugleich gewinnen Kredite für kommunale Investitionen an Bedeutung. In Sachsen stiegen die Investitionskredite und Wertpapierschulden der Kommunen binnen eines Jahres um 5,3 Prozent auf 840 Euro je Einwohner. Bundesweit rechnet laut KfW inzwischen etwa jede zweite Kommune damit, künftig stärker auf Kreditfinanzierungen angewiesen zu sein.

Für die Städte und Gemeinden bleibt damit die Herausforderung, dringend nötige Investitionen trotz angespannter Haushalte zu finanzieren. Besonders dort, wo Schulen, Straßen oder öffentliche Infrastruktur saniert werden müssen, dürfte die Frage nach ausreichenden Mitteln weiter eine zentrale Rolle spielen.

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