Kauf auf Raten und die Alternativen

Oft genug kommt es vor, dass man ein Angebot sieht und zuschlagen möchte, doch ist aktuell nicht ausreichend Geld vorhanden. Die eine Möglichkeit wäre jetzt, die Zähne zusammenzubeißen und abzuwarten. Andere Möglichkeiten finden sich im Ratenkauf und dem Ratenkredit. Nur worin liegen die Unterschiede und welche Option ist günstig?

Unkompliziert, aber nicht zwingend günstig ist der Ratenkauf

Der Ratenkauf an sich ist höchst unkompliziert. Die meisten Händler bieten mittlerweile die Möglichkeit und der Abschluss findet praktisch direkt im Bestell- oder Kaufprozess statt. Aber was ist der Ratenkauf eigentlich?

  • Abgewandelter Kredit – technisch gesehen handelt es sich bei dem Ratenkauf auch um einen Kredit. Nur anstelle das Sie Geld erhalten, gibt es die gewünschte Ware. Aus rechtlicher Sicht ist der Käufer jedoch noch kein Besitzer, denn er hat bis zum endgültigen Bezahlen der Ware nur das Nutzungsrecht.
  • Ablauf – die meisten Ratenkäufe werden heute beim Kaufprozess selbst abgeschlossen. Online wählt der Kunde schlichtweg den Ratenkauf aus, im Geschäft selbst wird dem Mitarbeiter mitgeteilt, dass die Ware auf Raten gekauft werden soll. Der Händler prüft nun die Bonität des Kunden und sagt zu – oder lehnt ab. Im Hintergrund arbeiten die Händler im Regelfall mit einem Dienstleister zusammen, der für sie die Ratenkäufe übernimmt.
  • Zustandekommen – es kann natürlich sein, dass ein Kunde für den Ratenkauf abgelehnt wird. Teils hängt dies mit der Bonität zusammen, doch auch die Kaufsumme kann mit hineinspielen. Je nach genutztem Dienstleister gelten durchaus interne

Regelungen, sodass ein Kunde, der noch nie einen Ratenkauf abschloss, sich mitunter nicht für hohe Kaufsummen qualifiziert. Dasselbe gilt, wenn bereits mehrere Ratenkäufe über den Dienstleister abgewickelt werden und nicht beendet sind. Oft gibt es interne Limits, die nicht überschritten werden dürfen – bis sich der Kunde für die nächste Stufe qualifiziert.

Einfach und unkompliziert ist der Ratenkauf auf jeden Fall. Mitunter kommt die Einfachheit jedoch mit Kosten zum Kunden:

  • Zinsen – die Zinsbelastung ist oft höher als bei vergleichbaren Krediten. Das liegt mit daran, dass der Kunde selbst keinerlei Vergleiche anstellen kann. Er muss das vom Händler gemachte Angebot akzeptieren. Dieser hingegen nutzt im Regelfall einen Zinssatz für alle Kunden.
  • Laufzeiten – auch sie werden vom Händler vorgegeben. Es gibt zwar Ratenkäufe, die in ihrer Zeitspanne veränderbar sind, doch hat der Kunde diesbezüglich auch nur geringe Auswahlmöglichkeiten.
  • Konditionen – frühzeitige Ablösen oder Sondertilgungen sind bei Ratenkäufen meist ausgeschlossen.

Trotzdem kann ein Ratenkauf in manchen Situationen nützlich sein. Allerdings birgt er stets die Gefahr, dass sich Ratenkäufe oft summieren. Etliche Verbraucher unterschätzen die finanzielle Belastung durch mehrere Ratenkäufe. Eine einzige Rate über 20,00 Euro ist monatlich stemmbar, doch wer bei mehreren Händlern die Möglichkeit nutzt, der zahlt im Monat schnell 200,00 Euro und mehr, daher sollte man immer den Überblick behalten!

