Kein Platz für Drahtesel: Mehr Fahrradbügel in Leipzig gefordert!

Die Parkplatzsuche in der Leipziger Innenstadt ist oftmals ein Geduldsspiel. Das gilt für Autofahrer im Übrigen genau so wie für Fahrradfahrer. Denn in der City gibt es bei weitem nicht genügend Fahrradbügel und Abstellplätze für die Zweiräder. +++

Das Frustpotential ist also hoch unter all denen, die mal eben schnell mit dem Rad in die Stadt wollen. Wie es genau aussieht und was sich künftig ändern soll, das haben wir in Erfahrung gebracht.

Leipzig fährt Rad. Und zwar sehr gerne. In den vergangenen Jahren hat der Fahrradverkehr in unserer Stadt stark zugenommen. Die Möglichkeiten, sein Zweirad irgendwo sicher abzustellen, leider nicht ganz so stark. Wer in der Innenstadt unterwegs ist, kennt das Problem. Weit und breit kein freier Fahrradbügel in Sicht.

Knapp 4.000 vom Verkehrs- und Tiefbauamt aufgestellte Fahrradbügel gibt es in Leipzig, 1.000 davon in der Innenstadt. Dazu viele private Stellplätze. Doch die reichen offenbar nicht aus. Wer täglich einen freien Platz suchen muss und nicht findet, schiebt also im wahrsten Sinne des Wortes Frust. Und schließt sein Fahrrad dann einfach dort an, wo eben Platz ist.

Eine leichte Entspannung der Lage verspricht sich die Stadt von den beiden Fahrradgaragen der Uni Leipzig mit einer Kapazität von rund 2.000 Plätzen. Dort kommen zumindest die Zweiräder der Studenten unter, die bislang am Augustusplatz nur recht eingeschränkte Abstellmöglichkeiten hatten.

Was viele Fahrradfahrer in Leipzig noch zusätzlich auf die Palme bringt, sind offensichtlich verlassene Räder, die unnötig wertvollen Platz wegnehmen. Für diese so genannten „Fahrradleichen“ ist das Ordnungsamt zuständig. Das kann aber nicht einfach fremdes Eigentum entfernen, sondern muss genau abwägen, ob ein Fahrrad tatsächlich verlassen ist.

Rund 40 herrenlose Fahrräder hat das Ordnungsamt in diesem Jahr schon entfernt. Etliche davon vermutlich auch am Hauptbahnhof. Hier herrscht meist gepflegtes Fahrradchaos, Beschäftigte, Pendler und Besucher kämpfen um vorhandenen Fahrradbügel. Laternen, Rohre und Gitter müssen als Ersatz herhalten. 70 neue Bügel sind zuletzt auf der Westseite dazugekommen, optimal wäre aber ein zusätzliches Fahrradparkhaus.

Die Situation soll besser werden. Für jedes Fahrrad einen Bügel geben wird es aber definitiv auch in Zukunft nicht. Die Leipziger müssen also weiter suchen. Oder darauf hoffen, dass demnächst ein Fahrrad erfunden wird, dass man sich nach Benutzung klitzeklein zusammengeklappt einfach in die Tasche stecken kann.