Ratenkredit: Vergleichsmöglichkeiten und Sparpotenzial

Für den bloßen Spontankauf ist der Ratenkredit oft nicht geeignet; hier ist der Ratenkauf meist vorteilhafter. Doch für geplante Anschaffungen oder größere Anschaffungen ist der Ratenkredit ideal:

  • Zentral – der Ratenkredit wird beim Kreditgeber der eigenen Wahl aufgenommen. Das Geschäftsverhältnis besteht somit nur zwischen dem Kreditgeber und dem Kreditnehmer. Das Geld wird direkt aufs Konto ausgezahlt.
  • Einkaufen – das Geld für die Einkaufstour ist nun vorhanden und die Waren können sogleich bezahlt werden. Gerade bezüglich des Überblicks ist diese Variante empfehlenswert.
  • Preisvergleiche – Verbraucher können mit dem Geld des Ratenkredits in der Hinterhand natürlich ganz anders an das Einkaufen herangehen. Der Preisvergleich ist mühelos möglich, immerhin muss nicht auf die Ratenkaufmöglichkeit geachtet werden.

Doch schon der Ratenkredit selbst bietet etliche Vorteile. Unabhängig vom späteren Einkauf können Verbraucher mühelos Kredite miteinander vergleichen und somit für sich ein günstiges und sicheres Angebot aus der Masse herausfiltern. Aber worauf sollte geachtet werden?

  • Sondertilgungen – der Kredit sollte immer die Option für Sondertilgungen bieten. Sie erlauben es, den Kredit früher abzubezahlen oder aber folgend die Raten anzugleichen.
  • Ratenpause – bei längerfristigen Verpflichtungen sind Ratenpausen und die Möglichkeit, Raten situationsbedingt anzupassen, empfehlenswert. Bei einer Ratenpause kann der Verbraucher nach Rücksprache mit dem Kreditgeber für eine festgelegte Zeit mit der Ratenzahlung pausieren. Die Ratenpause wird schließlich hinten angehängt.

Ratenanpassungen erlauben es, notfalls die Laufzeit zu verlängern und somit niedrigere Monatsraten zu zahlen, wobei auch eine Verkürzung möglich ist.

Der Abschluss eines einfachen Konsumentenkredites ist heute kein Hexenwerk mehr. Oft findet der gesamte Prozess von der Anfrage bis zur Bewilligung digital statt. Der Kunde legitimiert sich über das Post-Ident-Verfahren, welches auch elektronisch abläuft, gibt seine Einwilligung zum Kontencheck und hinterlegt Gehaltsnachweise oder andere Sicherheiten ebenfalls online.

Achtung: Zinsen beim Ratenkredit genau checken

Wer bereits einen Kredit gesucht hat, dem wird aufgefallen sein, dass der beworbene Zinssatz nicht der ist, der im eigentlichen Angebot steht. Dies liegt daran, dass in der Werbung immer der Zinssatz ausgeschildert wird, der für die beste Bonität gilt. Für diese Auszeichnung gibt es hingegen Regeln:

  • Mehrheitsgültig – in der Kreditwerbung muss ein Zinssatz ausgegeben sein, der auf zwei Drittel aller Kreditnehmer zutreffen kann. Völlig irrational günstige Werbezinssätze sind somit verboten.
  • Hinweis – die Kreditwerbung muss zudem einen Hinweis auf den mitunter abweichenden Zinssatz beinhalten.

Rein auf die Werbung sollten Kreditinteressenten somit nicht nur achten. Inwieweit der persönliche Zinssatz nach einer Kreditanfrage schließlich abweicht, hängt mit der eigenen Bonität zusammen. Diese kann bei vielen laufenden Ratenkäufen oder diversen Kreditanfragen in der Vergangenheit ohne Abschluss eines solchen eventuell leiden.

Bei Großeinkäufen empfiehlt sich der Ratenkredit

Wer nur eine neue Waschmaschine kaufen möchte, der fährt mit dem Ratenkauf oft einfacher und eventuell sogar günstiger. Bei größeren Anschaffungen, die meist auch mit dem Einkaufen bei mehreren Händlern einhergehen, sind Ratenkredite sinnvoller. Allerdings gilt es hier, die Kredite miteinander zu vergleichen und genau auf den Zinssatz und die Konditionen zu schauen. Nicht jeder Ratenkredit ist günstig – und die Werbung kann, muss aber nicht auf die eigene Person zutreffen.